Neues für die engagierte Stadt

Deutsch-Türkische Community in Worms

Das Team der Engagierten Stadt und der Deutsch-Türkische Community mit seinen Mitgliedern Uzatmaz Serdar, Norbert Haas, Nurlan Mamadov und Ali Kesler trafen sich in der Ehrenamtsbörse zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Die größte Gruppe im Quartier der Engagierten Stadt sind mit 1.243 Bewohnern die 20 bis 39 Jährigen, von denen 46 % Migrationshintergrund haben und 722 Kinder und Jugendliche. Das ist die Zielgruppe der Community,  einheimische und türkischstämmige  junge Menschen der 3. und 4. Generation ehemaliger Einwanderfamilien zu gewinnen. Es wurde in der Vergangenheit auf beiden Seiten versäumt, sich mit der jeweiligen Kultur vertraut zu machen. Die Kinder ehemaliger Einwanderer wissen immer noch nicht, warum Ostern oder Weihnachten gefeiert wird, ebenso ist für die einheimischen Deutschen der Ramadan eine Zeit mit sieben Siegeln.

„Wir wollen das ändern“, sagt der Vorsitzende Serdar Uzatmaz. Er ist sich auch nicht zu schade gewesen, im Seniorenheim als Weihnachtsmann aufzutreten. St. Nikolaus kommt schließlich aus dem Orient, was mancher Einheimischer auch nicht weiß. „Wir sind nicht Türken mit deutschem Pass, sondern Deutsche mit türkischen Wurzeln, so wie es durch Kriege viele Deutsche mit russischen oder polnischen Wurzeln gibt. Sie lieben ihre Stadt Worms und freuen sich, in der traumhaften rheinhessischen Landschaft zu leben, die eine Geschichte vielfältiger Integration hat. „Es gibt gut aussehende rheinhessische Menschen mit schwarzen Haaren, die als Italiener oder Franzosen durchgehen würden“, erzählt  Christina Heimlich eine Anekdote von einem Frankreichbesuch, wo ihr Mann, ein rheinhessisches Urgestein, glatt für einen Franzosen gehalten wurde.  Uzatmaz, der auch Mitglied im Stadtrat ist und über große Netzwerkkontakte verfügt, ist sicher, dass die persönliche Kommunikation der Weg zum Ziel ist. „Unsere Generation und unsere Kinder können das. Wir waren und sind auf deutschen Schulen gewesen, haben studiert oder eine gute Ausbildung gemacht. Unsere Töchter haben dieselben Chancen und werden gefördert. Deshalb haben wir die Initiative ergriffen und kümmern uns um die Integration selbst“.

Christina Heimlich, die Netzwerkverantwortliche der Engagierten Stadt Worms, erkennt in diesen Ideen das Netzwerkmotto für Worms „Multikulturell, traditionell, bunt“ und freut sich darüber, dass nun diese Kooperation entstehen wird. Die Deutsch-Türkische Community wird die Bewohner ihres Kreises auffordern, auch beim Picknick im Albert-Schulte-Park  am 25.6. – ab 13.00 Uhr dabei zu sein. Salate, süße und salzige türkische Gebäcke werden mit deutschem Kuchen und Kaffee geteilt. „Über die Facebook-Seite „Ehrenamtsbörse“ und „DTCW“ können wir uns gegenseitig zu Treffen und Veranstaltungen einladen“, rät Martin Gauer, der Koordinator der Ehrenamtsbörse. Heimlich fordert auch Senioren auf, mal ins Smartphone zu schauen, um informiert zu sein, was es hier Neues gibt. Es läuft auch gerade die Einladung zu einem Fotowettbewerb für Jugendliche im Quartier „Mein Blickwinkel“ – wie sieht die ganz junge Generation ihr Quartier in der Innenstadt von Worms?

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