Das bewegt die engagierte Stadt

Religionsmonitor Flüchtlingshilfe

Im Spätsommer 2015 stellte die Flüchtlingssituation Deutschland vor große Herausforderungen. Es formierten sich zahlreiche Initiativen, um für die neu Angekommenen Unterstützung im Alltag zu organisieren. Viele dieser Hilfsinitiativen gingen von Religionsgemeinschaften aus. Kirchen, Moscheen und andere Glaubenshäuser haben ihre Räumlichkeiten für die Geflüchteten, aber auch für die Organisation der Flüchtlingshilfe geöffnet.

Es gab allerdings auch kritische Stimmen – diese betrafen insbesondere das Engagement der Muslime. Einerseits wurde ihnen vorgeworfen, sich zu wenig an der Flüchtlingshilfe zu beteiligen. Andererseits wurden in der Öffentlichkeit mögliche Versuche der Einflussnahme auf Geflüchtete durch radikale salafistische Prediger diskutiert.

Diese Wahrnehmungen und Debatten hat die Bertelsmann Stiftung zum Anlass genommen, genauer zu fragen, welche Rolle Religion und religiöse Einstellungen für die Flüchtlingshilfe spielen. Relevante Aufschlüsse dazu liefert der Religionsmonitor 2017, dessen repräsentative Daten die Basis der vorliegenden Studie bilden.

Sprache lernen mit Herz und Hand

Sprache ist der einer der entscheidenden Schlüssel zur Integration geflüchteter Menschen. Um jungen Menschen einen Einstieg in die deutsche Sprache zu ermöglichen, organisierte die Stiftung Bethel ein Sprachcamp für junge unbegleitete Flüchtlinge in einer ihrer Clearing-Einrichtungen.

Die Bertelsmann Stiftung förderte diese Fortbildung, die Tätigwerden und Lernen in einen Kontext stellte. Eine Gruppe junger Männer baute innerhalb einer Woche ein Drachenboot. Diese Tätigkeit war mit einer intensiven Sprachförderung verbunden: Die jungen Männer erlernten die für diesen Arbeitskontext notwendigen Vokabeln und die erforderlichen grammatischen Strukturen.

Ziel der vorliegenden Broschüre ist es, die Frage zu beleuchten, wie diese Idee für die Zielgruppe junge Flüchtlinge in andere Kontexte transferiert werden kann, welche Bedingungen für das Gelingen eines solchen Projektes vorliegen und welche besonderen Erfahrungen Nachahmer berücksichtigen sollten.

Weiterführender Link: http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/sprache-lernen-mit-herz-und-hand/

Gießens Konzept, zum Dritten

Im ersten und zweiten Teil unseres Berichts aus Gießen hatten wir unser Konzept und vier von sechs Arbeitsschwerpunkten vorgestellt:

  • Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen
  • Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage
  • Den Boden bereiten – Engagement im Quartier
  • Persönliche Unterstützung und Hilfe

Hier nun die letzten zwei unserer sechs Schwerpunkte.

Engagement für Asylsuchende und Migranten

Gerade bei Asyl und Migration zeigt sich, dass es ohne ergänzende Hilfen und Bereitschaften aus der Bürgerschaft kaum möglich ist, ein System flexibler, rascher und persönlicher Unterstützung aufzubauen. In Gießen gibt es in diesem Bereich eine Vielfalt von Initiativen und freiwillig Aktiven. Wir möchten darauf hinwirken, dass auch das Erfahrungswissen und die Kompetenz dieser „neuen Bürgerinitiativen“ Anerkennung finden.

Dass das Freiwilligenzentrum für Deutschkurse, wo alltagsnah Sprache geübt wird, seine Räume zur Verfügung stellt, ist selbstverständlich. Darüber hinaus sind wir jedoch bei verschiedenen Runden Tischen und auch bei Koordinationsveranstaltungen aktiv, zu denen Politik und Verwaltung im Kreis zusammen mit einem großen freien Träger einladen. Mit der Übernahme der Moderation und unserer Beteiligung an solchen Veranstaltungen möchten wir vor allem darauf hinwirken dass die in vielen verschiedenen kleinen Gemeinden und Ortsteilen neu entstandenen lokalen Helferinitiativen nicht nur genutzt und organisatorisch eingebaut, sondern auch mit ihren Problemen und ihrem Erfahrungswissen anerkannt und gehört werden.

Engagement & Partizipation, Lokale Bürgergesellschaft und Politik

Engagement und Beteiligung haben in Gießen viele Gesichter. Das ist gut so. Aber die Fähigkeit einander wahrzunehmen und bei aller Verschiedenheit auch Gemeinsames zur Sprache bringen zu können, kommt nicht von selbst. Das gilt für die Vereine und Initiativen untereinander und auch für das Verhältnis von Stadtpolitik Verwaltung und Bürgerschaft.

FSA Ju InisWichtig ist hier ein von uns organisiertes regelmäßiges Netzwerktreffen, das etwa alle zwei Monate stattfindet – jeweils bei einer anderen Initiative oder Verein. Man stellt sich vor, lernt sich besser kennen und legt Themen von gemeinsamem Interesse fest – so wie z. B. bei der Diskussion über Ecken und Kanten wirtschaftlicher Tätigkeit gemeinnütziger Vereine: kann ein Verein für einen Bürgerpark einen eigenen Kiosk betreiben? In Gießen haben sich auch Initiativen und Netzwerke gebildet, die vor allem von den Studierenden in dieser Universitätsstadt ausgehen. Sie haben eigene Räume und eine eigene Kultur von Arbeitsräumen, Treffpunkten / Cafés  entwickelt, wo sie an Projekten arbeiten, die von urban gardening über Kulturinitiativen bis hin zu Konzepten für ein neues urbanes Leben in der Stadt reichen. Hier bietet das Netzwerktreffen die Chance für ein „Multikulti“, so, dass solche neuen Initiativen und eher traditionelle Vereine sich kennenlernen können. Wir sind auch dabei, wenn es im Stadttheater Veranstaltungen für eine „Offene Gesellschaft“ gibt, etwa zu Fragen des zusammen Lebens mit neu angekommenen Flüchtlingen, in Sachen Wohnen und Mobilität.

Zur Jahreswende geht auch unsere „Interaktive Plattform“ ans Netz. Sie dient nicht zuerst unserer Selbstdarstellung als Freiwilligenzentrum sondern sie soll allen Vereinen und Initiativen in Stadt und Landkreis Gießen als Mitteilungsplattform dienen und die Möglichkeit zur Einmischung geben. Hier treffen traditionelles und neues Engagement aufeinander und kommen dabei einander vielleicht auch näher.

Im Bereich der Bürgerbeteiligung hat sich die Stadt Gießen eine eigene Satzung gegeben. Wir möchten, dass dieser Ansatz auch im Umgang mit Vereinen und Projekten der Bürgerschaft wirksam wird. Bürgerbeteiligung und Unterstützung von Engagement in Vereinen und Projekten sollten nicht länger als zwei ganz verschiedene paar Schuhe angesehen werden. Aus dieser Überzeugung heraus machen auch wir nun auch beim Arbeitskreis Bürgerbeteiligung mit, in den wir offiziell von der Stadt Gießen berufen worden sind.

Soweit unser Konzept und unsere Arbeit aus der Engagierten Stadt Gießen. Bitte fragen und kommentieren Sie!

Sprachkurs „Mama lernt Deutsch“

Im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt Illingen“ ist es dem ASB Ortsverband Illingen gelungen, einen ganz besonderen Sprachkurs für Geflüchtete anzubieten. Seit 15. November 2016 können sich Flüchtlingsmütter mit der deutschen Sprache vertraut machen. Der Sprachkurs „Mama lernt Deutsch“ wendet sich an eine Zielgruppe, die aufgrund ihrer familiären Einbindung bei der sprachlichen Integration benachteiligt ist. Als Mütter und Hausfrauen versorgen sie oft einen Mehrpersonenhaushalt und finden kaum Gelegenheit, die deutsche Sprache zur Bewältigung vielfältiger Alltagssituationen zu erlernen. Der tägliche Einkauf, der Arzt- oder Behördenbesuch und die dafür erforderlichen Terminabsprachen sowie die Verständigung mit dem Kindergarten- und Schulpersonal sind Herausforderungen, denen sich viele Flüchtlingsfrauen nicht gewachsen fühlen. Sie können aufgrund fehlender Kindergarten- und Schulplätze die vielfältigen Sprachkurs-Angebote aufgrund ihrer Betreuungsaufgaben nicht wahrnehmen.

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Foto: Thomas Keller, Gemeinde Illingen

Diese Situation hat die „Engagierte Stadt Illingen“ beim ASB Illingen aufgegriffen und ein Sprachkurskonzept entwickelt, das der Lebenssituation geflüchteter Mütter gerecht wird. Mit finanzieller Unterstützung des ASB-Bundesverbandes Köln und der „Aktion Deutschand hilft“ hat das Projektteam Anke Thome und Horst Maas – zusammen mit weiteren engagierten Ehrenamtlichen – ein Gesamtpaket entwickelt, das Abhol- und Rückfahrdienst mit Kleinbussen, Betreuung der nicht in Kindergärten bzw. Schulen untergebrachten Kinder und  selbstverständlich auch den Deutsch-Sprachkurs gewährleistet. 27 Mütter in 3 Lerngruppen machen sich – zusammen mit 3 erfahrenen Sprachlehrern – mit der deutschen Sprache vertraut, während sich qualifizierte Betreuerinnen in getrennten Räumlichkeiten um bis zu 35 Kinder kümmern. Die Motivation bei den Teilnehmerinnen ist nicht zuletzt auch deshalb ungebrochen, weil sie nach festem Fahrplan morgens von einem zweiköpfigen Fahrdienst zu Hause abgeholt und nach dem 90minütigen Unterricht mit ihren Kindern wieder zurück gebracht werden. Ein Angebot, das von der Zielgruppe besonders geschätzt wird, zumal die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln im ländlichen Bereich nicht optimal ist und die Fahrpreise das Familien-budget zu sehr belasten würden. Der Unterricht und die Betreuung der Kinder findet morgens im alten Schulgebäude „Auf der Lehn“ in Illingen statt, in dem auch die Freiwillige Ganztagesschule (FGTS) untergebracht ist.

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Foto: Thomas Keller, Gemeinde Illingen

Der Sprachkurs „Mama lernt Deutsch“ wird zunächst bis zum Frühjahr 2017 weitergeführt – nach gesicherter Folgefinanzierung auch gerne darüber hinaus.
Dr. Armin König, Bürgermeister der Gemeinde Illingen und Guido Jost, Landesvorsitzender des ASB Saarland, äußerten sich begeistert über den gelungenen Start dieses Projekts. Der Bürgermeister sagte dem ASB weiterhin seine aktive Unterstützung zu.

Unsere neuen Nachbarn sind Muslime

Rund 30 Muslime und Christen kamen vergangenen Freitag zu der Veranstaltung „Unsere neuen Nachbarn sind Muslime: wie glauben sie?“ Eingeladen hatte „über Zaun und Grenze“, das Netzwerk für ehrenamtliches Engagement in Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen des Landkreises Neustadt a. d. Aisch – Bad Windsheim.

Thomas Kreitschmann, Mitarbeiter des Bundesamtes für Flüchtlinge und Migration, beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren intensiv mit dem Islam. Er nahm die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte, Kultur und Theologie des Islams und leitete dann über in den offenen Austausch zwischen anwesenden Muslimen und Christen. Als Religion des göttlichen Gesetzes legt der Islam fünf grundsätzliche Pflichten fest, die alle Muslime einzuhalten haben: Das Glaubensbekenntnis, die fünf täglichen Gebete, die Wohltätigkeit gegenüber Mitmenschen, das Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka. Kreitschmann erläuterte Aussagen des Korans wie z. B. zum Thema „Gewalt“ oder zur Stellung der Frau und dass Dschihad eigentlich nur „die Anstrengungen eines Muslimen auf dem Weg zu Gott“ bedeutete.

zaunIn einer Welt, in der die Menschen aufgrund von Bevölkerungsentwicklung, Ressourcenverteilung oder Fluchtbewegungen immer enger zusammenrücken, finden sich schon unter den nächsten Nachbarn eine Vielzahl von Meinungen und religiösen Prägungen. Setzen wir uns damit auseinander, sind wir oft herausgefordert, unser eigenes Welt-, Menschen- und Gottesbild zu überdenken und klar Stellung zu beziehen, so Kreitschmann. „Was glaube ich?“ wird zur grundlegenden Frage. Die persönlichen Antworten, die jeder einzelne aufgrund seiner individuellen Erfahrungen und Überzeugungen darauf findet, bestimmen unser Zusammenleben mit anderen.

Im lebendigen Gespräch miteinander entbrannte anschließend eine Diskussion am Beispiel des schulischen Schwimmunterrichts. Sollten muslimische Kinder davon befreit werden können oder ist in jedem Fall an dieser Schulpflicht festzuhalten? Rasch wurde klar, dass gerade die Unterschiede im gelebten Glauben zu Problemen im täglichen Zusammenleben führen können. Hier müssen konkrete und allgemeingültige Lösungen gefunden werden. Aussagen wie „wir sollten mehr Gleiches suchen als Trennendes“, „jeder hat das Recht auf seine Religion“, „auf den Menschen kommt es an“, „wir sind alle nur Gast auf dieser einen Erde“ spiegelten jedoch die vorherrschende Meinung wieder, dass nicht die Zugehörigkeit zu einer Religion entscheidend ist für ein friedliches Miteinander. Vielmehr sollten wir einander offen und respektvoll begegnen und den Glauben des Gegenübers anerkennen können. Denn im friedlichen Zusammenleben geht ist nicht nur um den Dialog der Religionen, sondern vor allem um den Dialog der Menschen.

Eine Grundschülerin aus Syrien, die mit ihren Eltern Gast des Abends war, drückte es so aus: „Wir mussten fliehen und sind jetzt hier in Deutschland. Hier sind wir sicher und haben viele gute Menschen kennengelernt, die uns helfen. Wir sind dankbar und möchten in Frieden mit allen leben.“

bagfa-integration.de ist online

bagfa1Von der Willkommenskultur über Begegnungen zwischen Geflüchteten und Einheimischen bis hin zu Teilhabe-Angeboten für geflüchtete Menschen: Tausende Menschen haben sich seit Sommer 2015 tatkräftig in der Flüchtlingshilfe engagiert. Freiwilligenagenturen sind dabei mittendrin und tragen dazu bei, dass bürgerschaftliches Engagement ein wichtiger Faktor für die Integration zufluchtssuchender Menschen ist. Sie informieren und begleiten Freiwillige, schaffen Begegnungen zwischen Einheimischen und Zufluchtssuchenden, initiieren eigene Projekte, fördern das Engagement von Geflüchteten, vernetzen Initiativen und Organisationen vor Ort und nehmen oft eine koordinierende Rolle im Engagement für, mit und von geflüchteten Menschen ein.

bagfaEs ist von zentraler Bedeutung diese Infrastruktur zu fördern. Nur mit ihr kann bürgerschaftliches Engagement weiterhin ermöglicht, verstetigt und weiterentwickelt werden und nicht zuletzt ein Integrationsmotor bleiben. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) e.V. hat daher zum Internationalen Tag des Ehrenamts eine neue Website zum Thema „Engagement für, mit und von geflüchteten Menschen gestalten“ veröffentlicht.

Zwölf Leitfragen dienen unter bagfa-integration.de zur Rollenklärung einer Freiwilligenagentur und als Reflexionsrahmen für das umfangreiche Feld, z.B.

  • Wie können neue Freiwillige gewonnen werden?
  • Wie kann das Engagement von Geflüchteten gefördert werden?
  • Wie kann ein Patenschaftsprojekt entwickelt und umgesetzt werden?

Die Antworten auf diese Fragen werden durch zahlreiche Praxiserfahrungen und Beispiele von Freiwilligenagenturen anschaulich illustriert.

Expertinnen und Experten aus Freiwilligenagenturen und dem Bereich „bürgerschaftliches Engagement“ geben Leseempfehlungen und bieten so einen Kompass durch das immer umfangreichere und dadurch nicht zuletzt unübersichtlich werdende Angebot an Publikationen zur Flüchtlingshilfe. Die bisherige Materialliste der bagfa bleibt weiterhin als ein – nach Themen gegliederter – Infopool bestehen und wird regelmäßig ergänzt.

refugeesDie Website richtet sich in erster Linie an Freiwilligenagenturen und andere Infrastruktureinrichtungen im bürgerschaftlichen Engagement, die im Feld Engagement für, mit und von geflüchteten Menschen aktiv sind. Das Handbuch ist auch als PDF erhältlich.

Bereits im Juni 2016 veröffentlichte die bagfa gemeinsam mit der Stiftung Bürgermut das E-Book „Refugees. Richtig gute Projekte, Tipps & Tools“. Darin stellt die bagfa die Leistungen von Freiwilligenagenturen in der Flüchtlingsarbeit vor. Zu finden sind außerdem zahlreiche Initiativen und Projekte zum Nachmachen, Tipps von Engagierten für die Arbeit vor Ort und Hinweise auf hilfreiche Tools und Plattformen.

 

Ein Sommer voller Lernspaß

Ferien. Das heißt für die Schülerinnen und Schüler in Illingen endlich Sommer, Freibad, und natürlich: keine Bücher. Oder?

blog01 Für 30 syrische Kinder kommt das erst einmal nicht in die Tüte. In den ersten zwei Ferienwochen wollen sie viel lieber weiter lernen. Vom 18. bis 27. Juli wurden sie morgens in drei Lerngruppen von ehrenamtlichen Lehrerinnen und Lehrern in Deutsch unterrichtet. Nach einer gemeinsamen Pause mit Fußball, Seilspringen und Erholung ging es dann für die Zweit- bis Neuntklässler weiter. Bis 15 Uhr lernten sie in altersgerechten Kleingruppen Mathematik, Biologie, Chemie und Physik mit deutschen und syrischen Lehrern.

 
Das Projekt „Fit für die Schule“ der Engagierten Stadt Illingen will den Kindern durch zusätzliche Sprachförderung den Anschluß an den Unterricht blog02der Regelschule erleichtern. Neben dem allgemeinen Sprachunterricht werden vor allem fachbezogene Vokabeln, Textverständnis und Grundlagen des Fachunterrichts vermittelt. Möglich ist das Projekt durch das freiwillige Engagement vieler Ehrenamtlicher des ASB, der katholischen Pfarrgemeinde, von Schülerinnen und Schülern der Aktion Palca des Illtal-Gymnasiums, von pensionierten Lehrerinnen und Lehrern und von Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt zusätzlich von der ver.di Jugend Bezirk Region Saar Trier, die einen Teilerlös aus verkauften REFUGEES WELCOME Bändchen für Unterrichtsmaterial  zur Verfügung gestellt hat.

Der Mathematikunterricht ist besonders lebendig. Hier lernen die Mädchen und Jungen mit der saarlandweit einzigen MATHS4REFUGEES Box der Stiftung Rechnen praktisch mit Bastel- und Knobelaufgaben, Körpern, Murmeln und Spielen. Angeleitet werden sie dabei von Petra Naumann-Kipper, die als Rechenschwächetrainerin das Privatinstitut für mathematisches Lernen und Weiterbildung in Illingen leitet, und ihren Kindern Jasmin und David. Mathematik in der Sommerschule bedeutet, dass Kinder traurig sind, wenn der Unterricht vorbei ist.

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Die Sommerschule begeistert Kinder und Helfer gleichzeitig, denn so macht Lernen auch in den Ferien Spaß. Das Projekt entstand als Idee des Integrationszirkels Illingen IZI, in dem sich syrische Bürgerinnen und Bürger der einzelnen Ortsteile für ein gutes gemeinsames Leben aller Bürgerinnen und Bürger der Großgemeinde engagieren. Der Integrationszirkel, dem auch eine syrische Schülerin angehört, wird die Sommerschule am Ende der Ferien auswerten und möchte die Ergebnisse für die weitere Integrationsarbeit nutzen.

Von Anke Thome, ASB Ortsverband Illingen

Studie zu Flüchtlingshilfe in Kommunen

bst_blogIm Rahmen der von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Studie „Koordinationsmodelle und Herausforderungen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe in den Kommunen“ wurde in 17 Kommunen untersucht, wie das Engagement vor Ort organisiert und die Zusammenarbeit zwischen Initiativen, Kommunalverwaltung und anderen Einrichtungen funktioniert.

Die qualitative Erhebung zeigt dabei, dass das Engagement weiterhin stark ist, sich zunehmend professionalisiert und verschiedene Wege der Koordination beschritten wurden. So fanden die Forscher drei Typen von Koordination vor: Durch zumeist ehrenamtliche KoordinatorInnen in den Initiativen, durch runde Tische und durch zentrale Koordinationsstellen, die in der Verwaltung oder bei freien Trägern eingerichtet wurde. Als Ideal beschreibt die Studie hierbei, wenn alle Formen der Koordination gleichzeitig und nebeneinander existieren. Zudem gibt die Studie Hinweise auf noch bestehende Herausforderungen und gibt hierzu Handlungsempfehlungen.

Sie können die Studie über den folgenden Link herunterladen.

Blog aus Heidenheim

Im Herbst 2015 gingen bei der Heidenheimer Freiwilligen-Agentur „Ich für uns“ täglich zwischen 70 und 90 Anrufe ein von Menschen, die sich wegen der zunehmenden Anzahl ankommender Flüchtlinge informieren wollten zu Sach- und Geldspenden, die Räume oder Wohnungen zur Verfügunge stellen wollten oder ihre Zeit für Flüchtlinge nutzen wollten –  die Freiwilligen-Agentur wurde zur Anlaufstelle für alles und Jeden, was schließlich zur Überlastung führte.

heidenheimAls Lösung entwickelte die Koordinierungsstelle zusammen mit den angestellten Studenten und einem Online-Fachmann innerhalb von 3 Tagen den Blog www.heidenheim.de/fluechtlinge und sorgte dabei auch für einen erstmaligen Startschuss der Wohlfahrtsverbände. Der Blog informiert Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Heidenheim rund um das Thema „Helfen im Bereich Flüchtlinge“, wird regelmäßig aktualisiert, erreicht durch das Internet Jung und Alt und zeichnet klare Zuständigkeiten ab. Er beantwortet beispielsweise Fragen zu Kleider- und Sachspenden. Vor allem aber vernetzt und informiert er alle Akteure, zeigt Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement auf und informiert aktuell wo welche Hilfe benötigt oder zu bekommen ist. Die Administration des Blogs liegt bei „Ich für uns“, jedoch haben relevante Akteure Autorenrecht und können selbst aktuelle Informationen posten.

Das freiwillige Engagement der Bürgerinnen und Bürger wird über die Freiwilligen-Agentur aber auch stark über den Blog gebündelt und ehemalige bewährte Strukturen konnten wieder hergestellt werden. Seit Entstehung des Blogs wird er mit insgesamt 18.000 Zugriffen und 36 Followern sehr gut angenommen und ist als Arbeitsinstrument nicht mehr wegzudenken.

Von Naemi Oelkuch, Ich für uns – Freiwilligen-Agentur HDH

Ein Leuchtturm für den ASB Illingen

In seinem „Jahr der Integration“ macht der ASB auf das außergewöhnliche Engagement und den großen Einsatz unzähliger hauptamtlicher, ehrenamtlicher und freiwilliger Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingshilfe und für die Integration der Neubürger aufmerksam. Der ASB-Bundesverband hat bundesweit nach innovativen, zukunftsfähigen Integrationsprojekten innerhalb des ASB gesucht und diese zu „ASB-Leuchttürmen für Flüchtlingshilfe und Integration“ gekürt. 15 Leuchtturmprojekte zeichnet der ASB in seinem Jahr der Integration für besonderen Einsatz zugunsten Geflüchteter und deren Integration aus.

Unter den 15 ausgezeichneten Projekten befindet sich auch der Ortsverband des ASB Illingen für sein Projekt „Engagierte Stadt Illingen“. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde am 07. Juni 2016 in den Räumen des ASB Illingen der Ortsverband Illingen mit der Übergabe des „ASB Leuchtturms für Flüchtlingshilfe und Integration“ geehrt. Die Ehrung wurde vom ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch im Beisein des ASB-Landesvorsitzenden Guido Jost und des Bürgermeisters Dr. Armin König vorgenommen. Die Ehrung nahm Inge Fuhr, die Vorsitzende des Ortsverbandes Illingen, mit Stolz und Freude in den Augen entgegen.

IMG_0039Herr Bauch dankte dem ASB Illingen für  seinen unermüdlichen und vorbildlichen Einsatz bei der Bewältigung der Flüchtlingsarbeit. Ein besonderes Lob gilt den vielen engagierten Ehrenamtlichen, ohne die eine erfolgreiche Flüchtlingshilfe nicht möglich gewesen wäre. Der Erstausstattung ankommender Flüchtlinge mit Bekleidung, Schuhen und notwendigen Haushaltsgegenständen hat sich die Kleiderkammer angenommen, Sprachkurse wurden von ehrenamtlichen Lehrern durchgeführt und viele Freiwillige haben unter dem Dach des ASB persönliche Betreuung insbesondere von Flüchtlingsfamilien zur Ehrensache gemacht.

Mit dem Netzwerk „Engagierte Stadt“ koordiniert der ASB Illingen, unter der Projektleitung von Anke Thomé,  das bürgerschaftliche Engagement für Geflüchtete in der saarländischen Gemeinde Illingen. Die Partner sind Vereine, Kirchengemeinden, Schulen und die Kommune selbst. Unter der Führung des ASB ist ein großes, starkes Netzwerk entstanden. Alle Partner tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass Integration gelingt. „Wer seine Heimat verliert, findet bei uns eine neue“ ist gelebtes Motto in der Gemeinde Illingen.

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