Neues für die engagierte Stadt

„Jugend ermöglichen!“

Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums Pressemitteilung, veröffentlicht am 23.06.2017: Bundestag berät zum 15 Kinder- und Jugendbericht über die Lebenssituation junger Menschen in Deutschland. 

Das Jugendalter ist eine eigenständige Lebensphase mit besonderen Herausforderungen. Darum ist eine eigenständige Jugendpolitik notwendig, die sich an den Interessen und Bedürfnissen der Jugend selbst orientiert.

JugendberichtDer 15. Kinder- und Jugendbericht beschreibt Lebenslagen und Alltagshandeln Jugendlicher und junger Erwachsener im Alter zwischen 12 und 27 Jahren. Der Bericht mit dem Titel „Zwischen Freiräumen, Familie, Ganztagsschule und virtuellen Welten – Persönlichkeitsentwicklung und Bildungsanspruch im Jugendalter“ beleuchtet diese Lebensphase im Hinblick auf die zu meisternden Entwicklungsaufgaben, den typischen Problemen der jungen Menschen und strukturelle Rahmenbedingungen. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Thomas Rauschenbach (Deutsches Jugendinstitut) wurde der Bericht von einer unabhängigen Sachverständigenkommission im Auftrag der Bundesregierung erarbeitet. Erstmalig sind die Sichtweisen junger Menschen unmittelbar in den Bericht eingeflossen und kommen auch als Expertinnen und Experten in eigener Sache selbst zu Wort. Frau Dr. Katarina Barley, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erklärt: „Jugendliche und junge Erwachsene müssen die Möglichkeit haben, sich zu beteiligen. Nur so kann eine eigenständige Jugendpolitik funktionieren. Wir brauchen eine Politik mit Jugend, für Jugend und von Jugend. Das muss unser Anspruch sein.

Im Gegensatz zu den vergangenen 10 oder 15 Jahren, beginnt das Jugendalter heute bereits früher – schon im Alter von 12 Jahren etwa – und reicht oft bis in die 30er hinein. Aufgrund der demografischen Entwicklung sind auch junge Menschen in einer neuen Situation. Angesichts einer Vielzahl von Herausforderungen appelliert die Kommission dafür, Jugendlichen und jungen Erwachsenen soziale Bedingungen zu schaffen, die es ihnen ermöglicht, verantwortliche, eigenständige und demokratische Bürgerinnen und Bürgern dieser Gesellschaft zu werden. Der 15. Kinder- und Jugendbericht formuliert ein eindrückliches Plädoyer für eine neue Jugendorientierung in Politik und Gesellschaft „-Jugend ermöglichen- bedeutet, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Gelegenheiten zu eröffnen, in denen sie als Ko-Produzenten der Zukunft betrachtet und verbindlich einbezogen werden.“

Die Beteiligung Jugendlicher und junger Erwachsener an Gestaltungs- und Entscheidungsprozessen ist ein wesentlicher Teil einer demokratischen Gesellschaft. Beteiligungskultur ist immer auch Ausdruck gelebter Demokratiebildung. Neben der Schule als Institution in einer besonderen Verantwortung und als einen zentralen Ort der Demokratiebildung, muss die Kinder- und Jugendarbeit „als Ort der Aneignung sozialer, kultureller und politischer Kompetenzen“ gestärkt werden.

Der 15. Kinder- und Jugendbericht mit der Stellungnahme der Bundesregierung finden Sie unter https://www.bmfsfj.de/blob/jump/113816/15–kinder-und-jugendbericht-data.pdf  .

Ein zehnköpfiges Redaktionsteam der Jugendpresse Deutschland hat außerdem ergänzend zum Bericht eine Jugendbroschüre erstellt, die zentrale Themen aus der Sicht der Jugendredakteure aufbereitet. Die Jugendbroschüre zum 15. Kinder- und Jugendbericht ist unter https://www.bmfsfj.de/blob/jump/113818/broschuere-jugend-ermoeglichen-data.pdf abrufbar.

17. Juni: dafür! – Tag der offenen Gesellschaft

„Dagegen sein ist gerade groß in Mode. Wir aber sind dafür, für die Demokratie, für ein pluralistisches, europäisches Deutschland, für die offene Gesellschaft. Denn all das ist gar keine Selbstverständlichkeit. Die offene Gesellschaft gibt es nur dann, wenn genug Menschen für sie eintreten!“

Mit diesem Aufruf hat die Initiative „Offene Gesellschaft & Diakonie Deutschland“ für die Idee, am 17. Juni 2017 überall in Deutschland geworben: Tische und Stühle raus, schön eindecken! Kochen, so gut man es kann, es so gastlich gestalten, wie es nur geht! Kein Jammern! Uns zum Leben und Denken und Handeln verabreden! Zusammen schaffen wir eine gemeinschaftliche und gastfreundliche Atmosphäre.

stendalDie Engagierte Stadt Stendal und ihre Engagierten sind, gemeinsam mit der Kaschade Stiftung und der Hansestadt Stendal, unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeister Klaus Schmotz, diesem Aufruf gefolgt und die Bürger*innen, Vereine und Nachbarschaften der ganzen Stadt mit ihren Ortsteilen wurden ermuntert, sich an diesem Tag in Gemeinschaften zusammenzuschließen und an den gemeinsam gedeckten Tischen zu treffen.

Die Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., hat mit einer eigenen Aktion am Samstag, den 17. Juni 2017 von 11:00 bis 16:00 Uhr in der „Kleinen Markthalle“ Tische und Stühle bereit gestellt und zum gemeinsamem „Tafeln“ eingeladen. Das Theater der Altmark steuerte kleine kulturelle Beiträge bei. Jeder der wollte, konnte eigene Köstlichkeiten mitbringen oder erfreute mit eigenen musikalischen Beiträgen die Gemeinschaft. Auch konnten sich die Gäste von den Fortschritten des Umbaus der „Kleinen Markthalle“ begeistern lassen.

Engagementkongress NRW

Save the date! Montag, 16. Oktober 2017, 9.30 – 16.00 Uhr, Stadthalle Bad Godesberg, Bonn: Bürgerschaftliches Engagement fördern – sozialen Zusammenhalt und Demokratie stärken.

Das vielfältige bürgerschaftliche Engagement vor Ort ist ein zentraler Bestandteil einer starken Zivilgesellschaft, fördert den sozialen Zusammenhalt und trägt zu einer lebendigen Demokratie bei. Der diesjährige Engagementkongress NRW nimmt diesen Zusammenhang in den Blick und widmet sich dem Schwerpunktthema „Bürgerschaftliches Engagement fördern – sozialen Zusammenhalt und Demokratie stärken“.

Mit dem Engagementkongress NRW hat das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) in Kooperation mit dem „Kommunen-Netzwerk: engagiert in NRW“ eine Plattform für den landesweiten Erfahrungsaustausch zur lokalen Engagementförderung geschaffen. Im Fokus steht der Wissenstransfer aus der Praxis. Gemeinsam werden anhand von Impulsen,  konkreten Praxisbeispielen sowie im Rahmen von interaktiven Workshops die aktuellen Situationen der lokalen Engagementförderung in NRW diskutiert und Zukunftsstrategien entwickelt.

Zielgruppe des Kongresses sind Entscheidungsträger*innen und Expert*innen aus den Verwaltungen, politische Vertreter*innen, lokale Akteure der Engagementförderung, Multiplikator*innen, Wissenschaftler*innen und Interessierte. Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), wird einleitend einen Impulsvortrag zu Hintergründen, Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen des Zusammenspiels von Engagementförderung und Demokratiestärkung halten.

Bitte merken Sie sich den 16. Oktober 2017 schon jetzt vor. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie zeitnah auch auf dem Engagementportal der Landesregierung NRW: www.engagiert-in-nrw.de/engagementkongress_NRW.

Ein Zeichen offener Gesellschaft

Der bundesweite Aufruf am 17. Juni 2017 an alle Bürger des Landes lautete: Mit Tischen und Stühlen zusammenrücken und ein Zeichen der Gastfreundschaft und Liberalität für ein offenes Deutschland setzen. Der NeuStadtGarten, ein Kooperationsprojekt des Freiwilligenzentrums und der Stadt Neustadt a. d. Aisch, machte mit und lud zu einem gemeinsamen Frühstück ein.

Alt und Jung beisammen im NeuStadtGartenAb 10 Uhr war die lange Tafel im NeuStadtGarten reichhaltig gedeckt. Knapp 30 Gäste steuerten noch leckere Sachen dazu bei. So konnte nach Herzenslust „getafelt“ und geplaudert werden. Klein und Groß, Alt und Jung, mit Kinderwagen oder Rollstuhl rückten zu einem bunten Miteinander zusammen. Rund um den Feuerplatz wurden Geschichten vorgelesen sowie traditionelle und moderne Lieder gesungen. Ihre kreativ gestalteten Fußabdrücke hinterließen die Gäste im Quittenbaum.

„Was macht dich glücklich?“ wurde jeder Gast gefragt. Ihre Gedanken konnten sie anonym auf Karten beantworten. Darauf fanden sich Antworten wie das vorurteilsfreie Miteinander und ins Gespräch kommen in Offenheit, Gemeinschaft erleben, die Geselligkeit im Garten und die schönen Begegnungen im Grünen. In diesem gemeinsamen Frühstück bestätigt sich die Aktion und die Absicht der Initiative der „Offenen Gesellschaft“, ein Zeichen zu setzen für mehr Demokratie und für ein pluralistisches, europäisches und offenes Deutschland. Einigkeit und Recht und Freiheit – im NeuStadtGarten wurde dies spür- und erlebbar!

Gemeinsam für ein Miteinander

Mit dem Projekt „Unsere Stadt – Unsere Uni“ setzen Universität und Stadt ein sichtbares Signal für ein internationales und weltoffenes Miteinander. Während der Auftaktveranstaltung: Bürger*Innen erarbeiten gemeinsam die ersten Projektideen um ausländische Studierende besser in Marburg ankommen lassen zu können.

Das Gemeinschaftsprojekt der Philipps-Universität Marburg, der Stadt Marburg und der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V. bringt ausländische Studierende und Promovierende mit Marburger*Innen zusammen und stärkt den interkulturellen Dialog zwischen Universität und Stadtgesellschaft. Die Auftaktveranstaltung am 06.06.2017 im Historischen Rathaussaal der Stadt Marburg vom Projekt „Unsere Stadt – Unsere Uni“ wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Dr. Thomas Spies und der Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Philipps-Universität, Prof. Dr. Evelyn Korn, am 06.06.2017 eröffnet.

Gemeinsam Stadt und Uni erleben – das ist Ziel des Projektes. Ob Kochabende oder gemeinsame Sportaktivitäten, Unterstützung bei Behördengängen bis hin zu Einladungen an Feiertagen:  Die Möglichkeiten sich zu engagieren sind ebenso vielfältig, wie das Leben in Marburg.  Die Idee der Auftaktveranstaltung war, die Projektidee vorzustellen aber vor Allem lag der Fokus auf der gemeinsamen Ideensammlung mit den interessierten Bürger*Innen.

Während der Auftaktveranstaltung von „Unsere Stadt – Unsere Uni“, haben Marburger*Innen Ihre Vorstellungen und Umsetzungsideen im Zuge des Projekts kommuniziert, überlegt und ausgearbeitet. Das Projekt ist offen für alle Interessierte: Marburger*Innen können sich mit der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf in Verbindung setzen. Ausländische Studierende die sich für das Projekt interessieren können sich direkt an das International Office wenden.

Wir sind gespannt auf die zweite Veranstaltung am 19.09.2017 zu der ebenfalls alle Interessierten  herzlich eingeladen sind, das Projekt „Unsere Stadt – Unsere Uni“ mit Leben zu füllen. Nähere Informationen finden Sie unter www.freiwilligenagentur-marburg.de

Ausschreibung: 100 Beratungsstipendien

startsocial schreibt den 14. bundesweiten Wettbewerb für soziale Initiativen aus. Bis zum 30. Juni 2017 können sich Organisationen, Projekte und Ideenträger unter www.startsocial.de bewerben. Der Wettbewerb richtet sich an alle Engagierten, die an der nachhaltigen Lösung eines sozialen Problems arbeiten und dabei Ehrenamtliche einbinden. Jeder Bewerber erhält ein individuelles Feedback mit Anregungen zur Weiterentwicklung. Die 100 überzeugendsten Initiativen werden mit viermonatigen Beratungsstipendien unterstützt. Auf einer Preisverleihung in Berlin werden anschließend die besten 25 geehrt. Sieben von ihnen erwarten dort Geldpreise im Gesamtwert von 35.000 EUR. Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstützt den Wettbewerb seit ihrem Amtsantritt als Schirmherrin mit einem Sonderpreis.

Zwischenbilanz in Neu-Ulm

In Neu-Ulm soll es einfacher werden, sich in der Gesellschaft ehrenamtlich zu engagieren. Deshalb hatte sich die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse für die Teilnahme am deutschlandweiten Programm „Engagierte Stadt“ beworben – erfolgreich: Seit September 2015 wird die Ehrenamtsbörse nun gefördert, das Programm läuft noch bis Ende 2017. Ziel ist es, das „Bürgerschaftliche Engagement“ in einer Kommune zu fördern und das Thema Ehrenamt in der Bevölkerung zu verankern. Das Familienzentrum, das die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse 2014 gründete, hat den Stand des Programms jüngst vorgestellt.

Im Stadtgebiet Neu-Ulm gebe es viele Akteure im Bereich bürgerschaftliches Engagement, heißt es im Bericht des Familienzentrums. „Jedoch gibt es (noch) viele Hecken.“ Diese „Schrebergärten“, wie das Familienzentrum es nennt, sollen sich verbinden und stattdessen eine Art „Parklandschaft“ werden. Diese soll Erfahrungsaustausch ermöglichen und verhindern, dass Ehrenamtliche verloren gehen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Ehrenamtsbörse zu einer festen Anlaufstelle und bekannter gemacht werden. Dies ist zum Teil schon gelungen: Seit 2014 sind die Beratungen bei der Ehrenamtsbörse stetig gestiegen, zudem gibt es neue Engagement-Angebote.

neu-ulmZum anderen wurde ein Netzwerk Ehrenamt gegründet, um unter anderem Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Öffentlichkeitsaktionen durchzuführen und um Synergien nutzen zu können. Erstes gemeinsames Ergebnis des Netzwerks ist die Neu-Ulmer Ehrenamtsbroschüre, die zum einen die Vielfalt der Engagement-Angebote in Neu-Ulm und die Motivationen verschiedener ehrenamtlich Tätigen zeigt und zum anderen eine Orientierungshilfe rund ums Ehrenamt enthält. Erhätlich ist die Broschüre u.a. im Neu-Ulmer Familienzentrum.

Für die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements im September wird die Aktion „Seitenwechsel – Ehrenamt für einen Tag“ organisiert. Dabei sollen Menschen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung die Chance bekommen, ehrenamtliche Tätigkeiten auszuprobieren. Dafür bieten Einrichtungen und Vereine ein „Schnupper-Ehrenamt“ an. Ziel der Aktion soll sein, die Bedeutung des Ehrenamts selbst zu erleben und dadurch das Interesse am Ehrenamt zu wecken.

Zudem soll ein einheitlicher Kompetenznachweis erarbeitet werden, der von den Unternehmen anerkannt wird und als Wertschätzung für die Arbeit dient.

Fotoausstellung auf Wanderschaft

marburg18 Fotografien zeigen das vielfältige und bunte bürgerschaftliche Engagement der Studierenden in Marburg, die damit die Stadt wesentlich mitprägen. Die Fotografien wurden von Studierenden eingereicht, die in studentischen Initiativen oder gemeinnützigen Vereinen aktiv sind. Von der Freiwilligen Feuerwehr, über Leben mit Krebs e.V. bis hin zu Arbeiterkind.de – ob im kulturellen, sportlichen, sozialen oder politischen Bereich: Studentisches Engagement ist breit gefächert und präsent! Im April hatte die Engagierte Stadt Marburg die Fotoausstellung in der Volksbank Mittelhessen mit einer gelungenen Vernissage begrüßt. Nach einem Sektempfang haben sich drei Initiativen an dem Eröffnungsabend näher vorgestellt und durch persönliche Erzählungen einen tollen Einblick in die vielfältigen Engagementmöglichkeiten in Marburg geschaffen. Die Bilder hingen insgesamt 6 Wochen aus. Die Ausstellung im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ wurde als Kooperation zwischen der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V., der Philipps-Universität Marburg, der Stadt Marburg sowie dem Studentenwerk Marburg entstanden und wurde durch eine Spende der Volksbank Mittelhessen eG mitfinanziert.

Spendenaktion für Stendal

Das Möbelhaus „Porta“ startete am Samstag, den 06.05.2017, eine große Spendenaktion. An diesem Tag wurden zehn Prozent des Tagesumsatzes für den „offenen Bürgertreff“ der „Engagierten Stadt Stendal“ gespendet. Der Geschäftsleiter Oliver Fleßner rief zum „Möbelkauf mit Herz“ auf. Doch nicht nur zehn Prozent jedes umgesetzten Euros flossen in die Spende. An der Kasse erhielten die Kunden nach dem Einkauf einen Herzaufkleber, den sie mit ihrem Namen beschriftet auf ein riesiges Sofa klebten – hierfür spendete Porta nochmals 0,50 € pro Aufkleber.

stendal

Auch die ehrenamtlichen Helfer der „Engagierten Stadt“ waren an diesem Samstag vor Ort. Für eine kleine Spende wurden die Kunden von den Freiwilligen mit selbstgebackenem Kuchen, frischen Waffeln, Schmalzbroten und Kaffee versorgt. Die Kinder wurden an Bastel- und Spieletischen betreut, damit die Eltern in Ruhe einkaufen konnten. Einige Tage später überreichte der Geschäftsleiter von „Porta“ einen Scheck für den „offenen Bürgertreff“ in Höhe von 9.067,00 Euro. Ein ganz großes Dankeschön an das Möbelhaus „Porta“ sagen die Freiwilligen aus der „Engagierten Stadt Stendal“.

Den roten Faden weiterspinnen

Als sich Hans Werner Preuhsler zum Netzwerktreffen der Engagierten Stadt aufmacht, hat er nur eine vage Vorstellung, was ihn in Berlin erwartet. Eine konkretes Anliegen hat er jedoch in jedem Fall: Preuhsler möchte seine Vision vorantreiben: eine an den Genossenschaftsprinzipien angelehnte Trägerstruktur für das künftige ehrenamtliche Engagement im thüringischen Apolda, um die Stadt und das Umland noch lebenswerter zu machen. Der Gründungs- und Finanzierungsbegleiter der Thüringer Mikrofinanzagentur steckt viel Zeit in sein Ehrenamt. Was treibt Preuhsler an, neben Familie und Job Treffen zu organisieren, Berichte zu schreiben und selbst mit anzupacken? Zum einen die in gut 10 Jahren gewachsene Verbundenheit mit seiner Wahlheimat, die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten in Apolda und in der Region sowie insbesondere das Zusammensein mit anderen engagierten Menschen, die sich in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl einbringen. Menschen, wie es sie in vielen Städten Deutschlands gibt, von denen 50 das Siegel „Engagierte Stadt“ tragen.

170427 ES-29Im April sind 120 dieser Menschen zum dritten Netzwerktreffen der Engagierten Stadt in Berlin zusammengekommen (Fotos hier). Er habe die Hoffnung, andere Engagierte kennenzulernen und sich austauschen zu können, sagt Preuhsler am Rande des Treffens in der Robert Bosch Stiftung, einem der Partner, die hinter dieser Initiative stehen.

„Oft fühlt man sich als Engagierter in seiner Region alleingelassen“, ergänzt ein anderer Teilnehmer. Beide Männer sind sich einig, dass die Engagierte Stadt dies verändert hat: Wer sich engagiert, weiß, dass es noch in vielen weiteren Städten Menschen gibt, die das ebenfalls tun.

170427 ES-Ferner1Das Programm Engagierte Stadt, das 2015 auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung, der BMW Stiftung Herbert Quandt, der Generali Deutschland AG, der Herbert Quandt Stiftung, der Körber-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung ins Leben gerufen wurde, setzt genau da an. Gegenseitige Hilfestellung, Vernetzung und Voneinander-Lernen seien zentrale Aspekte des Programms, betont die Parlamentarische Staatssekretärin Elke Ferner (SPD) in ihrer Rede beim Netzwerktreffen. „Das ist einzigartig!“

Kein Wunder also, dass sich das Bundesministerium mitsamt alten und neuen Partnern dazu entschlossen hat, das Programm um zwei weitere Jahre zu verlängern. Die Devise lautet: stabile und fruchtbare Zusammenarbeit durch dauerhafte Förderung, anstatt kurzlebiger Leuchtturmprojekte.

Bei der Veranstaltung sind die Plätze schnell gefüllt. Viele Teilnehmer nicken sich zu, man kennt sich, ist seit Anfang an dabei und freut sich Mitstreiter zu sehen. Unter den Engagierten sind Kindergärtner, Landschaftsarchitektinnen sowie Verwaltungsangestellte. Was sie eint, ist die Idee, dass die Gesellschaft ehrenamtliches Engagement benötigt.

170427 ES-16Was sie antreibt, beschreibt dann Gerald Hüther: „Wir haben kein Erklärungsproblem. Wir haben ein Umsetzungsproblem“, sagt der Neurobiologe zu Beginn – und erntet Zustimmung aus dem Publikum. Hans Werner Preuhsler sieht das ganz ähnlich, er drückt es nur anders aus: „Wir haben eigentlich viele Menschen, die loslegen und helfen möchten. Damit wir aber nicht immer nur über ehrenamtliches Engagement reden, benötigen wir vernetzte Ermöglichungsstrukturen mit einem offenen und niedrigschwelligen Zugang, der für potenzielle Mitmacher attraktiv ist, Raum für ein aktives selbstbestimmtes Engagement bietet und auch die Kommunikationswege des Internet nutzt.“

170427 ES-11Für alle im Raum steht fest: Der Erfolg einer Engagierten Stadt steht und fällt mit den Personen, die daran beteiligt sind. Immerhin zeigt der aktuelle Engagementbericht des Familienministeriums eine positive Tendenz auf. Es gibt wieder mehr Menschen, die sich für das Gemeinwohl einbringen wollen.

Menschen wie Hans Werner Preuhsler. Am Ende des Netzwerktreffens ist auch er zufrieden. Zwei anstrengende Tage liegen hinter ihm und trotzdem versprüht er immer noch dieselbe Energie wie zu Beginn, die Lust etwas zu bewegen. Für sich und die Menschen in Apolda, seiner Engagierten Stadt.

Hier können Sie sehen, was in Engagierten Städten wie Flensburg oder Stendal passiert: https://www.youtube.com/watch?v=npW3E8vo_vE

 

 

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