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Alles ist möglich in Neustadt

Das Netzwerk „über Zaun und Grenze“ lud Integrationspaten für Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge zum Erfahrungsaustausch in das Caritashaus ein. Unter dem Titel „Paten schaffen Integration“ diskutierte man die Rahmenbedingungen und Ausgestaltung von Patenschaften ebenso wie deren Bedeutung für eine gelingende Integration.   

Zahlreiche Integrationspaten setzen sich im Landkreis Neustadt a.d. Aisch – Bad Windsheim bereits für Asylbewerber oder anerkannte Flüchtlinge ein. Sie sind erste Ansprechpartner in vielen Belangen. Paten helfen bei der Orientierung im neuen Lebensumfeld. Sie unterstützen bei Behördengängen, bei der Suche nach einem Kindergartenplatz, bei der Schulanmeldung, bei Arztbesuchen. Diese praktischen Hilfsangebote sind oft das Herzstück einer Patenschaft. Paten können und dürfen ihren Schützlingen jedoch nicht alles abnehmen. „Ehrenamtliche müssen stets auch ihre zeitlichen und emotionalen Belastungsgrenzen im Blick behalten“, warnt Dorothea Hübner, Leiterin des Freiwilligenzentrums. „Hilfe zur Selbsthilfe ist stets oberstes Gebot.“ Oft ist es schon sehr hilfreich, wenn der Pate eine Lotsenfunktion einnimmt, indem er an die Asylsozialberatung von Diakonie oder Caritas verweist oder sich um Ansprechpartner und Termine bei den entsprechenden Fachstellen kümmert.

Paten_schaffen_ Integration_1Einige der anwesenden Paten sahen sich auch schon kritischen Situationen gegenüber: realitätsfernem Anspruchsdenken in materiellen Dingen, bei der Einschätzung der schulischen Leistungsfähigkeit der Kinder oder bei Berufs- oder Studienwunsch. Sensible Aufklärung, ohne sich persönlich gekränkt zu fühlen, half dabei Perspektiven aufzuzeigen. Einig war man sich darüber, wie wichtig Paten für ihre Schützlinge sind und dass die vielen schönen Momente einer Patenschaft, beispielsweise bei gegenseitigen Essenseinladung oder gemeinsamen Freizeitaktivitäten, bei weitem die schwierigen überwiegen.

Frustriert, hilflos, ausgegrenzt und abgehängt fühlten sich die Integrationspaten, als sie bei einem Rollspiel in die Haut von Asylbewerbern schlüpften. „Im Vergleich zu den meisten Mitgliedern der Gesellschaft bleibt Asylbewerbern oft schon aufgrund ihres Rechtsstatus vieles verwehrt“, erklärt Kathrin Okafor, Asylsozialberaterin der Diakonie. Von Wahlberechtigung bis hin zum Kleinkredit ist für Asylbewerber, egal ob ohne Schulbildung oder mit akademischem Titel, vieles unerreichbar.

Integration ist ein lang andauernder Prozess der gegenseitigen Annäherung. Die persönliche Bindung in einer Patenschaft kann hier Großes leisten. „Uns ist es wichtig, dass Paten und solchen die es werden wollen bewusst ist, dass jede Patenschaft individuell mit Leben gefüllt wird“, so Anja Haverkock, Prozessmanagerin von über Zaun und Grenze, „frei nach dem Grundsatz: alles ist möglich – nichts muss!“

Weiterhin werden „Integrationspaten“ gesucht. Personen, die sich für eine Patenschaft für einen einzelnen Asylbewerber oder für eine geflüchtete Familie interessieren, können sich an das Netzwerk „über Zaun und Grenze“ im Freiwilligenzentrum wenden. Unter der Tel. 09161 888936 oder Email ueberzaunundgrenze@caritas-nea.de gibt es unverbindliche Informationen.

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