Der GVV Vorderes Kandertal lud Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in den Binzener Rathaussaal. Trotz Sprachbarrieren tauschten die Frauen sich rege aus und fanden Anknüpfungspunkte.
Unter dem Motto „Vereine stellen sich vor“ gibt der Gemeindeverwaltungsverband Vorderes Kandertal (GVV) Vereinen die Möglichkeit sich vorzustellen. Vergangenen Dienstag war dies der Frauenverein Binzen/Rümmingen und hierzu wurden insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund eingeladen. „Uns geht es darum, Frauen möglichst niederschwellig die Möglichkeit zu geben, sich zu vernetzen“, sagt die Integrationsbeauftragte Andrea Kühne.
Der Nachmittag sei ein voller Erfolg gewesen. Insgesamt vierzehn Frauen aus sieben verschiedenen Nationen, darunter Syrien, Afghanistan, Ukraine und Frankreich, trafen hier aufeinander, brachten Selbstgebackenes mit und tauschten sich aus. „Natürlich gab es teilweise sprachliche Hürden“, berichtet Kühne. „Aber die Frauen haben sich gegenseitig geholfen und es sind dann sehr rege Gespräche entstanden“. Themen waren vor allem die Kinder der Teilnehmerinnen und deren Fortschritte in Schule und Kindergarten. Aber auch die Vorstellung des Frauenvereins habe das Interesse der Anwesenden geweckt. Besonderen Anklang fand der Lauftreff des Frauenvereins, der jeden Dienstag um 18 Uhr beim Binzener Kindergarten startet. Einige der Frauen hätten bereits vor, kommende Woche mitzulaufen.
Räume schaffen um Potenzial zu fördern
„Das ist sehr schön, weil das weitere Anknüpfungspunkte bildet“, meint Kühne. In vielen der migrantischen Familien sei die Rollenaufteilung noch sehr klar: Der Mann geht in die Deutschkurse und die Frau bleibt zuhause bei den Kindern. „Bemerkenswert ist aber, dass die Frauen, die da waren, trotzdem zuhause mit Youtubekanälen Deutsch lernen“, sagt Kühne. „Die wollen wirklich etwas erreichen und sind sehr taff.“ Kühne sieht hier großes Potenzial. Man müsse ihnen nur die Chance geben, sich einzubringen und niederschwellig Räume schaffen, in denen sie sich treffen, austauschen und vernetzen können, um sich später gegenseitig zum Beispiel bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Der Frauenverein biete hier gute Möglichkeiten, weil hier Frauen unter sich sind. Möglich ist auch ein Folgetermin im Herbst, „zu dem dann vielleicht sogar schon mehr Frauen kommen“, hofft Kühne.
Für dieses erste Treffen hatte Integrationsmanagerin Simone Stiefbold zusätzlich zur Ankündigung im Amtsblatt auch per Whats-App eingeladen, so dass es sich gut rumsprechen konnte. „Mein Eindruck ist, dass einige der Frauen, wirklich Anschluss in Binzen suchen“, meint Kühne. „Solche Nachmittage sind kleine Dinge, aber sie lohnen sich“, zieht Kühne ihr Fazit nach dem gelungenen Treffen.
