Idee

 

 

 

 

 

Die Idee: Kooperationen statt Projekte

Es ist kein Förderprogramm wie jedes andere. Hinter dem Namen »Engagierte Stadt« verbirgt sich nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Förderung des Bürgerengagements in Deutschland. Fünf Stiftungen, ein Unternehmen und die Bundesregierung investierten mehr als drei Millionen Euro, um die Weiterentwicklung von Engagementstrukturen in Städten und Gemeinden zu stärken.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Bertelsmann Stiftung, die BMW Stiftung Herbert Quandt, der Generali Zukunftsfonds, die Herbert Quandt Stiftung, die Körber-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung legten dafür nicht nur Geld in einen Topf, sondern stellten auch Erfahrungen und Kompetenzen zur Verfügung. Allein diese Form der Zusammenarbeit ist ein Novum.

Neu ist aber vor allem der Zuschnitt des Förderprogramms. Erstmals stehen nicht bestimmte Projekte oder Organisationsformen im Fokus. Gefördert werden stattdessen lokale Kooperationen unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure, die dort zu einer Engagementstrategie aus einem Guss führen.

In der »Engagierten Stadt«…

  • arbeiten unterschiedliche Engagement fördernde Einrichtungen abgestimmt zusammen.
  • unterstützen Politik und Verwaltung aktiv die Infrastruktur für Engagement.
  • agieren auch Unternehmen als Partner und Förderer von Engagement.
  • wirken engagierte Bürgerinnen und Bürger aktiv an Entscheidungsprozessen mit.
  • setzt eine von allen Akteuren ausgehandelte lokale Engagementstrategie Themen, Ziele und Prioritäten für die lokale Engagemententwicklung.
  • bürgen lokale Engagementbündnisse für eine gemeinsame Interessenvertretung.
  • wird Engagement durch Vermittlung, Begleitung und Qualifikation gestärkt.
  • kennen Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren wollen, die richtigen Anlaufstellen.
  • sind die Anlaufstellen für Engagement finanziell und personell gut ausgestattet.
  • tragen die Verantwortlichen ihre Erfahrung bei der Etablierung einer nachhaltigen Engagementkultur gern an andere Städte weiter.

Im Gegensatz zu den gängigen Modellprogrammen setzt »Engagierte Stadt« nicht auf bestimmte Einrichtungstypen und Organisationsformen, sondern auf die Lösungskompetenz der Agierenden vor Ort. Sie wissen am besten, wo der Schuh drückt. Bewerben konnten sich zivilgesellschaftliche Träger- und Mittlerorganisationen für Engagement, wie zum Beispiel Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen oder Seniorenbüros aus Städten und Gemeinden mit 10.000 bis 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Sie weisen nach, dass sie mit anderen relevanten Akteurinnen und Akteuren vor Ort zusammenwirken. 272 Bewerbungen gingen im Jahr 2015 ein, aus denen in einem zweistufigen Juryprozess 50 Engagierte Städte für das Netzwerkprogramm ausgewählt wurden.

Neben der finanziellen Förderung erhalten die Mitwirkenden intensive Beratung. Sie bilden ein Netzwerk, in dem sie sich austauschen und ihre erfolgreichen Lösungen einander zur Verfügung stellen können. In einer wachsenden Bewegung jener Städte und Gemeinden, in denen Bürgerengagement eine besondere Rolle spielt, besteht das langfristige Ziel der Initiatorinnen und Initiatoren.

2018 startete das Programm in eine zweite Phase. Für die kommenden beiden Jahre 2018 und 2019 investieren neben dem Bundesfamilienministerium die Bethe Stiftung, die Bertelsmann Stiftung, die Breuninger Stiftung, die Joachim Herz Stiftung, die Körber-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung weitere zwei Millionen Euro. Alle 50 Engagierten Städte bleiben Teil des Programms und können an den zahlreichen Qualifizierungs- und Netzwerkangeboten teilnehmen. Darüber hinaus hatten sie die Möglichkeit, sich mit ihren Konzepten zur Weiterentwicklung der begonnenen Arbeit zu bewerben. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der fördernden Partner, wählte 43 Organisationen aus, die zusätzlich zu der ideellen, auch eine finanzielle Förderung in Höhe von bis zu 30.000 Euro erhalten.