Das bewegt die engagierte Stadt

Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“

Zum 17. Mal schreibt das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) den bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ aus. Einsendeschluss ist der 24. September 2017.

Aktiv-Wettbewerb Tagcloud 2016

Den Gewinner/-innen winken Geldpreise in Höhe von 1.000 bis 5.000 Euro und eine verstärkte Präsenz in der Öffentlichkeit. Damit unterstützt das von der Bundesregierung gegründete BfDT zivilgesellschaftliche Aktivitäten im Bereich der praktischen Demokratie- und Toleranzförderung. Demokratie bedeutet, sich in die Angelegenheiten vor Ort einzumischen und beginnt z.B. in der Familie, in der Schule oder in der Freizeit. Wir wollen Einzelpersonen und Gruppen, die das Grundgesetz im Alltag auf kreative Weise mit Leben füllen, für ihr Engagement würdigen.

Welche Aktivitäten werden ausgezeichnet?

Grundsätzlich sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Gesucht werden:

  • übertragbare und nachahmbare zivilgesellschaftliche Projekte aus dem gesamten Bundesgebiet, die bereits durchgeführt wurden
  • Projekte, die sich in den Themenfeldern des BfDT bewegen: Für Demokratie, Toleranz, Integration, Gewaltprävention und gegen Extremismus und Antisemitismus.
  • nicht die „einzigartige Aktion“, sondern die Vielfalt des zivilgesellschaftlichen Engagements

In diesem Jahr werden vor allem Projekte gesucht, die sich einsetzen:

  • für die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, einschließlich der Förderung von Vielfalt und Teilhabe im kommunalen Raum,
  • für Radikalisierungsprävention (z.B. gegen Islamismus und Salafismus),
  • gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (z. B. gegen Antiziganismus, Rassismus, Muslimenfeindlichkeit, Homosexuellenfeindlichkeit),
  • gegen Antisemitismus,
  • gegen Sexismus.

Die Registrierung zur Teilnahme ist ganz einfach: Das Formblatt für Ihre Anmeldung zum Wettbewerb finden Sie hier. Dort finden Sie auch eine ausführliche Anleitung, die Sie Schritt für Schritt durch die Registrierung führt.

Der Einsendeschluss für die vollständigen Unterlagen ist der 24.09.2017 (Datum des Poststempels!). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gestern–Heute–Morgen

Beim Tag der Vereine auf dem Gelände der Landesgartenschau in Apolda haben sich verschiedene Akteurinnen und Akteure zusammengefunden um sich beim Gemeinschaftsstand „Engagierte Stadt“ im Klima-Pavillon des Landes Thüringen zu präsentieren.

IMG_5929Mitmacher waren mehrere kleinere Vereine, Initiativen und auch Einzelakteure. Deren Tätigkeits- und Engagementspektrum ist weit gefächert und umfasst „vergessene“ Techniken, Handwerke und Hobbies ebenso wie moderne Technologien.

Besonders erfreulich war, dass sich zwei weitere „Engagierte Städte“ an dem Stand beteiligten. Sondershausen war mit seinem Projekt „Essbare Stadt“ vertreten, und es wurde der Startschuss zur der Initiative „Glocken verbinden“ zwischen den Glockenmuseen in Apolda und Laucha bei Naumburg gegeben. Weiterhin wurde den Besuchern des Stands aufgezeigt, dass sich das moderne bürgerschaftliche Engagement immer mehr zu einem Zusammenspiel von Zivilgesellschaft, öffentlicher Hand und lokaler Wirtschaft weiterentwickelt, was allen Seiten Vorteile bringt. Für die Folgejahre zeichnen sich mehrere interessante Förderprojekte ab, die auf diesem Zusammenspiel aufsetzen – so etwa die Fortsetzung des Förderprogrammes „Engagierten Stadt“ als lokale Netzwerkstruktur oder die Förderung Digitaler Kompetenzen in der Erwachsenenbildung als ERASMUS+ Projekt. Thematischer Leitgedanke des Gemeinschaftsstandes auf dem Landesgartenschaugelände und auch der „Zeitreise Apolda“ ist es, den Wandel der Lebens- und Arbeitswelt in den letzten gut 150 Jahren zu verdeutlichen. Dieser Wandel betrifft die Menschen aller Generationen, unabhängig ihrer persönlichen Erfahrungen und jeweiligen Lebenslagen.

 

Das „Engagierte Lilienthal“ geht online

lilienthalMit einer Überarbeitung der bisherigen Homepage geht das „Engagierte Lilienthal“ (www.engagiertes-lilienthal.de) neu an den Start: „Unsere Homepage soll alle Lilienthaler über das informieren, was in der Engagierten Stadt Lilienthal geschieht und allen Vereinen und Institutionen, in denen sich Bürgerinnen und Bürger engagieren, die Möglichkeit geben, sich selbst über die Homepage vorzustellen und auf sich aufmerksam zu machen“, betont Susanne Kiel. Auch Terminkalender, Newsletter und Informationen über das „Engagierte Lilienthal“ sind wichtige Orientierungspunkte auf der Homepage. Der Newsletter greift aktuelle Themen der Freiwilligenarbeit auf. Im aktuellen dritten Newsletter meldet sich auch ein  Unternehmer zu Wort und eröffnet mit seinem Vorschlag einen Weg für eine gute Zusammenarbeit zwischen Handel und Ehrenamt.

Für die Netzwerkpartner bietet das „Engagierte Lilienthal“ einmal im Monat das Forum für Bürgerengagement in Form eines Marktstandes auf dem Marktplatz an. Dort können sich Vereine der Öffentlichkeit präsentieren, Menschen ansprechen, Fragen beantworten und, das ist der Wunsch aller Netzwerkpartner, weitere Ehrenamtliche für Ihre Arbeit gewinnen.

Im „Engagierten Lilienthal“ wird Engagement durch Vermittlung, Begleitung und Qualifikation gestärkt. Mit Fortbildungsangeboten greifen wir die vielschichtigen Bedarfe der Vereine und Institutionen nach Information und Qualifikation auf. Unser letztes Fortbildungsangebot zum Thema „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in gemeinnützigen Vereinen und Organisationen“ nutzten 18 TeilnehmerInnen am 29. Mai für ihre Arbeit. Weitere Themen wie Vereinsrecht, Excel für Vereine, Vereinssatzung, Aktives Zuhören, Versicherungen für Ehrenamtliche werden jetzt ausgearbeitet und in den nächsten Monaten angeboten.

Mit dem Spielefest der „Engagierten Stadt“ im Amtsgarten zum Thema „Alte Spiele wieder entdecken und neue Spiele kennen lernen“ verwandelt sich am Sonntag, dem 3. September der Amtsgarten im Zentrum Lilienthals wieder in eine große „Spielwiese“. Der TV-Lilienthal, die DLRG, der Ortsjugendring, der SV Lilienthal-Falkenberg, die Familienthaler, die Boule-Gruppe des Seniorenbeirates, die Flüchtlingsgruppen der Ökumene und Pro Asyl sowie die Bürgerstiftung Lilienthal laden Alt und Jung zu einem bunten Erlebnisnachmittag ein. Alte Spiele können wieder entdeckt und neue Spiele kennen gelernt werden. 50 Spielangebote von der Hüpfburg über Dosenwerfen, Einradfahren bis zum Handballspielen können ausprobiert werden. Die Engagierten der beteiligten Institutionen zeigen damit, wie bunt das bürgerschaftliche Engagement in Lilienthal ist und wie jeder daran mitwirken und ein Wir-Gefühl für alle Lilienthaler schaffen kann!

Am 24. September startet zum ersten Mal der „Tag der Lilienthaler“. Das Ziel dieser Veranstaltung unter dem Dach des „Engagierten Lilienthal“ ist es, jährlich einen Tag in jeweils einem der verschiedenen Ortsteile Lilienthals gemeinsam mit anderen Ortsteilen zu organisieren, so dass möglichst viele Lilienthaler an dem Fest teilhaben, sowohl aktiv als auch als Gast. Die Bewohner des gastgebenden Ortsteils präsentieren auf diese Weise ihren Ort mit seinen jeweiligen Besonderheiten und ermöglichen damit – das ist der große Wunsch aller – ein stärkeres Zusammenwachsen aller Ortsteile.

17. Juni: dafür! – Tag der offenen Gesellschaft

„Dagegen sein ist gerade groß in Mode. Wir aber sind dafür, für die Demokratie, für ein pluralistisches, europäisches Deutschland, für die offene Gesellschaft. Denn all das ist gar keine Selbstverständlichkeit. Die offene Gesellschaft gibt es nur dann, wenn genug Menschen für sie eintreten!“

Mit diesem Aufruf hat die Initiative „Offene Gesellschaft & Diakonie Deutschland“ für die Idee, am 17. Juni 2017 überall in Deutschland geworben: Tische und Stühle raus, schön eindecken! Kochen, so gut man es kann, es so gastlich gestalten, wie es nur geht! Kein Jammern! Uns zum Leben und Denken und Handeln verabreden! Zusammen schaffen wir eine gemeinschaftliche und gastfreundliche Atmosphäre.

stendalDie Engagierte Stadt Stendal und ihre Engagierten sind, gemeinsam mit der Kaschade Stiftung und der Hansestadt Stendal, unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeister Klaus Schmotz, diesem Aufruf gefolgt und die Bürger*innen, Vereine und Nachbarschaften der ganzen Stadt mit ihren Ortsteilen wurden ermuntert, sich an diesem Tag in Gemeinschaften zusammenzuschließen und an den gemeinsam gedeckten Tischen zu treffen.

Die Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., hat mit einer eigenen Aktion am Samstag, den 17. Juni 2017 von 11:00 bis 16:00 Uhr in der „Kleinen Markthalle“ Tische und Stühle bereit gestellt und zum gemeinsamem „Tafeln“ eingeladen. Das Theater der Altmark steuerte kleine kulturelle Beiträge bei. Jeder der wollte, konnte eigene Köstlichkeiten mitbringen oder erfreute mit eigenen musikalischen Beiträgen die Gemeinschaft. Auch konnten sich die Gäste von den Fortschritten des Umbaus der „Kleinen Markthalle“ begeistern lassen.

Engagement-Kongress NRW

Save the date! Montag, 16. Oktober 2017, 9.30 – 16.00 Uhr, Stadthalle Bad Godesberg, Bonn: Bürgerschaftliches Engagement fördern – sozialen Zusammenhalt und Demokratie stärken.

Das vielfältige bürgerschaftliche Engagement vor Ort ist ein zentraler Bestandteil einer starken Zivilgesellschaft, fördert den sozialen Zusammenhalt und trägt zu einer lebendigen Demokratie bei. Der diesjährige Engagementkongress NRW nimmt diesen Zusammenhang in den Blick und widmet sich dem Schwerpunktthema „Bürgerschaftliches Engagement fördern – sozialen Zusammenhalt und Demokratie stärken“.

Mit dem Engagementkongress NRW hat das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS) in Kooperation mit dem „Kommunen-Netzwerk: engagiert in NRW“ eine Plattform für den landesweiten Erfahrungsaustausch zur lokalen Engagementförderung geschaffen. Im Fokus steht der Wissenstransfer aus der Praxis. Gemeinsam werden anhand von Impulsen,  konkreten Praxisbeispielen sowie im Rahmen von interaktiven Workshops die aktuellen Situationen der lokalen Engagementförderung in NRW diskutiert und Zukunftsstrategien entwickelt.

Zielgruppe des Kongresses sind Entscheidungsträger*innen und Expert*innen aus den Verwaltungen, politische Vertreter*innen, lokale Akteure der Engagementförderung, Multiplikator*innen, Wissenschaftler*innen und Interessierte. Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), wird einleitend einen Impulsvortrag zu Hintergründen, Rahmenbedingungen, Chancen und Herausforderungen des Zusammenspiels von Engagementförderung und Demokratiestärkung halten.

Bitte merken Sie sich den 16. Oktober 2017 schon jetzt vor. Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie zeitnah auch auf dem Engagementportal der Landesregierung NRW: www.engagiert-in-nrw.de/engagementkongress_NRW.

Ein Zeichen offener Gesellschaft

Der bundesweite Aufruf am 17. Juni 2017 an alle Bürger des Landes lautete: Mit Tischen und Stühlen zusammenrücken und ein Zeichen der Gastfreundschaft und Liberalität für ein offenes Deutschland setzen. Der NeuStadtGarten, ein Kooperationsprojekt des Freiwilligenzentrums und der Stadt Neustadt a. d. Aisch, machte mit und lud zu einem gemeinsamen Frühstück ein.

Alt und Jung beisammen im NeuStadtGartenAb 10 Uhr war die lange Tafel im NeuStadtGarten reichhaltig gedeckt. Knapp 30 Gäste steuerten noch leckere Sachen dazu bei. So konnte nach Herzenslust „getafelt“ und geplaudert werden. Klein und Groß, Alt und Jung, mit Kinderwagen oder Rollstuhl rückten zu einem bunten Miteinander zusammen. Rund um den Feuerplatz wurden Geschichten vorgelesen sowie traditionelle und moderne Lieder gesungen. Ihre kreativ gestalteten Fußabdrücke hinterließen die Gäste im Quittenbaum.

„Was macht dich glücklich?“ wurde jeder Gast gefragt. Ihre Gedanken konnten sie anonym auf Karten beantworten. Darauf fanden sich Antworten wie das vorurteilsfreie Miteinander und ins Gespräch kommen in Offenheit, Gemeinschaft erleben, die Geselligkeit im Garten und die schönen Begegnungen im Grünen. In diesem gemeinsamen Frühstück bestätigt sich die Aktion und die Absicht der Initiative der „Offenen Gesellschaft“, ein Zeichen zu setzen für mehr Demokratie und für ein pluralistisches, europäisches und offenes Deutschland. Einigkeit und Recht und Freiheit – im NeuStadtGarten wurde dies spür- und erlebbar!

Zwischenbilanz in Neu-Ulm

In Neu-Ulm soll es einfacher werden, sich in der Gesellschaft ehrenamtlich zu engagieren. Deshalb hatte sich die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse für die Teilnahme am deutschlandweiten Programm „Engagierte Stadt“ beworben – erfolgreich: Seit September 2015 wird die Ehrenamtsbörse nun gefördert, das Programm läuft noch bis Ende 2017. Ziel ist es, das „Bürgerschaftliche Engagement“ in einer Kommune zu fördern und das Thema Ehrenamt in der Bevölkerung zu verankern. Das Familienzentrum, das die Neu-Ulmer Ehrenamtsbörse 2014 gründete, hat den Stand des Programms jüngst vorgestellt.

Im Stadtgebiet Neu-Ulm gebe es viele Akteure im Bereich bürgerschaftliches Engagement, heißt es im Bericht des Familienzentrums. „Jedoch gibt es (noch) viele Hecken.“ Diese „Schrebergärten“, wie das Familienzentrum es nennt, sollen sich verbinden und stattdessen eine Art „Parklandschaft“ werden. Diese soll Erfahrungsaustausch ermöglichen und verhindern, dass Ehrenamtliche verloren gehen. Um dieses Ziel zu erreichen, soll die Ehrenamtsbörse zu einer festen Anlaufstelle und bekannter gemacht werden. Dies ist zum Teil schon gelungen: Seit 2014 sind die Beratungen bei der Ehrenamtsbörse stetig gestiegen, zudem gibt es neue Engagement-Angebote.

neu-ulmZum anderen wurde ein Netzwerk Ehrenamt gegründet, um unter anderem Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Öffentlichkeitsaktionen durchzuführen und um Synergien nutzen zu können. Erstes gemeinsames Ergebnis des Netzwerks ist die Neu-Ulmer Ehrenamtsbroschüre, die zum einen die Vielfalt der Engagement-Angebote in Neu-Ulm und die Motivationen verschiedener ehrenamtlich Tätigen zeigt und zum anderen eine Orientierungshilfe rund ums Ehrenamt enthält. Erhätlich ist die Broschüre u.a. im Neu-Ulmer Familienzentrum.

Für die Woche des Bürgerschaftlichen Engagements im September wird die Aktion „Seitenwechsel – Ehrenamt für einen Tag“ organisiert. Dabei sollen Menschen aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung die Chance bekommen, ehrenamtliche Tätigkeiten auszuprobieren. Dafür bieten Einrichtungen und Vereine ein „Schnupper-Ehrenamt“ an. Ziel der Aktion soll sein, die Bedeutung des Ehrenamts selbst zu erleben und dadurch das Interesse am Ehrenamt zu wecken.

Zudem soll ein einheitlicher Kompetenznachweis erarbeitet werden, der von den Unternehmen anerkannt wird und als Wertschätzung für die Arbeit dient.

Fotoausstellung auf Wanderschaft

marburg18 Fotografien zeigen das vielfältige und bunte bürgerschaftliche Engagement der Studierenden in Marburg, die damit die Stadt wesentlich mitprägen. Die Fotografien wurden von Studierenden eingereicht, die in studentischen Initiativen oder gemeinnützigen Vereinen aktiv sind. Von der Freiwilligen Feuerwehr, über Leben mit Krebs e.V. bis hin zu Arbeiterkind.de – ob im kulturellen, sportlichen, sozialen oder politischen Bereich: Studentisches Engagement ist breit gefächert und präsent! Im April hatte die Engagierte Stadt Marburg die Fotoausstellung in der Volksbank Mittelhessen mit einer gelungenen Vernissage begrüßt. Nach einem Sektempfang haben sich drei Initiativen an dem Eröffnungsabend näher vorgestellt und durch persönliche Erzählungen einen tollen Einblick in die vielfältigen Engagementmöglichkeiten in Marburg geschaffen. Die Bilder hingen insgesamt 6 Wochen aus. Die Ausstellung im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ wurde als Kooperation zwischen der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V., der Philipps-Universität Marburg, der Stadt Marburg sowie dem Studentenwerk Marburg entstanden und wurde durch eine Spende der Volksbank Mittelhessen eG mitfinanziert.

Den roten Faden weiterspinnen

Als sich Hans Werner Preuhsler zum Netzwerktreffen der Engagierten Stadt aufmacht, hat er nur eine vage Vorstellung, was ihn in Berlin erwartet. Eine konkretes Anliegen hat er jedoch in jedem Fall: Preuhsler möchte seine Vision vorantreiben: eine an den Genossenschaftsprinzipien angelehnte Trägerstruktur für das künftige ehrenamtliche Engagement im thüringischen Apolda, um die Stadt und das Umland noch lebenswerter zu machen. Der Gründungs- und Finanzierungsbegleiter der Thüringer Mikrofinanzagentur steckt viel Zeit in sein Ehrenamt. Was treibt Preuhsler an, neben Familie und Job Treffen zu organisieren, Berichte zu schreiben und selbst mit anzupacken? Zum einen die in gut 10 Jahren gewachsene Verbundenheit mit seiner Wahlheimat, die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten in Apolda und in der Region sowie insbesondere das Zusammensein mit anderen engagierten Menschen, die sich in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl einbringen. Menschen, wie es sie in vielen Städten Deutschlands gibt, von denen 50 das Siegel „Engagierte Stadt“ tragen.

170427 ES-29Im April sind 120 dieser Menschen zum dritten Netzwerktreffen der Engagierten Stadt in Berlin zusammengekommen (Fotos hier). Er habe die Hoffnung, andere Engagierte kennenzulernen und sich austauschen zu können, sagt Preuhsler am Rande des Treffens in der Robert Bosch Stiftung, einem der Partner, die hinter dieser Initiative stehen.

„Oft fühlt man sich als Engagierter in seiner Region alleingelassen“, ergänzt ein anderer Teilnehmer. Beide Männer sind sich einig, dass die Engagierte Stadt dies verändert hat: Wer sich engagiert, weiß, dass es noch in vielen weiteren Städten Menschen gibt, die das ebenfalls tun.

170427 ES-Ferner1Das Programm Engagierte Stadt, das 2015 auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung, der BMW Stiftung Herbert Quandt, der Generali Deutschland AG, der Herbert Quandt Stiftung, der Körber-Stiftung und der Robert Bosch Stiftung ins Leben gerufen wurde, setzt genau da an. Gegenseitige Hilfestellung, Vernetzung und Voneinander-Lernen seien zentrale Aspekte des Programms, betont die Parlamentarische Staatssekretärin Elke Ferner (SPD) in ihrer Rede beim Netzwerktreffen. „Das ist einzigartig!“

Kein Wunder also, dass sich das Bundesministerium mitsamt alten und neuen Partnern dazu entschlossen hat, das Programm um zwei weitere Jahre zu verlängern. Die Devise lautet: stabile und fruchtbare Zusammenarbeit durch dauerhafte Förderung, anstatt kurzlebiger Leuchtturmprojekte.

Bei der Veranstaltung sind die Plätze schnell gefüllt. Viele Teilnehmer nicken sich zu, man kennt sich, ist seit Anfang an dabei und freut sich Mitstreiter zu sehen. Unter den Engagierten sind Kindergärtner, Landschaftsarchitektinnen sowie Verwaltungsangestellte. Was sie eint, ist die Idee, dass die Gesellschaft ehrenamtliches Engagement benötigt.

170427 ES-16Was sie antreibt, beschreibt dann Gerald Hüther: „Wir haben kein Erklärungsproblem. Wir haben ein Umsetzungsproblem“, sagt der Neurobiologe zu Beginn – und erntet Zustimmung aus dem Publikum. Hans Werner Preuhsler sieht das ganz ähnlich, er drückt es nur anders aus: „Wir haben eigentlich viele Menschen, die loslegen und helfen möchten. Damit wir aber nicht immer nur über ehrenamtliches Engagement reden, benötigen wir vernetzte Ermöglichungsstrukturen mit einem offenen und niedrigschwelligen Zugang, der für potenzielle Mitmacher attraktiv ist, Raum für ein aktives selbstbestimmtes Engagement bietet und auch die Kommunikationswege des Internet nutzt.“

170427 ES-11Für alle im Raum steht fest: Der Erfolg einer Engagierten Stadt steht und fällt mit den Personen, die daran beteiligt sind. Immerhin zeigt der aktuelle Engagementbericht des Familienministeriums eine positive Tendenz auf. Es gibt wieder mehr Menschen, die sich für das Gemeinwohl einbringen wollen.

Menschen wie Hans Werner Preuhsler. Am Ende des Netzwerktreffens ist auch er zufrieden. Zwei anstrengende Tage liegen hinter ihm und trotzdem versprüht er immer noch dieselbe Energie wie zu Beginn, die Lust etwas zu bewegen. Für sich und die Menschen in Apolda, seiner Engagierten Stadt.

Hier können Sie sehen, was in Engagierten Städten wie Flensburg oder Stendal passiert: https://www.youtube.com/watch?v=npW3E8vo_vE

 

 

Ziele und Wirkung des kreisweiten Netzwerkes diskutiert

„Über Zaun und Grenze – das Netzwerk für Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfe hat im Landkreis viel bewirkt. Es muss weiter bestehen bleiben und seine Arbeit fortsetzen.“ So betonten es die Netzwerkpartner, Mitarbeiter aus Wohlfahrtsverbänden, ehrenamtlichen Helferkreisen und verschiedenen Behörden.  Sie alle kamen auf Einladung der Koordinierungsstelle des Freiwilligenzentrums der Caritas am Dienstag, 16. Mai 2017 in Neustadt an der Aisch zusammen. Beim 8. Runden Tisch überlegten sie, wie es zukünftig weitergehen soll.

„Unser Landkreis wird älter und bunter. Dass dies gerade in den vergangenen zwei Jahren nicht zu chaotischen Missständen geführt hat, ist den vielen engagierten Bürgern zu verdanken, die diese Herausforderung aktiv mitgestalten, “ begrüßte Dorothea Hübner, Leiterin des Freiwilligenzentrums, die 19 Teilnehmer am Runden Tisch. Jeder Teilnehmer äußerte seine Sichtweise und wie er das Netzwerk „über Zaun und Grenze“ seit Beginn im September 2015 bis heute wahrgenommen hat.

8. Runder Tisch üZuG„Braucht es das Netzwerk weiterhin?“, warf Hübner die Frage in die Runde. Der gemeinsame Konsens lautete: Das Netzwerk hat viel für die Ehrenamtlichen, deren Anerkennung und die Zusammenarbeit in der Kommune geleistet. Es gibt dort immer ein offenes Ohr und es pflegt einen unkomplizierten Austausch. Die Koordinierungsstelle muss es weiterhin geben.

Ehrenamtliche aus Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen erhielten über die im Spätsommer 2015 neu geschaffene Koordinierungsstelle des Freiwilligenzentrums bedarfsgerechte Unterstützung und Qualifizierung. Sie bietet nach wie vor neue Vernetzungsmöglichkeiten und trägt zur Transparenz bei. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung verlagerte sich der Schwerpunkt hin zur Flüchtlingshilfe, wobei die Nachbarschaftshilfen auch beim Aufbau, bei der Organisation, Qualifikation und Vernetzung unterstützt wurden.

In enger Verknüpfung und einem lebendigen Austausch wird das Netzwerk als eine ständige Quelle von Informationen und Herausforderungen gesehen. Positiv wirkt hier die eigens aufgebaute Homepage www.ueberzaunundgrenze.de. Sie bietet aktuelle Informationen, Vernetzungsmöglichkeiten untereinander und kostenlose Nutzung aller Initiativen auf einer eigenen Plattform. Fazit: es wurde viel bewegt und bewirkt. „Ein Netz fängt ein, bündelt und man kann sich auch was herausholen“, so Jürgen Rotter vom Diakonischen Werk.

Im Landkreis geschah in den vergangenen Jahren sehr viel Gutes, sowohl von hauptamtlicher als auch von ehrenamtlicher Seite. Negative Schlagzeilen blieben weitestgehend bisher aus. Wenngleich das Angebot bisher gut angenommen wurde, wird es noch nicht flächendeckend im Landkreis von allen Flüchtlings- und Nachbarschaftshilfen genutzt. Zudem sind viele Helfer erschöpft und haben ihr Engagement beendet. Deshalb werden dringend neue Engagierte gesucht.

In einem weiteren Schritt überlegten die Teilnehmer, wo aktuell größter Handlungsbedarf besteht. Hier wurden Themen genannt wie der fehlender Wohnraum, geringe Mobilität, unzureichende Infrastruktur, der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen und Möglichkeiten der Begegnung. In vielen Orten des Landkreises gibt es keine Nachbarschaftshilfen.

„Über Zaun und Grenze“ versteht sich als Netzwerk vom Engagement Einzelner hin zu einer Verantwortungsgemeinschaft vor Ort und zielt auf einen starken Verbund von Kommune, Wohlfahrt, Wirtschaft und engagierten Bürgern. Mit kritischem Blick auf die Zukunft bleibt die Integration neuer Mitbürger und der demografische Wandel weiterhin eine große Herausforderung in unserem Landkreis. Eine Herausforderung, die den langen Atem aller Beteiligten fordert.

Die erste Förderperiode der „engagierten Stadt“, mit deren finanzieller und fachlicher Unterstützung  diese Koordinierungsstelle installiert und aufgebaut werden konnte, endet im Dezember 2017. Doch Ehrenamt braucht Hauptamt. Durch eine neue Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration sollen sogenannte „Integrationslotsen“ in Kürze auf den Weg gebracht werden.

Weiterhin im Blick bleibt die gemeinsam formulierte Vision, dass Menschen unseres Landkreises über Zäune und Grenzen hinweg in fürsorglichem Miteinander leben, getragen von einem aktiven Helfer-Netz für alte und neue Nachbarn aus In- und Ausland. Hübner dankte allen fürs Kommen, Mitdenken und Mitwirken und verabschiedete die Gäste: „Gemeinsam geht’s besser. Lasst uns weiter am Netz knüpfen für einen engagierten Landkreis zum Wohle aller Bürger.“

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