Das bewegt die engagierte Stadt

Herausforderungen von Nachbarschaftshilfen

 

Helfer und Interessierte der Nachbarschaftshilfen im Landkreis trafen sich zu einem Austauschtreffen im katholischen Pfarrzentrum in Scheinfeld. Dazu eingeladen hatten das Regionalmanagement des Landkreises und das Netzwerk „Über Zaun und Grenze“. Von zwei gelungenen Beispielen konnten die Scheinfelder Helfer berichten: dem neuen Bürgerbus und dem Gebrauchtwarenkaufhaus „Komm rein“.

Die Gruppe im Komm rein in ScheinfeldVoller Staunen betraten die Teilnehmer des Austauschtreffens das Gebrauchtwarenkaufhaus „Komm rein“. Dr. Susanne Holzapfel erläuterte den Besuchern, wie es von der Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung des „Komm rein“ kam. Die Bandbreite des gut sortierten Angebots reicht von Kleidung über Spielwaren bis hin zu Hausrat aller Art. Aber nicht nur das. Auch eine gemütliche Ecke, die der ortsansässigen Nachbarschaftshilfe als Treffpunkt dient, lädt zum Verweilen ein. Jana Stepanek aus dem freiwilligen Helferteam freute sich: „Die Sitzecke wird immer wieder von Besuchern und Passanten zum Ausruhen und Plaudern genutzt.“

Das Thema „Wie werden Fahrdienste in Nachbarschaftshilfen organisiert?“ wurde anschließend im katholischen Pfarrzentrum diskutiert. Auch hier gibt es seit Kurzem in Scheinfeld ein gelungenes Beispiel: den rollstuhlgerechten Bürgerbus. Hildegard Simon, eine der beiden Koordinatorinnen der Nachbarschaftshilfe vor Ort, erläuterte die Schritte, die bei der Anschaffung eines Bürgerbusses notwendig sind. „Man benötigt auf alle Fälle viel Geduld und einen langen Atem“, ergänzte Gabriele Jakob, Behindertenbeauftragte und zweite Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe der Stadt Scheinfeld.

Zwei weitere geplanten Veranstaltungen für alle Aktiven der Nachbarschaftshilfen und Seniorengruppen kündete Dorothea Hübner, Leiterin des Freiwilligenzentrums, an und lud herzlich dazu ein. Am 14. November 2017 erhalten alle Interessierten „Tipps zur Gestaltung von Seniorennachmittagen“. Über das Thema „Altersdepression – wie gehen wir mit Betroffenen um?“ berichtet am 12. Dezember 2017 Silke Müller von der Diakonie. Beginn ist jeweils um 14 Uhr.

Wettbewerb für nachbarschaftliches Engagement

Der Deutsche Nachbarschaftspreis steht unter der Schirmherrschaft des Bundesministers des Innern, Dr. Thomas de Maizière und ist mit über 50.000 Euro dotiert. Noch bis zum 24. August 2017 können sich engagierte Nachbarn, Nachbarschaftsvereine, Stadtteilzentren, gemeinnützige Organisationen und Sozialunternehmen online unter www.nachbarschaftspreis.de/mitmachen bewerben.

NachbarschaftspreisNachbarschaft ist neben Beruf sowie Familie & Freunden die dritte wichtige soziale Säule für unser Wohlbefinden. Starke und lebendige Nachbarschaften wirken im Kleinen und für jeden Einzelnen. Sie verbessern unsere Lebensqualität dort, wo wir die meiste und wertvollste Zeit verbringen. Aktive Nachbarschaften können aber auch Antworten geben auf gesellschaftlich relevante Themen, wie demographischer Wandel, Anonymisierung, Individualisierung und nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Umso wichtiger ist es, das nachbarschaftliche Engagement zu wertschätzen, zu unterstützen und in die Breite zu tragen.

Deswegen hat die nebenan.de Stiftung den Deutschen Nachbarschaftspreis ins Leben gerufen. Mit dem bundesweiten Wettbewerb will die Stiftung aktive Nachbarn und nachbarschaftliche Projekte auf Länder- und Bundesebene auszeichnen, die sich für ein offenes, solidarisches und demokratisches Miteinander einsetzen.
„Der Deutsche Nachbarschaftspreis würdigt erfolgreiche Beispiele, wie Nachbarn Brücken zwischen Kulturen und Generationen bauen und sich dabei miteinander und füreinander engagieren. Sie leisten so einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, sagt der Bundesminister des Innern und Schirmherr des Deutschen Nachbarschaftspreises, Dr. Thomas de Maizière.

Ihre Initiative bringt Menschen zusammen und kommt der gesamten Nachbarschaft zugute? Dann: MITMACHEN und Projekt einreichen unter www.nachbarschaftspreis.de/mitmachen. Oder schlagen Sie ein vorbildliches Projekt vor unter: bewerbung@nebenan-stiftung.de.

Ein Zeichen offener Gesellschaft

Der bundesweite Aufruf am 17. Juni 2017 an alle Bürger des Landes lautete: Mit Tischen und Stühlen zusammenrücken und ein Zeichen der Gastfreundschaft und Liberalität für ein offenes Deutschland setzen. Der NeuStadtGarten, ein Kooperationsprojekt des Freiwilligenzentrums und der Stadt Neustadt a. d. Aisch, machte mit und lud zu einem gemeinsamen Frühstück ein.

Alt und Jung beisammen im NeuStadtGartenAb 10 Uhr war die lange Tafel im NeuStadtGarten reichhaltig gedeckt. Knapp 30 Gäste steuerten noch leckere Sachen dazu bei. So konnte nach Herzenslust „getafelt“ und geplaudert werden. Klein und Groß, Alt und Jung, mit Kinderwagen oder Rollstuhl rückten zu einem bunten Miteinander zusammen. Rund um den Feuerplatz wurden Geschichten vorgelesen sowie traditionelle und moderne Lieder gesungen. Ihre kreativ gestalteten Fußabdrücke hinterließen die Gäste im Quittenbaum.

„Was macht dich glücklich?“ wurde jeder Gast gefragt. Ihre Gedanken konnten sie anonym auf Karten beantworten. Darauf fanden sich Antworten wie das vorurteilsfreie Miteinander und ins Gespräch kommen in Offenheit, Gemeinschaft erleben, die Geselligkeit im Garten und die schönen Begegnungen im Grünen. In diesem gemeinsamen Frühstück bestätigt sich die Aktion und die Absicht der Initiative der „Offenen Gesellschaft“, ein Zeichen zu setzen für mehr Demokratie und für ein pluralistisches, europäisches und offenes Deutschland. Einigkeit und Recht und Freiheit – im NeuStadtGarten wurde dies spür- und erlebbar!

Ziele und Wirkung des kreisweiten Netzwerkes diskutiert

„Über Zaun und Grenze – das Netzwerk für Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfe hat im Landkreis viel bewirkt. Es muss weiter bestehen bleiben und seine Arbeit fortsetzen.“ So betonten es die Netzwerkpartner, Mitarbeiter aus Wohlfahrtsverbänden, ehrenamtlichen Helferkreisen und verschiedenen Behörden.  Sie alle kamen auf Einladung der Koordinierungsstelle des Freiwilligenzentrums der Caritas am Dienstag, 16. Mai 2017 in Neustadt an der Aisch zusammen. Beim 8. Runden Tisch überlegten sie, wie es zukünftig weitergehen soll.

„Unser Landkreis wird älter und bunter. Dass dies gerade in den vergangenen zwei Jahren nicht zu chaotischen Missständen geführt hat, ist den vielen engagierten Bürgern zu verdanken, die diese Herausforderung aktiv mitgestalten, “ begrüßte Dorothea Hübner, Leiterin des Freiwilligenzentrums, die 19 Teilnehmer am Runden Tisch. Jeder Teilnehmer äußerte seine Sichtweise und wie er das Netzwerk „über Zaun und Grenze“ seit Beginn im September 2015 bis heute wahrgenommen hat.

8. Runder Tisch üZuG„Braucht es das Netzwerk weiterhin?“, warf Hübner die Frage in die Runde. Der gemeinsame Konsens lautete: Das Netzwerk hat viel für die Ehrenamtlichen, deren Anerkennung und die Zusammenarbeit in der Kommune geleistet. Es gibt dort immer ein offenes Ohr und es pflegt einen unkomplizierten Austausch. Die Koordinierungsstelle muss es weiterhin geben.

Ehrenamtliche aus Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen erhielten über die im Spätsommer 2015 neu geschaffene Koordinierungsstelle des Freiwilligenzentrums bedarfsgerechte Unterstützung und Qualifizierung. Sie bietet nach wie vor neue Vernetzungsmöglichkeiten und trägt zur Transparenz bei. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung verlagerte sich der Schwerpunkt hin zur Flüchtlingshilfe, wobei die Nachbarschaftshilfen auch beim Aufbau, bei der Organisation, Qualifikation und Vernetzung unterstützt wurden.

In enger Verknüpfung und einem lebendigen Austausch wird das Netzwerk als eine ständige Quelle von Informationen und Herausforderungen gesehen. Positiv wirkt hier die eigens aufgebaute Homepage www.ueberzaunundgrenze.de. Sie bietet aktuelle Informationen, Vernetzungsmöglichkeiten untereinander und kostenlose Nutzung aller Initiativen auf einer eigenen Plattform. Fazit: es wurde viel bewegt und bewirkt. „Ein Netz fängt ein, bündelt und man kann sich auch was herausholen“, so Jürgen Rotter vom Diakonischen Werk.

Im Landkreis geschah in den vergangenen Jahren sehr viel Gutes, sowohl von hauptamtlicher als auch von ehrenamtlicher Seite. Negative Schlagzeilen blieben weitestgehend bisher aus. Wenngleich das Angebot bisher gut angenommen wurde, wird es noch nicht flächendeckend im Landkreis von allen Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen genutzt. Zudem sind viele Helfer erschöpft und haben ihr Engagement beendet. Deshalb werden dringend neue Engagierte gesucht.

In einem weiteren Schritt überlegten die Teilnehmer, wo aktuell größter Handlungsbedarf besteht. Hier wurden Themen genannt wie der fehlender Wohnraum, geringe Mobilität, unzureichende Infrastruktur, der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen und Möglichkeiten der Begegnung. In vielen Orten des Landkreises gibt es keine Nachbarschaftshilfen.

„Über Zaun und Grenze“ versteht sich als Netzwerk vom Engagement Einzelner hin zu einer Verantwortungsgemeinschaft vor Ort und zielt auf einen starken Verbund von Kommune, Wohlfahrt, Wirtschaft und engagierten Bürgern. Mit kritischem Blick auf die Zukunft bleibt die Integration neuer Mitbürger und der demografische Wandel weiterhin eine große Herausforderung in unserem Landkreis. Eine Herausforderung, die den langen Atem aller Beteiligten fordert.

Die erste Förderperiode der „engagierten Stadt“, mit deren finanzieller und fachlicher Unterstützung  diese Koordinierungsstelle installiert und aufgebaut werden konnte, endet im Dezember 2017. Doch Ehrenamt braucht Hauptamt. Durch eine neue Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sollen sogenannte „Integrationslotsen“ in Kürze auf den Weg gebracht werden.

Weiterhin im Blick bleibt die gemeinsam formulierte Vision, dass Menschen unseres Landkreises über Zäune und Grenzen hinweg in fürsorglichem Miteinander leben, getragen von einem aktiven Helfer-Netz für alte und neue Nachbarn aus In- und Ausland. Hübner dankte allen fürs Kommen, Mitdenken und Mitwirken und verabschiedete die Gäste: „Gemeinsam geht’s besser. Lasst uns weiter am Netz knüpfen für einen engagierten Landkreis zum Wohle aller Bürger.“

Essen in Gemeinschaft

20170130_130037Erstmalig auf dem Mittelrain wurde ein gemeinsames Mittagessen von „In guter Nachbarschaft – Caring Community Mittelrain“ – einem Stadtteil der Engagierten Stadt Heidenheim organisiert.  Jung und Alt waren herzlich eingeladen, im Ökumenischen Gemeindezentrum auf dem Mittelrain in Gemeinschaft ein vollwertiges Mittagessen zu genießen. Organisiert wurde das Ganze von den Ehrenamtlichen des Kooperationsprojekts von Haus der Familie e.V. und Stadt Heidenheim „In guter Nachbarschaft – Caring Community Heidenheim“. Die Kosten für eine Person betrugen fünf Euro. Zur besseren Organisation war eine Anmeldung bei Sozialarbeiterin Simona Frei vom Haus der Familie erbeten.

Der Gedanke hinter diesem Angebot ist, Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen, Alt und Jung zusammen zu bringen, sowie der Isolation entgegenzuwirken – und in Gesellschaft schmeckt‘s doch gleich viel besser! Dieses Angebot wurde von den BewohnerInnen des Mittelrains sehr gut angenommen. Über 30 Personen ließen sich das schwäbische Gericht schmecken und freuten sich, dass das gemeinsame Mittagessen im März wiederholt wird.

 

Konzept und Praxis in Gießen, Teil 2

Im ersten Teil unseres Berichts aus Gießen hatten wir unser Konzept und zwei von sechs Arbeitsschwerpunkten vorgestellt:

  • Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen und
  • Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage.

Den Boden bereiten – Engagement im Quartier

In Gießen arbeiten wir mit der städtischen Wohnbaugesellschaft daran, über Mieterräte Beteiligungsmöglichkeiten auszubauen. Mehr und mehr einbeziehen wollen wir, was sich darüber hinaus an Initiativen zur Revitalisierung des Quartierslebens und zur Stärkung von Nachbarschaften entwickelt.

Flüchtlinge aIn einigen Wohnvierteln in Gießen engagieren sich die Bewohner für ein besseres Miteinander – z. B. zwischen angestammten Bewohnern und Neuankömmlingen. Nachbarschafts- und Mieterarbeit heißt, mit dem Quartier vertraut werden und miteinander ins Gespräch kommen. Wir haben Rundfahrten, gemeinsame Quartiersspaziergänge, ein Sommerfest und Mieterstammtische organisiert. Für jeden Folgetermin werden die Themen gemeinsam festgelegt. Rechtliche Rahmenbedingungen kamen genauso zur Sprache wie Kommunikation in Konfliktsituationen, Grünflächenbepflanzung und Spielplatzgestaltung. Jeden Donnerstag gibt es bei uns im Freiwilligenzentrum ein MitMachInfo. Hier können sich Mieter nicht nur informieren, sondern auch selber Projekte an den Start bringen. Ein erstes Klima-Projekt zum verantwortungsvolleren Umgang mit Energie ist in Planung.

Persönliche Unterstützung und Hilfe

Wie vermittle ich persönliche Unterstützung und Schutz der Privatsphäre, Nähe und Distanz, Hilfe und Respekt? Solche Fragen stellen sich quer durch die Einzelbereiche in denen sich Menschen für Menschen in einer „Eins zu Eins Beziehung“ engagieren, ob als Paten, Mentoren oder Betreuer. Solche engagierte und ehrenamtliche persönliche Unterstützung und Anwaltschaft versuchen wir auszubauen und zu stabilisieren.

Flüchtlinge bSeit einigen Jahren begleitet und fördert das Freiwilligenzentrum Ansätze der persönlichen Unterstützung, Beratung und Betreuung – sei es bei Lernhilfen im Schulbereich, der Tätigkeit von Mentoren für Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben, Alltagshilfen für Menschen mit Demenz oder bei Lotsen und Paten, die Flüchtlingen im Umgang mit Behörden helfen. Gemeinsam mit der Stadt hat das Freiwilligenzentrum 2016 Integrationslotsen qualifiziert. An zwei Tagen in der Woche stehen sie Menschen mit Migrationshintergrund unterstützend zur Seite. Die ersten Geflüchteten haben zum Beispiel bereits begonnen, sich als Paten für Neuankommende zu engagieren. Ein anderes Beispiel: Für Menschen, die mit einer akuten Erkrankung und einer Demenz in ein Krankenhaus eingeliefert werden, konnten wir mit dem Evangelischen Krankenhaus gemeinsam Wegbegleiter qualifizieren. Nach einem ersten Modelljahr startet im Januar 2017 die zweite Runde. Wir sind dabei, eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Qualifizierung für „persönliche Hilfen“ zu schaffen. Die gemeinsamen Aufgaben und Probleme werden 2017 Thema einer eigenen Veranstaltung sein.

Fortsetzung folgt!

Pressemitteilung: Stiftung sucht den offenen Dialog mit Bürgern

Den offenen Dialog mit den Bürgern hat die „Stiftung Leben in der Hohen Börde“ mit der vierteiligen Gesprächsreihe „Erzähl mal die Zukunft in der Hohen Börde“ gesucht. Vertreter von vier Zielgruppen wurden getrennt zu je einer Erzählwerkstatt eingeladen. Die Vertreter der Bürgerschaft wurden gebeten, über ihre Lebenslagen, Wünsche und Kritik in ihrem dörflichen Umfeld und der Großgemeinde Hohe Börde zu berichten.

Engagierte Vertreter der Zivilgesellschaft diskutierten im Mammendorfer Steinhaus über starke und schwache Seiten der Gemeinde.
Engagierte Vertreter der Zivilgesellschaft diskutierten im Mammendorfer Steinhaus über starke und schwache Seiten der Gemeinde.

Unternehmer, Junge Leute und Familien, engagierte Vertreter der Zivilgesellschaft sowie die Ortsbürgermeister der 14 Ortschaften waren persönlich durch Stiftungsvertreter zur Premiere der vier Erzählabende eingeladen worden. Bis auf die Veranstaltung mit den Ortsbürgermeistern gehörte kein einziger Gast zu den politischen Entscheidungsträgern der Gemeinde. Das war Absicht.

Die von der Stiftung engagierte Expertin Kerstin Schmidt von der Beratungsagentur „Demografie lokal“ moderierte dieses neue Dialogformat. Sie versuchte ein Meinungsbild von der Lebenslage der Mitwirkenden zu erfahren. Kerstin Schmidt fragte nach empfundenen starken und schwachen Seiten der Gemeinde, praktizierte mit ihren Gästen Gruppenarbeit und Partnergespräche, erkundete in Ideenwerkstätten Wünsche für die Zukunft und wollte konkrete Maßnahmen für die Realisierung von Bedürfnissen und Hoffnungen wissen.

Die Teilnehmer berichteten von gut funktionierenden Projekten wie Elterntreffs und gut etablierten Vereinsaktionen, die ihrerseits Modellfunktionen in anderen Dörfern der Gemeinde haben könnten.

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Kreativ ging es auch bei der Erzählwerkstatt der Unternehmer der Hohen Börde in der Schackensleber Prokonhalle zu.

In detaillierten Einzeldokumentationen jedes der vier Erzählabende sowie einer zusammenfassenden Abschlusspublikation wird Kerstin Schmidt deren Ergebnisse zusammenfassen und Empfehlungen für den weiteren Dialog und die Umsetzung von Vorschlägen geben. Die Dokumentationen werden allen Teilnehmern zugeschickt und sind öffentlich auf der Internetpräsentation der Gemeinde und der Stiftung Leben in der Hohen Börde zugänglich.

Auf weiteren Bürgerforen sollen alle interessierten Einwohner der Hohen Börde zukünftig mitwirken können. Ergebnis soll aber nicht eine Wunschliste von Forderungenen gegenüber der politischen Gemeinde sein. Ziel ist eine Plattform, mit deren Hilfe im Miteinander von engagierten Bürgern, Vereinen, Stiftung und Gemeinde das Lebensgefühl in der Hohen Börde durch konkrete Aktionen verbessert werden kann.

Unterstützt wurde die Reihe „Erzähl mal die Zukunft Hohe Börde“ durch das Netzwerkprogramm „Engagierte Stadt“, an dem die Stiftung Leben in der Hohen Börde von 2015 bis 2017 mitwirkt.

Gefördert wird die „Engagierte Stadt“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bertelsmann Stiftung, der BMW Stiftung Herbert Quandt, dem Generali Zukunftsfond, der Herbert Quandt Stiftung, der Körber Stiftung und der Robert Bosch Stiftung.

 

Bitburger Bestandserhebung

Wie viele Menschen, Vereine und private Initiativen engagieren sich bereits in Bitburg? Genau das herauszufinden, das wird in Bitburg immer wieder angefragt. Denn nur wenn man weiß und überblicken kann, welche Vereine, Initiativen und Gruppen sich für welche Menschen bereits engagieren und Angebote machen,  lassen sich  diese Leistungen auch sichtbar und für die  in Bitburg lebenden Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen.

Es gibt  bei der Stadt Bitburg bereits eine Liste mit Vereinen,  aber ob Adressen und Ansprechpartnern aktuell sind und wer sich dort noch beteiligen kann, auch das soll mit der Bestandserhebung  überprüft werden. Denn neben der vorhandenen Liste gibt es zudem eine Reihe von weiteren Initiativen, die sich gebildet haben und ehrenamtliche Mitarbeiter  suchen, so zumindest die Vermutungen. Stärkung des Ehrenamtes und Verhinderung von Doppelstrukturen bei der Entwicklung von neuen Maßnahmen setzt zunächst Kenntnis über Vorhandenes voraus, und deshalb wurde sich im AK Engagierte Stadt Bitburg nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung auf die Durchführung  einer Bestandserhebung mit beigefügtem Erhebungsbogen festgelegt.  Die vielen Leistungen der Ehrenamtlichen sollen aktualisiert, gebündelt und allen bekannt gemacht werden.

Um eine möglichst hohe Beteiligungsquote zu erreichen, wurde der Erhebungsbogen nicht zu umfangreich gestaltet. Um keine Initiative zu vergessen, wurde sich für eine öffentliche Beteiligungsform durch einen Aufruf (öffentlicher Bürgermeisterbrief) über die Rathausnachrichten entschieden. Der Bogen selbst konnte mit einem Klick auf einen bereitgestellten Link per Datei heruntergeladen und ausgefüllt wieder per Email zurück geschickt werden. Oder mit einer Email konnte der Bogen als Datei angefordert oder auch aus den Rathausnachrichten entnommen und per Hand ausgefüllt und zurückgesandt werden.

Die öffentliche Aufforderung brachte kaum Resonanz, was auch einen Rückschritt für alle aufbauenden Planungen bedeutet. Selbst diejenigen, die die Bestanderhebung befürwortet und gefordert  hatten, gaben wenig Rückmeldung.Nachfragen ergaben, dass der Erhebungsbogen entweder nicht wahrgenommen wurde oder sich auf Rückmeldungen andere Mitglieder verlassen wird. Der Ak Engagierte Stadt  entschied sich daraufhin, die namentlich bekannten Initiativen und Vereine persönlich anzuschreiben und den Erhebungsbogen per Post zu verschicken. Die Rücklaufquote von  angeschriebenen Adressen wurde dadurch zwar deutlich verbessert, aber erfordert weiterhin Nachbesserung.

Deshalb wird der Fragebogen derzeit über Email-Verteiler an Multiplikatoren und Netzwerkpartner gestreut. Ab November werden die Vereine, Gruppen und Initiativen, die bereits den Erhebungsbogen zurückgesandt haben, dann nach und nach in den Rathausnachrichten gut sichtbar mit Angeboten und Gesuchen vorgestellt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Gruppen mit bürgerschaftlichem Engagement den Erhebungsbogen ausfüllen und zusenden sollen.

Von Monika Dondelinger, Engagierte Stadt Bitburg

Auswertung: Befragung zur Quartiersentwicklung

Auch in Worms geht es voran. Unser Ziel ist und war es, herauszufinden, was die Menschen in der Wormser Innenstadt beschäftigt, was sie als positiv und negativ empfinden und wobei sie bereit wären, sich zu engagieren. Gemeinsam mit einem professionellen Coach für Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit entwickelten wir Anfang des Jahres einen offenen Fragebogen, mit Hilfe dessen wir diese Stimmungsbild einholen konnten. Wichtig war bei der Zusammenstellung der Fragen, dass wir uns bewusst gegen einfach auszuwertende Entscheidungsfragen (also zum Beispiel „Gefällt Ihnen der Park in Ihrer Nähe?“) und für offene Fragen (wie „Was gefällt Ihnen hier?“) entscheiden haben. Wir wollten damit erreichen, dass wir zum einen wirklich mit den Themen konfrontiert werden, die die Bewohner beschäftigen und nicht mit jenen, die wir ihnen vorgeben würden. Zum anderen sollten diese offenen Fragen mehr Freiraum für kleine und größere Geschichten aus dem Alltag lassen, aus denen schließlich häufig ein besseres Bild der Situation hervorgeht, als aus bloßen Ja- und Nein-Antworten.

Stadtplan-QuartierNachdem ein ehrenamtliches Team von etwa zehn Personen gefunden worden war, wurden in einem ersten Schritt diejenigen Menschen in unserem Viertel interviewt, die ein berufliches Interesse am Stadtteil haben. 35 Gemeindeleiter, Geschäftsinhaber, Schuldirektoren, Politiker usw. wurden dabei zu ihrer Meinung befragt und erfreulicherweise konnten sich auch viele von ihnen ein Engagement für das Viertel vorstellen. Der folgende zweite Schritt war das Interviewen der Bewohner und Bewohnerinnen. Im Vorfeld von eingeworfenen Flyern angekündigt, gingen Interviewer-Teams von zwei Personen in einer Straße von Tür zu Tür und befragten die Wormser und Wormserinnen. Parallel dazu bestand auch die Möglichkeit, sich eigeninitiativ zu melden um einen Termin zu vereinbaren und somit ein besonders ausführliches Gespräch führen zu können. Diese Möglichkeit nutzte allerdings, wie zu erwarten war, nur ein knappes Dutzend der Betroffenen. Von ungefähr 3300 Menschen in diesem Quartier konnten fast 300 Haushalte und somit über 400 Einzelpersonen befragt werden. Auch wenn unsere Interviewer-Teams relativ häufig vor verschlossenen Türen standen, waren doch viele gerne bereit, Auskunft zu geben und konnten den Gedanken hinter der ganzen Aktion, nämlich ihr eigenes Wohngebiet lebenswerter zu machen, nachvollziehen.

Die Ergebnisse von beiden Interview-Runden, also von Professionellen wie auch Bewohnern, waren ähnlich. Neben der mangelnden Sauberkeit von Straßen und Anlagen und der schwierigen innerstädtischen Parkplatz-Situation, wurde vor allen Dingen die große Anonymität bemängelt. Glücklicherweise waren aber auch viele bereit, genau gegen diese Missstände anzugehen und könnten sich vorstellen, sich bei einem Nachbarschaftsfest oder einem Bürgertreff zu engagieren.

Der kommende dritte Schritt wird sein, zu einer Bewohnerversammlung Ende Oktober persönlich alle Interviewten, aber auch über Flyer und Presse alle Wormser, einzuladen um gemeinsam nächste Schritte zu planen. An diesem Abend werden sowohl die Ergebnisse der Interviews vorgestellt werden, als auch zu den am häufigsten genannten Themen erste Arbeitsgruppen entstehen, die sich aus Professionellen und Bewohnern zusammensetzen werden und hoffentlich auch längerfristig Bestand haben werden.

Nach diesem Bewohnertreffen wird es vor allem darum gehen, die einzelnen Gruppen in der Art zu begleiten, dass sie längerfristig selbstständig erfolgreich arbeiten und somit auch nach Ende des Projektes „Engagierte Stadt“ Worms nachhaltig verbessern.

Von Nicole Heinzelbecker, Engagierte Stadt Worms.

Caring Community Heidenheim

Die Engagierte Stadt Heidenheim hat im Rahmen des Projekts „In guter Nachbarschaft – Caring Community Heidenheim“ eine Befragung in einem der Pilotstadtteile durchgeführt. Hierbei wurden alle Personen des Stadtteils befragt, welche 55 Jahre oder älter sind.

Befragung HeidenheimGemeinsam mit einem Professor der Dualen Hochschule Baden Württemberg in Heidenheim, der ebenfalls für die Evaluation des Gesamtprojekts verantwortlich ist, wurde ein Fragebogen entwickelt, welcher Fragen zur Wohnsituation, zur Mobilität, zum Bürgerschaftlichen Engagement sowie zu Unterstützungs- und Hilfsangeboten und zur Soziodemographie beinhaltet. Dieser wurde per Post mit einem Anschreiben, welches vom Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim und vom Ortsvorsteher unterschrieben wurde, sowie einem frankierten Rücksendeumschlag an 559 Bewohnerinnen und Bewohner versendet. Der Befragungszeitraum beschränkte sich auf vier Wochen, doch mit einem Rücklauf von 233 Fragenbögen ergab sich eine hervorragende Rücklaufquote von 42 %. Die Auswertung der Ergebnisse findet derzeit noch statt. Geplant ist es, die wichtigsten und interessantesten Ergebnisse dann den Bürgerinnen und Bürgern auf einer Veranstaltung zu präsentieren und in einem Zeitungsartikel zusammenzufassen. Somit können wir unser Projekt weiter publik machen und hoffentlich weitere Engagierte dazugewinnen.

Im letzten Sommer fand bereits eine ähnliche Befragung in einem der anderen Pilotstadtteile statt. Auch hier zeigten die Bewohnerinnen und Bewohner ein hohes Interesse (Rücklaufquote 46 %) an der Mitgestaltung ihres Wohnumfeldes. 94% der Befragten gaben an, dass sie sich in ihrem Stadtteil sehr wohlfühlen. Die Befragung zeigte jedoch auch zahlreiche Bedarfe auf, um das Leben für die verschiedenen Generationen zu verbessern. Gewünscht sind zum Beispiel eine zentrale Anlaufstelle für Beratungsangebote, Vermittlung von praktischer Alltagshilfe und Initiierung von Begegnungsmöglichkeiten im Stadtteil. Ergänzend zu den Wünschen wurden auch Fragen zum ehrenamtlichen Engagement im Stadtteil abgefragt. Hier gaben 95 % der Befragten an, dass ehrenamtliches Engagement zum Gelingen von Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag leistet.

Von Simona Frei, Familienbildungsstätte Heidenheim.

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