Neues für die engagierte Stadt

Erfahrungsbericht zur Online-Befragung in Marburg

Im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ fokussiert die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V. (FAM) das bürgerschaftliche Engagement von Studierenden. Über eine Online-Befragung, an der 530 Studierende aus allen Fachbereichen teilnahmen, konnte ein umfassendes Bild über die Engagementfelder und -inhalte, Interessen, Vor- und Einstellungen sowie Bedürfnisse der Zielgruppe generiert werden.

Im Vorlauf:

Für die Umfrage wurde ein Fragebogen mit 10 Fragen entwickelt, der in 3-5 Minuten zu beantworten war. Dafür wurde das Umfragetool Surveymonkey genutzt. In einem Pre-Test wurde der Fragebogen zunächst von einigen Studierenden ausgefüllt und mit Blick auf deren Rückmeldungen (Verständnisfragen, fehlende Aspekte, etc.) überarbeitet.

Öffentlichkeitsarbeit während des Umfragezeitraum:

Der Fragebogen war vom 25.01.2016 bis 06.03.2016 online geschaltet und wurde über verschiedene Kanäle gestreut, um die studentische Öffentlichkeit zu erreichen.

Als Instrumente zur Streuung wurden genutzt: Facebook, der universitäre E-Mail-Verteiler sowie Plakate mit QR-Code. Die Verteilung der Beantwortungen zeigt, welchen Einfluss die zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingesetzten Instrumente hatten.

marburg

  • Die Umfrage wurde zunächst über die Facebook-Seite der FAM geteilt: Entgegen der Annahme, dass über dieses Medium sehr viele Studierende erreicht werden, wurden relativ wenige Beantwortungen vorgenommen. Facebook scheint an dieser Stelle nicht das passende Instrument für einen aktiven Aufruf zu sein. So wurde uns über spätere Gespräche mit der Zielgruppe deutlich gemacht, dass das soziale Netzwerk vielmehr als reine Informationsplattform genutzt wird.
  • Zu einem späteren Zeitpunkt konnte der Link zur Umfrage über den E-Mail-Verteiler der Universität versendet werden, der alle Studierende und Promotionsstudierende erreicht. Dies hat in den ersten Tagen fast 250 Beantwortungen zur Folge gehabt. Die Studierenden wurden also über diesen sehr klassischen Kanal deutlich besser angesprochen und waren eher bereit an dieser Umfrage teilzunehmen. Wenn Studierende ihr studentisches E-Mail-Postfach nutzen, sind sie weniger im Freizeit- und mehr im Arbeitsmodus; die Bereitschaft, an Forschung teilzunehmen, ist höher. Ende Februar, also schon in den Semesterferien, wurde die Umfrage schließlich als Erinnerung noch mal über den E-Mail-Verteiler der Universität versendet. In den darauf folgenden Tagen wurde der Fragebogen noch mal über 200 Mal beantwortet.
  • Anfang Februar wurden zusätzlich Poster mit einem QR-Code zur Umfrage gedruckt, die in der Mensa, im Hörsaalgebäude und an Aufenthaltsorten verschiedener Fakultäten sowie bei der FAM und in einem zentralen Supermarkt aufgehängt wurden. So konnten Studierende im Vorbeigehen mittels ihres Smartphones an der Umfrage teilnehmen. Dies hat höhere Teilnahmezahlen bewirkt als Facebook. Die Warte- oder Aufenthaltszeiten wurden genutzt, um mit dem sich ohnehin im ständigen Einsatz befindlichen Smartphone an der Umfrage teilzunehmen.

Lessons Learned:

  •  Ein Pre-Test zeigt die unverständlichen und fehlenden Aspekte
  • Der klassische E-Mail-Verteiler führt zur größten Aufmerksamkeit
  • Die Instrumente sollten mit Blick auf die Zielgruppe und ihrem Nutzerverhalten (z.B. in Bezug auf die Neuen Medien)

Im Nachgang:

Die Ergebnisse wurden in einem umfassenden Bericht dargestellt, der auf der Seite der FAM veröffentlicht wurde: http://www.freiwilligenagentur-marburg.de/index.php?article_id=709. So kann dieser der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und trägt dazu bei, dass studentische Engagement sichtbar zu machen. Eine Idee ist es, die Umfrage im Sinne einer Langzeitstudie in einem gewissen Abstand zu wiederholen, um die Wirkung des Programms und die Entwicklungen bzgl. der studentischen Bedürfnisse nachvollziehen zu können.  Zudem können weitere Maßnahmen bedürfnis- und bedarfsgerecht geplant werden.

Von Christina Salland, Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V.

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