Neues für die engagierte Stadt

Auswertung: Befragung zur Quartiersentwicklung

Auch in Worms geht es voran. Unser Ziel ist und war es, herauszufinden, was die Menschen in der Wormser Innenstadt beschäftigt, was sie als positiv und negativ empfinden und wobei sie bereit wären, sich zu engagieren. Gemeinsam mit einem professionellen Coach für Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit entwickelten wir Anfang des Jahres einen offenen Fragebogen, mit Hilfe dessen wir diese Stimmungsbild einholen konnten. Wichtig war bei der Zusammenstellung der Fragen, dass wir uns bewusst gegen einfach auszuwertende Entscheidungsfragen (also zum Beispiel „Gefällt Ihnen der Park in Ihrer Nähe?“) und für offene Fragen (wie „Was gefällt Ihnen hier?“) entscheiden haben. Wir wollten damit erreichen, dass wir zum einen wirklich mit den Themen konfrontiert werden, die die Bewohner beschäftigen und nicht mit jenen, die wir ihnen vorgeben würden. Zum anderen sollten diese offenen Fragen mehr Freiraum für kleine und größere Geschichten aus dem Alltag lassen, aus denen schließlich häufig ein besseres Bild der Situation hervorgeht, als aus bloßen Ja- und Nein-Antworten.

Stadtplan-QuartierNachdem ein ehrenamtliches Team von etwa zehn Personen gefunden worden war, wurden in einem ersten Schritt diejenigen Menschen in unserem Viertel interviewt, die ein berufliches Interesse am Stadtteil haben. 35 Gemeindeleiter, Geschäftsinhaber, Schuldirektoren, Politiker usw. wurden dabei zu ihrer Meinung befragt und erfreulicherweise konnten sich auch viele von ihnen ein Engagement für das Viertel vorstellen. Der folgende zweite Schritt war das Interviewen der Bewohner und Bewohnerinnen. Im Vorfeld von eingeworfenen Flyern angekündigt, gingen Interviewer-Teams von zwei Personen in einer Straße von Tür zu Tür und befragten die Wormser und Wormserinnen. Parallel dazu bestand auch die Möglichkeit, sich eigeninitiativ zu melden um einen Termin zu vereinbaren und somit ein besonders ausführliches Gespräch führen zu können. Diese Möglichkeit nutzte allerdings, wie zu erwarten war, nur ein knappes Dutzend der Betroffenen. Von ungefähr 3300 Menschen in diesem Quartier konnten fast 300 Haushalte und somit über 400 Einzelpersonen befragt werden. Auch wenn unsere Interviewer-Teams relativ häufig vor verschlossenen Türen standen, waren doch viele gerne bereit, Auskunft zu geben und konnten den Gedanken hinter der ganzen Aktion, nämlich ihr eigenes Wohngebiet lebenswerter zu machen, nachvollziehen.

Die Ergebnisse von beiden Interview-Runden, also von Professionellen wie auch Bewohnern, waren ähnlich. Neben der mangelnden Sauberkeit von Straßen und Anlagen und der schwierigen innerstädtischen Parkplatz-Situation, wurde vor allen Dingen die große Anonymität bemängelt. Glücklicherweise waren aber auch viele bereit, genau gegen diese Missstände anzugehen und könnten sich vorstellen, sich bei einem Nachbarschaftsfest oder einem Bürgertreff zu engagieren.

Der kommende dritte Schritt wird sein, zu einer Bewohnerversammlung Ende Oktober persönlich alle Interviewten, aber auch über Flyer und Presse alle Wormser, einzuladen um gemeinsam nächste Schritte zu planen. An diesem Abend werden sowohl die Ergebnisse der Interviews vorgestellt werden, als auch zu den am häufigsten genannten Themen erste Arbeitsgruppen entstehen, die sich aus Professionellen und Bewohnern zusammensetzen werden und hoffentlich auch längerfristig Bestand haben werden.

Nach diesem Bewohnertreffen wird es vor allem darum gehen, die einzelnen Gruppen in der Art zu begleiten, dass sie längerfristig selbstständig erfolgreich arbeiten und somit auch nach Ende des Projektes „Engagierte Stadt“ Worms nachhaltig verbessern.

Von Nicole Heinzelbecker, Engagierte Stadt Worms.

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