Willkommen in der engagierten Stadt

 

  • 2. Netzwerktreffen in Berlin, September 2016. Foto © Anna Rozkosny

Bürgerschaftliches Engagement ist ein Grundpfeiler der Demokratie, sichert Freiheit, schafft Lebensqualität und prägt den Gemeinsinn. Das Programm »Engagierte Stadt« unterstützt den Aufbau bleibender Engagementlandschaften in Städten und Gemeinden in Deutschland. Es fördert Kooperationen statt Projekte. Die »Engagierte Stadt« begleitet Menschen und Organisationen vor Ort auf ihrem gemeinsamen Weg zu starken Verantwortungsgemeinschaften. Hier geht es zum Erklärfilm, den Informationsflyer zum Programm können Sie gerne herunterladen.

 

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Neues für die engagierte Stadt

Erster Bocholter Marktplatz für Gute Geschäfte

Am Donnerstag, 11. Mai 2017, fand zum ersten Mal der „Bocholter Marktplatz für Gute Geschäfte“ in der Versammlungshalle der Firma Siemens statt. Über 70 Vereine, Institutionen und Unternehmen beteiligten sich am Projekt, dass in dieser Form erstmalig im Münsterland stattfand. Bis Ende des Abends wurden 64 gegenseitige Engagement-Vereinbarungen geschlossen. Bürgermeister und Schirmherr Peter Nebelo resümierte: „Der erste Bocholter Marktplatz war ein voller Erfolg.“ Bei der Marktplatz-Methode treffen Unternehmen und Vereine und Institutionen aufeinander. „Wir möchten, dass Sie miteinander ins Gespräch kommen“, so der Moderator André Wolf, zu Beginn des Abends. Ziel ist, dass beide Parteien (Vereine und Unternehmen) ein „gutes Geschäft“ machen. Es geht um Leistungen und Hilfestellungen, die auf Gegenseitigkeit beruhen. „Geld ist bei den Vereinbarungen aber tabu“, erklärt Rainer Howestädt, Ehrenamtskoordinator der Stadt Bocholt. [caption id="" align="aligncenter" width="600"] Foto: Amke Derksen[/caption] Erfunden wurde die Methode in den Niederlanden. Im Jahr 2006 wurde es von der Bertelsmann-Stiftung in Deutschland eingeführt. Seitdem haben in gut 150 Städten über 400 "Marktplätze" stattgefunden. Erstmalig fand jetzt ein Marktplatz im Münsterland statt. Nachdem der erste Bocholter Marktplatz mit einem lauten Gong vom Schirmherr Peter Nebelo eingeläutet wurde unterhielten sich die Vertreter der Vereine und Unternehmen und trafen Vereinbarungen. Die geschlossenen Vereinbarungen werden schriftlich von „Notaren“ festgehalten. So vereinbarten beispielsweise Peter Int-Veen von der TIS GmbH, Anbieter für Logistik-Software, und Andre Dahlhaus vom ASB Münsterland, dass der ASB ein Ersthelfertraining für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TIS GmbH durchführt. „Bei uns ist gerade ein Termin für ein Ersthelfertraining geplatzt, insofern passt die Vereinbarung jetzt super“, so Int-Veen. Im Gegenzug hilft die TIS GmbH bei der Aufrüstung des Einsatzleitwagens mit der GPS-Technik. Die Bocholter Bädergemeinschaft vereinbarte mit dem Verein Vamos Juntos eine Schuhputzaktion im Foyer des Bahia-Bades. Im Gegenzug stellt die Bädergemeinschaft eine Spendenbox im Bahia-Foyer auf. Außerdem dürfen die Bolivianer, die bald mithilfe des Vereins Vamos Juntos Bocholt besuchen, kostenlos das Bahia-Bad besuchen. Nach rund einer Stunde Speeddating ertönte der Schlussgong. Zu diesem Zeitpunkt wurden weiter fleißig Vereinbarungen geschlossen. Im Ergebnis stehen 64 gegenseitige Engagement-Vereinbarungen, die 158 Sachleistungen und rund 1.127 Stunden Zeitleistungen enthalten. „Mit diesem Ergebnis haben wir nicht gerechnet. Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, so Howestädt.Foto: Bruno Wansing [caption id="" align="alignnone" width="600"] Foto: Bruno Wansing[/caption] Die Firma HP Fundconsult aus Münster begleitete das Projekt beratend. Hugo Pettendrup von HP Fundconsult, der schon viele „Marktplätze“ in ganz Deutschland begleitet hat, resümierte: „Der Bocholter Marktplatz war einzigartig. Ich begleite die Organisatoren jetzt seit fast einem Jahr. Dabei bin ich in Bocholt auf innovative, offene und kreative Vereine gestoßen und auf der anderen Seite auf sehr engagierte Unternehmen. Dies, in Verbindung mit einer  gut funktionierenden und ernst gemeinten Engagement-Förderung der Stadtverwaltung, habe ich in dieser Form noch nicht erlebt. Dies heute war ein ganz besonderer Marktplatz.“ Abschließend bedankten sich  die Organisatoren des Abends Jutta Ehlting und Rainer Howestädt, bei der Firma Siemens, die ihre Veranstaltungshalle zur Verfügung stellte, bei den Partnern und den über 60 Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Einsatz den Marktplatz erst möglich machten. Ausgerichtet wurde der 1. Bocholter Marktplatz von der Stadt Bocholt mit der städtischen Freiwilligen-Agentur in Kooperation mit der „Zukunftsland Regionale 2016 – Büro Velen“ und dem Programm „engagierteStadt Bocholt“ mit dem Träger Leben im Alter e.V. Unterstützt wurde der Marktplatz von der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen und der Kreishandwerkerschaft Borken.

Bundeskanzlerin bei Ehrenamtsempfang in Heidenheim

Hoher Besuch im Congress Centrum: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel kam 11. Mai nach Heidenheim, um dem Ehrenamt die Ehre zu geben. Mehr als 1000 Ehrenamtliche waren zu der gemeinsamen Veranstaltung von Stadt und Landkreis Heidenheim gekommen, bei welcher vier Vertreter des Ehrenamts ihre Arbeit vorstellten und unter Moderation von Dr. Hendrik Rupp (Redaktionsleiter Heidenheimer Zeitung) mit der Kanzlerin, Landrat Thomas Reinhardt und Oberbürgermeister Bernhard Ilg ins Gespräch kamen. Die richtigen Argumente für die Reise der Bundeskanzlerin nach Heidenheim hatte der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter gefunden – und diese Argumente, nämlich das ganz besondere ehrenamtliche Engagement ebenso wie der strukturierte Aufbau von Netzwerken im Kreis Heidenheim, seien offenbar überzeugend gewesen, so der Oberbürgermeister bei der Begrüßung der Gäste. Ilg zufolge gibt es Vereine und die Förderung des Bürgerengagements zwar überall in Baden-Württemberg, verwies aber gleichzeitig auf einen entscheidenden Unterschied: „Was wir in Heidenheim offensichtlich besser hinbekommen und auch früher angepackt haben als andere, ist der organisierte Aufbau von Strukturen und die Entfaltung von Partnerschaften und Netzwerken.“ Er belegte diese Aussage mit dem Hinweis auf das Integrationszentrum Heidenheim, in dem die Flüchtlingsbetreuung von allen zuständigen Stellen koordiniert stattfindet. Dieses Modell sei beispielgebend für ganz Deutschland. [caption id="" align="aligncenter" width="300"] Fotograf: Oliver Vogel[/caption] Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich beeindruckt von der großen Zahl an Ehrenamtlichen, die ins Congress Centrum gekommen waren – und das, obwohl sie wisse, dass das Ehrenamt in Baden-Württemberg tief verankert sei. „Sie sind ein tolles Stück Deutschland“, wandte sich die Kanzlerin dankend an die Gäste. Das Ehrenamt sei ein Gewinn für die Gesellschaft. Welche Bedeutung das Ehrenamt hat, wurde an diesem Nachmittag von allen Rednern vielfach betont. Was das Ehrenamt in der Praxis leistet und wo bisweilen der Schuh bei den Ehrenamtlichen drückt, schilderten Uli Steeger (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Heidenheim), Dorothee Raspel (Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement und Demografie „Ich für uns“ der Stadt Heidenheim),  Dr. Peter Wengefeld (Freundeskreis Asyl im Landkreis Heidenheim) und Dr. Volker Wiedenmann (Vorsitzender Heidenheimer Sportbund 1846 e.V.). Uli Steeger hob hervor, dass die Feuerwehr im gesamten Landkreis Heidenheim zu 100 Prozent ehrenamtlich agiert – in insgesamt 40 Einsatzabteilungen versehen 1450 Frauen und Männer ihren Dienst, leisten Hilfe und sind darüber hinaus eine wichtige Säule der Dorfgemeinschaften. Hinzu kommen sieben Werkfeuerwehren mit 180 Angehörigen. Wie Steeger deutlich machte, sind die aktuellen Zahlen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte noch in Ordnung, jedoch werde sich dies etwa aufgrund der demographischen Entwicklung ändern. Er plädierte dafür, die Wertschätzung für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst durch konkrete Maßnahmen zu erhöhen, wobei die Unterstützung der Politik benötigt werde. Als ein Beispiel nannte Steeger die Einführung von Punkten, die den Feuerwehrangehörigen für die Rente angerechnet werden. Die „Caring Community“ Heidenheim wurde von Dorothee Raspel vorgestellt. Ziel sei eine fürsorgende Gemeinschaft mit lebendigen Nachbarschaften, in der jeder Mensch Verantwortung für andere übernimmt oder übernehmen kann. Wie das umgesetzt werden kann, hat die Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement und Demografie „Ich für uns“ der Stadt Heidenheim in Zusammenarbeit mit dem Partner Duale Hochschule in einem Konzept zusammengestellt – umgesetzt wird dieses Konzept von „Ich für uns“ und der Familienbildungsstätte in Heidenheim. Insbesondere werden hierbei neue Formen von Nachbarschaftshilfe implementiert. [caption id="" align="alignleft" width="300"] Fotograf: Oliver Vogel[/caption] In den Fokus genommen wurde zudem das Thema Flüchtlingshilfe. Dr. Peter Wengefeld schilderte die Situation im Landkreis Heidenheim vor rund zwei Jahren, als die Flüchtlingszahlen deutlich angestiegen waren. Wie Wengefeld deutlich machte, habe es den Freundeskreis Asyl Heidenheim schon zuvor gegeben, der Anstieg der Flüchtlingszahlen ab 2014 habe dann  zur Bildung zehn weiterer Freundeskreise im Landkreis geführt, die sich ab Mitte 2015 zu einem Netzwerk Asyl im Landkreis Heidenheim zusammengeschlossen haben. Insgesamt waren zwischenzeitlich rund 1000 Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe im Landkreis Heidenheim aktiv. Auch nach dem Rückgang der Zuweisungszahlen habe das ehrenamtliche Engagement enorme Bedeutung zur Unterstützung der Integration der Geflüchteten. Im von der Stadt erworbenen und unter Federführung des Landkreises betriebenen Integrationszentrum Heidenheim (IZH) würden hierbei ideale Voraussetzungen geschaffen, um den Flüchtlingen auf kurzen Wegen eine passgenaue Bearbeitung ihrer Anliegen zu ermöglichen, sowie deren Berufseinstieg durch spezifische Angebote zu erleichtern. Hinzu komme das Begegnungszentrum Migration und Ehrenamt (BZME) in der ehemaligen Waldkirche, in dem Raum für Begegnungen ermöglicht werde. Wengefeld schilderte aber nicht nur die Stützen, sondern auch die Hemmnisse in der Flüchtlingshilfe: Unter anderem seien dies Unterschiede im Status der Geflüchteten, die schleppende Familienzusammenführung und die mögliche Abschiebung von Geflüchteten in der Ausbildung. Auf das Ehrenamt im Sport ging Dr. Volker Wiedenmann näher ein, der den Heidenheimer Sportbund 1846 e.V. vorstellte. Besonders in den Fokus rückte er die Schwierigkeiten bei der ehrenamtlichen Tätigkeit. So werde ein gemeinnütziger Verein rechtlich behandelt wie ein Wirtschaftsunternehmen – obwohl er gar keine Gewinne machen dürfen. Aufgrund der Behandlung der Vereine, als seien sie Wirtschaftsunternehmen, und wegen des Erlasses von neuen Bundesgesetzen haben sich die Verwaltungskosten des Heidenheimer Sportbunds allein von 2009 bis 2017 von ca. 60.000 Euro pro Jahr auf 160.000 Euro pro Jahr erhöht, betonte Wiedenmann. Es bedürfe dringend der Hilfe des Gesetzgebers, damit Ehrenamtliche nicht durch bürokratische Hürden daran gehindert würden sich für die Gesellschaft einzubringen. [caption id="" align="alignleft" width="300"] Fotograf: Oliver Vogel[/caption] In der Podiumsdiskussion zeigte die Bundeskanzlerin besonders an den Hürden, denen sich das Ehrenamt gegenübersieht, großes Interesse. Gleichzeitig machte sie aber auch deutlich, dass jede Form von Rechtssicherheit, beispielsweise bei der Unfallversicherung oder beim Kinder- und Jugendschutz, auch Regelungen mit sich bringe. Das richtige Maß zu finden sei hierbei schwierig. Auch auf den Wunsch nach mehr praktischer Wertschätzung für das Ehrenamt ging sie gezielt ein – für besonders wichtig hält sie regionale Anerkennungen, beispielsweise ermäßigte Kulturangebote, wie sie in vielen Kommunen bereits umgesetzt werden. Aber auch eine Berücksichtigung ehrenamtlicher Tätigkeit beim Studienantritt – etwa bei der Berechnung des Numerus Clausus – sieht die Bundeskanzlerin positiv. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie von Seiten des Bundes wie bei den Mehrgenerationenhäusern eine Summe für Anlaufstellen für Ehrenamtliche in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern zur Verfügung gestellt werde. Auch im Bereich Flüchtlingshilfe, insbesondere beim Thema Familienzusammenführung, zeigte die Kanzlerin große Anteilnahme. Sie wisse, dass dies auch für die Helfer oft eine Zerreißprobe sei. Sie bat gleichzeitig um Verständnis, dass nicht alles auf einmal geschehen könne. Abschließend rief die Kanzlerin die Ehrenamtlichen dazu auf, die Probleme und Hürden, denen sie sich stellen müssen, zu sammeln und zuzuschicken – das sei ein wichtiges Thema, so die Kanzlerin, die sich zuversichtlich zeigte, dass kleine Verbesserungen ermöglicht werden können. Landrat Thomas Reinhardt dankte der Kanzlerin für ihr Kommen und überreichte ihr einen Korb mit Präsenten von Stadt und Landkreis. Zudem wandte er sich noch einmal an die über 1000 Gäste im Congress Centrum, die stellvertretend für alle Ehrenamtlichen im Landkreis Heidenheim am Ehrenamtsempfang teilnahmen: „Ohne Sie gäbe es keinen Schutz und keine Hilfe, kein Miteinander und kein Füreinander, ohne Sie wäre unsere Gesellschaft arm, ja armselig und trostlos. Dank Ihnen gibt es bei uns eine lebenswerte, aktive und solidarische Bürgergesellschaft.“

wenn die Füße qualmen

Die Engagierte Stadt Weißwasser vereint die Engagierten, die regionale Wirtschaft und die städtische Verwaltung. Die Realität ist: Alle in einen (Engagement-)Takt zu bringen, ist eine große Aufgabe, die an manchen Stellen gelingt und an anderen stolpert. Wie im echten Leben – nicht nur auf der Tanzfläche. Umso stolzer sind wir darauf, was unserer Stadt auf dem Parkett des Engagements gelungen ist. Ein Vorbereitungsteam aus 28 ehrenamtlich Aktiven sowie Vereins- und Unternehmensvertretern haben in den vergangenen Monaten einen Engagement- und Nachbarschaftstanz auf die Beine gestellt, der es in sich hatte. Die grandiose Stimmung an dem Nachmittag und die vielen gesetzten Leuchttürme für Einsatzmöglichkeiten in unserer Stadt waren das Eine; Das Andere und gleichzeitig Wichtigste, warum so ein Nachmittag überhaupt möglich wurde: Nämlich, „[…] durch das Engagement einer ganzen Stadt, die zusammenhält, sammelt, eigene Erlebnisse baut und mit anpackt“, wie es der Schirmherr der Engagierten Stadt Weißwasser und Oberbürgermeister Torsten Pötzsch bei seiner Eröffnungsrede treffend auf den Punkt brachte. Fazit: Wie gelingt es nun, dass sich niemand auf die Füße tritt und die Vielfalt zusammen tanzt? Was braucht die gelingende Kooperation, zwischen Menschen und Interessengruppen, die verschiedener nicht sein können?  Viel Takt, ein gemeinsames Ziel, das verständliche Anliegen, nichts Kryptisches, nichts Theoretisches, einfach etwas, worin sich jeder einbringen kann! Der Jugendverein, der für die Gäste da ist; der lokale Bäcker, der den Kuchen sponsert; die ehrenamtlich Engagierten, die den Kaffee kochen; die Seniorenvertretungen, die für Ordnung sorgen; der Oberbürgermeister, der bürokratische Hürden entwirrt und sich für den Eröffnungstanz her gibt.… – eben die Engagierte Stadt Weißwasser. Veranstalter war der Verein „Garage – Orte der Soziokultur“ in Kooperation mit dem Sozialen Netzwerk Lausitz, dem Stadtverein Weißwasser und natürlich allen Aktiven in unserer Engagierten Stadt.  

Deutsch-Türkische Community in Worms

Das Team der Engagierten Stadt und der Deutsch-Türkische Community mit seinen Mitgliedern Uzatmaz Serdar, Norbert Haas, Nurlan Mamadov und Ali Kesler trafen sich in der Ehrenamtsbörse zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Die größte Gruppe im Quartier der Engagierten Stadt sind mit 1.243 Bewohnern die 20 bis 39 Jährigen, von denen 46 % Migrationshintergrund haben und 722 Kinder und Jugendliche. Das ist die Zielgruppe der Community,  einheimische und türkischstämmige  junge Menschen der 3. und 4. Generation ehemaliger Einwanderfamilien zu gewinnen. Es wurde in der Vergangenheit auf beiden Seiten versäumt, sich mit der jeweiligen Kultur vertraut zu machen. Die Kinder ehemaliger Einwanderer wissen immer noch nicht, warum Ostern oder Weihnachten gefeiert wird, ebenso ist für die einheimischen Deutschen der Ramadan eine Zeit mit sieben Siegeln. „Wir wollen das ändern“, sagt der Vorsitzende Serdar Uzatmaz. Er ist sich auch nicht zu schade gewesen, im Seniorenheim als Weihnachtsmann aufzutreten. St. Nikolaus kommt schließlich aus dem Orient, was mancher Einheimischer auch nicht weiß. „Wir sind nicht Türken mit deutschem Pass, sondern Deutsche mit türkischen Wurzeln, so wie es durch Kriege viele Deutsche mit russischen oder polnischen Wurzeln gibt. Sie lieben ihre Stadt Worms und freuen sich, in der traumhaften rheinhessischen Landschaft zu leben, die eine Geschichte vielfältiger Integration hat. „Es gibt gut aussehende rheinhessische Menschen mit schwarzen Haaren, die als Italiener oder Franzosen durchgehen würden“, erzählt  Christina Heimlich eine Anekdote von einem Frankreichbesuch, wo ihr Mann, ein rheinhessisches Urgestein, glatt für einen Franzosen gehalten wurde.  Uzatmaz, der auch Mitglied im Stadtrat ist und über große Netzwerkkontakte verfügt, ist sicher, dass die persönliche Kommunikation der Weg zum Ziel ist. „Unsere Generation und unsere Kinder können das. Wir waren und sind auf deutschen Schulen gewesen, haben studiert oder eine gute Ausbildung gemacht. Unsere Töchter haben dieselben Chancen und werden gefördert. Deshalb haben wir die Initiative ergriffen und kümmern uns um die Integration selbst“. Christina Heimlich, die Netzwerkverantwortliche der Engagierten Stadt Worms, erkennt in diesen Ideen das Netzwerkmotto für Worms „Multikulturell, traditionell, bunt“ und freut sich darüber, dass nun diese Kooperation entstehen wird. Die Deutsch-Türkische Community wird die Bewohner ihres Kreises auffordern, auch beim Picknick im Albert-Schulte-Park  am 25.6. – ab 13.00 Uhr dabei zu sein. Salate, süße und salzige türkische Gebäcke werden mit deutschem Kuchen und Kaffee geteilt. „Über die Facebook-Seite „Ehrenamtsbörse“ und „DTCW“ können wir uns gegenseitig zu Treffen und Veranstaltungen einladen“, rät Martin Gauer, der Koordinator der Ehrenamtsbörse. Heimlich fordert auch Senioren auf, mal ins Smartphone zu schauen, um informiert zu sein, was es hier Neues gibt. Es läuft auch gerade die Einladung zu einem Fotowettbewerb für Jugendliche im Quartier „Mein Blickwinkel“ - wie sieht die ganz junge Generation ihr Quartier in der Innenstadt von Worms?

Webinar: „Wirkung planen und analysieren“

Um Wirkung messen und analysieren zu können, muss sie gut geplant sein. Denn nur wer für ein Projekt systematisch Ziele setzt, hat hinterher auch die notwendigen Indikatoren, um die Veränderungen bei seinen Zielgruppen nachweisen zu können. – Im zweiten Teil geht es darum, wie Sie Ihre Wirkung Ihres Projekts planen und in Eigenregie analysieren. Wie schon in Teil eins, sind auch in diesem Webinar Ihre Fragen herzlich willkommen! Das Webinar ist Teil 2 der Webinarreihe Wirkung. Es basiert auf dem "Kursbuch Wirkung" (einem Gemeinschaftsprojekt der Bertelsmann Stiftung und PHINEO), das Sie auf PHINEO downloaden können. Inhalt: Wirkung planen und analysieren Zielgruppe: Projektmitarbeitende, Projektverantwortliche, Fundraiser und Führungskräfte Teilnehmerempfehlung: für Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und Schweiz Referentin: Medje Prahm hat einen Master in Philosophy & Economics und arbeitet bei PHINEO im Bereich Analyse & Forschung. Davor hat sie bei verschiedenen Stiftungen sowie dem Think Tank der Spendenplattform betterplace.org gearbeitet. Datum und Uhrzeit: 28. Juni 2017, 11:00 – 12:00 Uhr ZUR ANMELDUNG

Impulsworkshop „Unternehmenskooperationen initiieren“

Sie haben schon länger die Idee, dass es in Ihrer Stadt oder Region mehr und regelmäßigere Kooperationen zwischen Unternehmen und Zivilgesellschaft geben sollte - und Sie möchten wissen, was man dafür tun und wie man damit relativ einfach beginnen könnte? Antwort erhalten Sie im Regionalen Impulsworkshop „Neue Verbindungen schaffen – Unternehmenskooperationen vor Ort initiieren“, zu dem upj Sie gemeinsam mit der Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. und den Lagfas Brandenburg und Sachsen-Anhalt einladen. Termin: 16. Juni 2017 von 10.30 bis 16.30 Uhr Ort: Franckestraße 5, 06110 Halle Gastgeber: IHK Halle-Dessau www.upj.de/impulsworkshop Der Workshop richtet sich an gemeinnützige Organisationen und kommunale Stellen, die neue Kooperationen engagierter Unternehmen, zivilgesellschaftlicher Organisationen und der öffentlichen Verwaltung in ihrem Gemeinwesen entwickeln möchten, und bietet: drei erfolgreiche Konzepte, die bereits in vielen Städten funktionieren, konkrete Erfahrungen und Vorgehensweisen aus der Praxis, praktische Tipps und hilfreiche Materialien. Anschließend sind Sie gut gerüstet, um neue Kooperationen zwischen Wirtschaft und Gemeinwesen in Ihrer Region auf den Weg zu bringen, die neues Engagement, Kompetenzen und Ressourcen schaffen. Die Regionalen Impulsworkshops werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das ausführliche Programm und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter www.upj.de/impulsworkshop  

Die vernetzte Kommune

Sich zu vernetzen, ein funktionierendes Netzwerk zu bilden – was simpel klingt, kann in der kommunalen Praxis sehr schwierig sein: Was braucht eine Organisation, um kooperationsfähig zu sein? Wie kann ein Netzwerk auf Wirkung ausgerichtet werden? Und welche Kompetenzen braucht ein Netzwerk- und Quartiersmanager? Die Veranstaltung „Die vernetzte Kommune“ der Bertelsmann Stiftung (Projekt: Synergien vor Ort) am 14. Juni 2017 in Düsseldorf Kaiserswerth (Hotel MutterHaus) widmet sich dem Mehrwert kommunaler Netzwerkarbeit mit einem Fokus auf die Felder der Senioren- sowie Kinder- und Jugendarbeit. Ziel der Veranstaltung ist es, auf konkrete Herausforderungen in der Netzwerkarbeit einzugehen, Handlungsansätze aufzuzeigen und gemeinsam mit Beteiligten Lösungen zu entwickeln. Zielgruppe der Veranstaltung sind VertreterInnen aus Kommunen und von Nonprofit-Organisationen (insb. freien Trägern) aus den Feldern Senioren- und Kinder- und Jugendarbeit. Auch das praktische Netzwerken steht im Fokus – u.a. ist für den Vorabend des 14. Juni geplant, die Veranstaltung mit einem Get-Together aller Teilnehmenden zu beginnen. Hier finden Sie das Veranstaltungsprogramm sowie kurze Workshop-Beschreibungen. Die Registrierung für diese Veranstaltung erfolgt online. Bitte melden Sie sich über folgenden Link an: Zur Anmeldung.

Unternehmenskooperationen in der Engagierten Stadt

In einer Engagierten Stadt gibt es wirkungsvolle Kooperationen um die Stadt lebenswerter zu gestalten. Die lokale Wirtschaft ist dabei ein wichtiger Akteur. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Wirtschaft ins zivilgesellschaftliche Tun und Mitwirken einzubinden: wie, zeigt Ihnen unser Erklärfilm.

Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“ wird fortgesetzt

Das Programm "Engagierte Stadt" unterstützt seit 2015 den Aufbau bleibender Engagementlandschaften. Um die Nachhaltigkeit des Programms zu sichern, startet 2018 eine zweite Förderphase. [caption id="attachment_3051" align="alignnone" width="870"] Elke Ferner mit den Akteuren des Programms "Engagierte Stadt" © Anna Rozkosny[/caption] Am 27. April hat die Parlamentarische Staatsekretärin bei der Bundesfamilienministerin, Elke Ferner, das dritte Vernetzungstreffen im Programm "Engagierte Stadt" eröffnet. In ihrer Begrüßungsrede unterstrich sie die Bedeutung lokaler Netzwerke für eine stabile Engagementstrukur: "Deutschland hat eine aktive Zivilgesellschaft: rund 30 Millionen Menschen sind bürgerschaftlich engagiert. Dieses Engagement benötigt professionelle und gut vernetzte Anlaufstellen vor Ort. Hier setzt das Netzwerkprogramm 'Engagierte Stadt' an: An 50 Standorten in Deutschland unterstützt es den Aufbau bleibender Engagementlandschaften. Diese erfolgreiche Arbeit zeigt, dass Engagement nicht nur eine Sache des Einzelnen ist. Es braucht viele Akteure vor Ort, die sich gegenseitig unterstützen und zusammenarbeiten. Ich freue ich mich, dass das Netzwerkprogramm in 2018 fortgesetzt wird." Zweite Programmphase Die "Engagierte Stadt" begleitet Menschen und Organisationen vor Ort auf ihrem gemeinsamen Weg zu starken lokalen Verantwortungsgemeinschaften. Das Netzwerkprogramm fördert keine Projekte, sondern Kooperationen aus Zivilgesellschaft, Politik und Unternehmen. Um die begonnen Arbeit zu verstetigen und die Nachhaltigkeit der Netzwerke zu sichern, wird es von 2018 bis 2019 eine zweite Programmphase geben. Ab Mitte Mai 2017 können sich alle 50 bisherigen Standorte für eine Teilnahme an der Verstetigungs- und Transferphase bewerben. Als Förderer kooperieren die öffentliche Hand (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und als Partner der zweiten Phase sechs Stiftungen (Bertelsmann Stiftung, Bethe-Stiftung, Breuninger-Stiftung, Joachim Herz Stiftung, Körber-Stiftung, Robert Bosch Stiftung). Die Partner legen dafür nicht nur Geld in einen Topf, sondern stellen auch Erfahrungen und Kompetenzen zur Verfügung. Die Partner der ersten Phase des Programms sind: Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Bertelsmann Stiftung, die BMW Foundation Herbert Quandt, der Generali Zukunftsfonds, die Herbert Quandt Stiftung, die Körber-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung.
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