Das bewegt die engagierte Stadt

Ein Zeichen offener Gesellschaft

Der bundesweite Aufruf am 17. Juni 2017 an alle Bürger des Landes lautete: Mit Tischen und Stühlen zusammenrücken und ein Zeichen der Gastfreundschaft und Liberalität für ein offenes Deutschland setzen. Der NeuStadtGarten, ein Kooperationsprojekt des Freiwilligenzentrums und der Stadt Neustadt a. d. Aisch, machte mit und lud zu einem gemeinsamen Frühstück ein.

Alt und Jung beisammen im NeuStadtGartenAb 10 Uhr war die lange Tafel im NeuStadtGarten reichhaltig gedeckt. Knapp 30 Gäste steuerten noch leckere Sachen dazu bei. So konnte nach Herzenslust „getafelt“ und geplaudert werden. Klein und Groß, Alt und Jung, mit Kinderwagen oder Rollstuhl rückten zu einem bunten Miteinander zusammen. Rund um den Feuerplatz wurden Geschichten vorgelesen sowie traditionelle und moderne Lieder gesungen. Ihre kreativ gestalteten Fußabdrücke hinterließen die Gäste im Quittenbaum.

„Was macht dich glücklich?“ wurde jeder Gast gefragt. Ihre Gedanken konnten sie anonym auf Karten beantworten. Darauf fanden sich Antworten wie das vorurteilsfreie Miteinander und ins Gespräch kommen in Offenheit, Gemeinschaft erleben, die Geselligkeit im Garten und die schönen Begegnungen im Grünen. In diesem gemeinsamen Frühstück bestätigt sich die Aktion und die Absicht der Initiative der „Offenen Gesellschaft“, ein Zeichen zu setzen für mehr Demokratie und für ein pluralistisches, europäisches und offenes Deutschland. Einigkeit und Recht und Freiheit – im NeuStadtGarten wurde dies spür- und erlebbar!

Essen in Gemeinschaft

20170130_130037Erstmalig auf dem Mittelrain wurde ein gemeinsames Mittagessen von „In guter Nachbarschaft – Caring Community Mittelrain“ – einem Stadtteil der Engagierten Stadt Heidenheim organisiert.  Jung und Alt waren herzlich eingeladen, im Ökumenischen Gemeindezentrum auf dem Mittelrain in Gemeinschaft ein vollwertiges Mittagessen zu genießen. Organisiert wurde das Ganze von den Ehrenamtlichen des Kooperationsprojekts von Haus der Familie e.V. und Stadt Heidenheim „In guter Nachbarschaft – Caring Community Heidenheim“. Die Kosten für eine Person betrugen fünf Euro. Zur besseren Organisation war eine Anmeldung bei Sozialarbeiterin Simona Frei vom Haus der Familie erbeten.

Der Gedanke hinter diesem Angebot ist, Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen, Alt und Jung zusammen zu bringen, sowie der Isolation entgegenzuwirken – und in Gesellschaft schmeckt‘s doch gleich viel besser! Dieses Angebot wurde von den BewohnerInnen des Mittelrains sehr gut angenommen. Über 30 Personen ließen sich das schwäbische Gericht schmecken und freuten sich, dass das gemeinsame Mittagessen im März wiederholt wird.

 

Konzept und Praxis in Gießen, Teil 2

Im ersten Teil unseres Berichts aus Gießen hatten wir unser Konzept und zwei von sechs Arbeitsschwerpunkten vorgestellt:

  • Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen und
  • Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage.

Den Boden bereiten – Engagement im Quartier

In Gießen arbeiten wir mit der städtischen Wohnbaugesellschaft daran, über Mieterräte Beteiligungsmöglichkeiten auszubauen. Mehr und mehr einbeziehen wollen wir, was sich darüber hinaus an Initiativen zur Revitalisierung des Quartierslebens und zur Stärkung von Nachbarschaften entwickelt.

Flüchtlinge aIn einigen Wohnvierteln in Gießen engagieren sich die Bewohner für ein besseres Miteinander – z. B. zwischen angestammten Bewohnern und Neuankömmlingen. Nachbarschafts- und Mieterarbeit heißt, mit dem Quartier vertraut werden und miteinander ins Gespräch kommen. Wir haben Rundfahrten, gemeinsame Quartiersspaziergänge, ein Sommerfest und Mieterstammtische organisiert. Für jeden Folgetermin werden die Themen gemeinsam festgelegt. Rechtliche Rahmenbedingungen kamen genauso zur Sprache wie Kommunikation in Konfliktsituationen, Grünflächenbepflanzung und Spielplatzgestaltung. Jeden Donnerstag gibt es bei uns im Freiwilligenzentrum ein MitMachInfo. Hier können sich Mieter nicht nur informieren, sondern auch selber Projekte an den Start bringen. Ein erstes Klima-Projekt zum verantwortungsvolleren Umgang mit Energie ist in Planung.

Persönliche Unterstützung und Hilfe

Wie vermittle ich persönliche Unterstützung und Schutz der Privatsphäre, Nähe und Distanz, Hilfe und Respekt? Solche Fragen stellen sich quer durch die Einzelbereiche in denen sich Menschen für Menschen in einer „Eins zu Eins Beziehung“ engagieren, ob als Paten, Mentoren oder Betreuer. Solche engagierte und ehrenamtliche persönliche Unterstützung und Anwaltschaft versuchen wir auszubauen und zu stabilisieren.

Flüchtlinge bSeit einigen Jahren begleitet und fördert das Freiwilligenzentrum Ansätze der persönlichen Unterstützung, Beratung und Betreuung – sei es bei Lernhilfen im Schulbereich, der Tätigkeit von Mentoren für Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben, Alltagshilfen für Menschen mit Demenz oder bei Lotsen und Paten, die Flüchtlingen im Umgang mit Behörden helfen. Gemeinsam mit der Stadt hat das Freiwilligenzentrum 2016 Integrationslotsen qualifiziert. An zwei Tagen in der Woche stehen sie Menschen mit Migrationshintergrund unterstützend zur Seite. Die ersten Geflüchteten haben zum Beispiel bereits begonnen, sich als Paten für Neuankommende zu engagieren. Ein anderes Beispiel: Für Menschen, die mit einer akuten Erkrankung und einer Demenz in ein Krankenhaus eingeliefert werden, konnten wir mit dem Evangelischen Krankenhaus gemeinsam Wegbegleiter qualifizieren. Nach einem ersten Modelljahr startet im Januar 2017 die zweite Runde. Wir sind dabei, eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Qualifizierung für „persönliche Hilfen“ zu schaffen. Die gemeinsamen Aufgaben und Probleme werden 2017 Thema einer eigenen Veranstaltung sein.

Fortsetzung folgt!

Auswertung: Befragung zur Quartiersentwicklung

Auch in Worms geht es voran. Unser Ziel ist und war es, herauszufinden, was die Menschen in der Wormser Innenstadt beschäftigt, was sie als positiv und negativ empfinden und wobei sie bereit wären, sich zu engagieren. Gemeinsam mit einem professionellen Coach für Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit entwickelten wir Anfang des Jahres einen offenen Fragebogen, mit Hilfe dessen wir diese Stimmungsbild einholen konnten. Wichtig war bei der Zusammenstellung der Fragen, dass wir uns bewusst gegen einfach auszuwertende Entscheidungsfragen (also zum Beispiel „Gefällt Ihnen der Park in Ihrer Nähe?“) und für offene Fragen (wie „Was gefällt Ihnen hier?“) entscheiden haben. Wir wollten damit erreichen, dass wir zum einen wirklich mit den Themen konfrontiert werden, die die Bewohner beschäftigen und nicht mit jenen, die wir ihnen vorgeben würden. Zum anderen sollten diese offenen Fragen mehr Freiraum für kleine und größere Geschichten aus dem Alltag lassen, aus denen schließlich häufig ein besseres Bild der Situation hervorgeht, als aus bloßen Ja- und Nein-Antworten.

Stadtplan-QuartierNachdem ein ehrenamtliches Team von etwa zehn Personen gefunden worden war, wurden in einem ersten Schritt diejenigen Menschen in unserem Viertel interviewt, die ein berufliches Interesse am Stadtteil haben. 35 Gemeindeleiter, Geschäftsinhaber, Schuldirektoren, Politiker usw. wurden dabei zu ihrer Meinung befragt und erfreulicherweise konnten sich auch viele von ihnen ein Engagement für das Viertel vorstellen. Der folgende zweite Schritt war das Interviewen der Bewohner und Bewohnerinnen. Im Vorfeld von eingeworfenen Flyern angekündigt, gingen Interviewer-Teams von zwei Personen in einer Straße von Tür zu Tür und befragten die Wormser und Wormserinnen. Parallel dazu bestand auch die Möglichkeit, sich eigeninitiativ zu melden um einen Termin zu vereinbaren und somit ein besonders ausführliches Gespräch führen zu können. Diese Möglichkeit nutzte allerdings, wie zu erwarten war, nur ein knappes Dutzend der Betroffenen. Von ungefähr 3300 Menschen in diesem Quartier konnten fast 300 Haushalte und somit über 400 Einzelpersonen befragt werden. Auch wenn unsere Interviewer-Teams relativ häufig vor verschlossenen Türen standen, waren doch viele gerne bereit, Auskunft zu geben und konnten den Gedanken hinter der ganzen Aktion, nämlich ihr eigenes Wohngebiet lebenswerter zu machen, nachvollziehen.

Die Ergebnisse von beiden Interview-Runden, also von Professionellen wie auch Bewohnern, waren ähnlich. Neben der mangelnden Sauberkeit von Straßen und Anlagen und der schwierigen innerstädtischen Parkplatz-Situation, wurde vor allen Dingen die große Anonymität bemängelt. Glücklicherweise waren aber auch viele bereit, genau gegen diese Missstände anzugehen und könnten sich vorstellen, sich bei einem Nachbarschaftsfest oder einem Bürgertreff zu engagieren.

Der kommende dritte Schritt wird sein, zu einer Bewohnerversammlung Ende Oktober persönlich alle Interviewten, aber auch über Flyer und Presse alle Wormser, einzuladen um gemeinsam nächste Schritte zu planen. An diesem Abend werden sowohl die Ergebnisse der Interviews vorgestellt werden, als auch zu den am häufigsten genannten Themen erste Arbeitsgruppen entstehen, die sich aus Professionellen und Bewohnern zusammensetzen werden und hoffentlich auch längerfristig Bestand haben werden.

Nach diesem Bewohnertreffen wird es vor allem darum gehen, die einzelnen Gruppen in der Art zu begleiten, dass sie längerfristig selbstständig erfolgreich arbeiten und somit auch nach Ende des Projektes „Engagierte Stadt“ Worms nachhaltig verbessern.

Von Nicole Heinzelbecker, Engagierte Stadt Worms.

Befragung: Wormser Quartiersentwicklung

Aufgabe und Ziel der Engagierten Stadt Worms ist es, in Zusammenarbeit mit Bewohnern und Geschäftstreibenden im Wormser Innenstadtviertel ihren Wohnort zu verbessern, ihm eine eigene Identität zu verschaffen. Zu diesem Zweck wurden in einem ersten Schritt Interviews mit den sogenannten „Experten“ im Viertel geführt; mit all jenen, die ein berufliches Interesse an dem Quartier und seinen Bewohnern haben. Diese Phase ist mittlerweile abgeschlossen und die Ergebnisse stehen fest. Zurzeit laufen die Interviews mit den Bewohnern des Viertels, wobei auch dort ein Großteil schon geschafft ist.Stadtplan-Quartier

Lesen Sie nun hier von den Ergebnissen der geführten „Experten“-Interviews, vom aktuellen Stand der Dinge bei den Bewohner-Interviews und von Möglichkeiten der weiteren Entwicklung.

Ergebnisse der „Experten“-Interviews

34 Personen, darunter Gemeindevertreter, Ladenbesitzer und Dienstleister, wurden von fünf Interviewer-Teams dazu befragt, was ihrer Meinung nach im Quartier positiv ist, was nicht gut läuft, was geändert werden sollte und wobei sie bereit wären mitzuhelfen. Die jeweils häufigsten Antworten finden Sie hier:

Was empfinden Sie als positiv?

  • Die zentrale Lage (15 Mal genannt)
  • Die Kulturenvielfalt (11 Mal genannt)
  • Das Potential des Viertels; die historische Schönheit (8 Mal genannt)

Was empfinden Sie als negativ?

  • Viel Dreck, Müll, Hundekot auf den Straßen (12 Mal genannt)
  • Die schlechte Parksituation (11 Mal genannt)
  • Es gibt kein Nachbarschaftsgefühl, keine gemeinsame Identität (7 Mal genannt)
  • Das Viertel ist unattraktiv für Kinder / junge Familien (7 Mal genannt)

Was sollte Ihrer Meinung nach geändert werden?

  • Möglichkeiten schaffen, um sich als Nachbarn zu begegnen (9 Mal genannt)
  • Die Parksituation entschärfen, indem Gehwege nicht zugeparkt werden (6 Mal genannt)
  • Regelmäßige Straßenreinigungsaktionen durchführen (5 Mal genannt)

Wobei wären Sie bereit mitzuhelfen?

  • Bei einem Straßenfest (10 Mal genannt)
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Nicole Heinzelbecker und Christina Heimlich vor der Ehrenamtsbörse Worms

Aktueller Stand der Bewohner-Interviews

Seit einigen Wochen sind die fleißigen ehrenamtlichen Interviewer unterwegs, um Straße für Straße die Bewohner nach ihrer Meinung zu fragen. Zusätzlich zu denjenigen, die zu Hause angetroffen werden, werden Termine vereinbart, sofern explizit ein Interview gewünscht wurde. Es ist zwar sehr zeitaufwendig, aber durch diese Vorgehensweise werden viele Bewohner erreicht, die nicht aus eigener Motivation an solch einem Projekt teilnehmen würden. Außerdem wird eine Vielzahl von Stimmen aus verschiedensten Ecken der Bevölkerung gesammelt. Der hohe Zeitaufwand führt aber auch dazu, dass sich die Bewohner einiger Straßenzüge etwas länger gedulden müssen, bis sie zum Zuge kommen. Bisher wurden circa 250 Haushalte interviewt, 170 davon sind bereits ausgewertet. Die Tendenzen der Meinungen sind ähnlich wie bei den Experten, die endgültigen Ergebnisse werden noch folgen.

Ausblick

Einige Initiativen, die wir aus den Antworten ableiten konnten, sind bereits in Planung. Freuen dürfen sich die Bewohner unter anderem auf eine Quartiersführung, bei der sie ihr eigenes Wohnviertel neu kennen lernen werden. Ganz konkret wird es schon am 10. September, denn beim Tag der offenen Tür im Remeyerhof wird die Engagierte Stadt Worms mit einem Stand vertreten sein. Dem Seniorenheim ist wichtig, dass der Tag nicht nur für ihre Bewohner und deren Familien, sondern auch für die Anwohner interessant wird. Was sonst noch auf die Engagierte Stadt zukommt, wird die Zukunft zeigen – wir werden Euch davon berichten!

Von Christina Heimlich und Nicole Heinzelbecker, Engagierte Stadt Worms.

Zuhörtraining – Bautzen

 

Die Engagierte Stadt Bautzen aktiviert die Bautzener mit Community Organizing. Der Trainer Paul Cromwell (Forum Community Organizing) hat die Teilnehmerinnen in den „Zuhörprozess“ eingeführt. Es soll dadurch jeder die Möglichkeit bekommen, sich mit eigenen Themen und Problemen einzubringen und gemeinsam mit anderen an deren Lösung zu arbeiten.

„Wir wollen zeigen, dass wir noch effektiver sein können, wenn wir unsere Stimmen gemeinsam erheben! Unser Hauptziel ist es, dass Leute im demokratischen Prozess aktiv werden können, insbesondere, wenn sie bisher nicht die Möglichkeit dazu hatten.“

Wollen Sie mehr darüber wissen? Anbei finden Sie unseren Leitfaden für das Zuhörtraining in Bautzen.

Zuhörleitfaden_Bautzen

Weitere Links zum Community Organizing in Deutschland:

http://www.buergergesellschaft.de/praxishilfen/community-organizing/

http://www.forum-community-organizing.de/organizing/was-ist-community-organizing.html

Neustadt-Imagefilm

In einem sehenswerten »Erklärfilm« stellt der engagierte Landkreis Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim seine Vision vor: »Über Zäune und Grenzen hinweg«, das ist gleichzeitig Name wie Programm des lokalen Zusammenschlusses aus Landratsamt, Wohlfahrtsverbänden, lokalen Unternehmen und Helferkreisen. Alte und neue Mitbewohner im Landkreis wollen über Zäune hinweg leben: in fürsorglichem Miteinander und durch ein aktives Netz aus gegenseitiger Unterstützung, das den gesamten Landkreis überzieht und damit näher zusammenbringt. So können lokale Herausforderungen – Abwanderung, demografischer Wandel oder Integration – gemeistert werden.

Anja Haverkock von der Engagierten Stadt Neustadt / Aisch berichtet, wie es zu der pro bono Unterstützung der Videoagentur im Kasten und des Internetdienstleisters nea-net kam: „Einer Internet-Recherche über lokale Filmgesellschaften bzw. Web-Designer folgte jeweils ein Telefonat. Ich erklärte die Situation in den ehrenamtlichen Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen unseres Landkreises und den Bedarf, unser Vorhaben als „engagierter Landkreis“ den Bürgern nahe zu bringen bzw. legte die Notwendigkeit einer Website als Informations- und Austauschplattform aller Initiativen unseres Landkreises dar. Am Ende des Gesprächs sagten die Geschäftsführer der Firmen spontan ihre Hilfe zu. Ich weiß noch, wie ich mich nach dem Telefonat mit Herrn Schäffer (nea-net Internet Services) fragte, ob ich vielleicht nicht deutlich genug gemacht hatte, was wir unter pro bono verstehen. Doch als Unternehmer und Bürger unseres Landkreises wollten beide einfach gern einen Beitrag leisten zur Bewältigung der akuten Herausforderungen. Es war eine fantastische und unkomplizierte Zusammenarbeit. Wir sind froh und glücklich, auf so engagierte Unternehmer bauen zu können.“

Gemeinwesenarbeit und Migration – Veranstaltung in Eisenach

Das Thema Flucht und Asyl stellt auch die Gemeinwesenarbeit vor neue Herausforderungen. Wie sehen die mittel- und langfristigen Strategien aus zum Zusammenleben der Menschen in sozial benachteiligten Stadtteilen und anderen Handlungsfeldern der Gemeinwesenarbeit. Wie kann aus einer Willkommenskultur gesellschaftliche und politische Teilhabe für alle Bewohnergruppen entstehen? Was bedeutet dies für das Empowerment der Betroffenen?

Mitarbeit02Die Werkstatt für Gemeinwesenarbeit gibt Raum für die Diskussion grundlegender Fragestellungen und Umsetzungsmöglichkeiten in der Praxis. Die Veranstaltung richtet sich an Gemeinwesenarbeiter/innen, Quartiersmanager/innen und Stadtteilinitiativen. Sie ist eine Kooperation zwischen der Bundesakademie für Kirche und Diakonie gGmbH (BAKD), der BAG Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit, dem Verband für sozialkulturelle Arbeit und der Stiftung Mitarbeit. Hier geht es zum Tagungsprogramm.

Termin: 13. – 15. Juni
Ort: Eisenach
Kosten: 180 Euro zzgl. Übernachtung und Verpflegung
Anmeldung bei: Ulrike Jaros, Bundesakademie für Kirche und Diakonie: ulrike.jaros@ba-kd.de

Nachbar-schafft-Innovation

NachbarschafftInnovation

Ob demografischer Wandel, Globalisierung, Migration oder die Umstellung auf erneuerbare Energien: Deutschland steht in verschiedenen Bereichen vor großen Herausforderungen. Herausforderungen, die der Staat, Unternehmen, Institutionen und andere gesellschaftliche Akteure nur mit dem Engagement der Bürger meistern können. Kooperationen, Netzwerke und Initiativen tragen wesentlich dazu bei, Deutschland auch in Zukunft wettbewerbsfähig und lebenswert zu gestalten. Ihnen bereitet der Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ in diesem Jahr eine Bühne.

Im Wettbewerbsjahr 2016 suchen „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank 100 zukunftsweisende Projekte, die die Potenziale von Nachbarschaft im Sinne von Gemeinschaft, Kooperation und Vernetzung nutzen und so einen gesellschaftlichen Mehrwert zur Lösung von gegenwärtigen oder künftigen Herausforderungen schaffen. Bewerbungen können hier bis zum 3. März 2016 eingereicht werden. Weiterführende Informationen können Sie auch dem Flyer zum Wettbewerb entnehmen.

Auf gute Nachbarschaft – mit nebenan.de

Im Dezember 2015 ist die lokale, kostenlose Nachbarschaftsplattform nebenan.de deutschlandweit an den Start gegangen. Mit Hilfe des Portals kann jeder engagierte Nachbar seine Nachbarschaft beleben und den Austausch mit seinen Nachbarn erleichtern.

KlavierDas Thema Nachbarschaft beschäftigt Gründer Christian Vollmann mittlerweile seit über zwei Jahren. Nach einem Umzug mit seiner Familie hatte er das Bedürfnis, die bis dahin noch so anonyme Nachbarschaft kennen zu lernen. Er zieht los und klingelt bei den Nachbarn in seiner Straße: „Hallo, ich bin der Neue.“ – leicht fiel es ihm nicht, aber die Reaktionen waren durchweg positiv. Kurzerhand ruft er daraufhin ein kleines Online-Forum für seine Straße ins Leben und kann so Kontakte knüpfen, die bis heute bestehen. Seitdem lässt ihn das Thema Nachbarschaft nicht mehr los.

nebenan.deGemeinsam mit seinen 5 Mitgründern startet er nebenan.de – eine lokale, kostenlose Plattform zum Aufbau und zur Pflege nachbarschaftlicher Beziehungen. Kennenlernen, teilen, helfen, schenken, informieren, zusammenkommen – nebenan.de bietet Nachbarn die Möglichkeit in Kontakt zu treten und Nachbarschaft aktiv zu leben. Statt einzelnen Personen steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Das Versprechen unseres hyperlokalen Netzwerks: Wer hier schreibt, teilt und kommuniziert macht das ausschließlich im Kreise der echten Nachbarschaft, denn mit Hilfe eines Verifikationsprozesses erhalten nur echte Nachbarn Zugang zu der Nachbarschaft, in der sie leben. Jede Nachbarschaft bildet somit ein kleines, in sich geschlossenes und nach außen geschütztes soziales Netzwerk.  Außenstehende sowie Suchmaschinen können keine Inhalte sehen. Die Plattform schafft so eine vertrauensvolle Umgebung, in der sich Nachbarn begegnen und zuhause fühlen können.

Jung_und_altnebenan.de richtet sich an alle Privatpersonen in Deutschland, die an einer lebendigen, nachhaltigen und sicheren Nachbarschaft interessiert sind. Wer mitmacht, kann in seinem Profil angeben, mit welchen Interessen und Fähigkeiten man seine Nachbarschaft bereichern kann oder wonach man sucht – einen Babysitter, Hundefreunde oder Mitstreiter zum joggen zum Beispiel. Es können Gruppen gegründet und Veranstaltungen organisiert werden. In vordefinierten Kategorien wie „Sicherheit“, „Verloren & Gefunden“, „Teilen & Helfen“ oder „Zu verschenken“ können sich die Nachbarn austauschen und posten, welchen Hausarzt sie empfehlen oder wer Zeit hat, einen Einkauf für einen älteren Herrn zu erledigen.

Unser Ziel sind aktive Nachbarschaften als Antwort auf die großen gesellschaftlichen Themen. Demographischer Wandel, Anonymisierung & Individualisierung und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen, Sicherheit – das sind Themen, die unsere Gesellschaft bewegen und auf die eine aktive Nachbarschaft Antworten geben kann. Neben Beruf & Arbeit sowie Familie & Freunde ist sie die dritte wichtige soziale Säule für unser Wohlbefinden. Starke und lebendige Nachbarschaften wirken im Kleinen und für jeden Einzelnen. Sie verbessern unsere Lebensqualität dort, wo wir die meiste und wertvollste Zeit verbringen. In unserem Zuhause, unserer Straße, unserem Wohngebiet. Mittlerweile sind Nachbarschaften in ganz Deutschland aktiv: Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Frankfurt, Wiesbaden, Bayreuth und viele Städte mehr.

Von Ina Brunk, Mitgründerin der kostenlosen, deutschlandweiten Nachbarschaftsplattform nebenan.de

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