Rheinfelden

 

Günther Schmidt ist Abteilungsleiter der SAK Arbeit gGmbH

Drei Fragen an

Günther Schmidt

Was wollen Sie in Ihrer Stadt verändern?

Es soll ein verfasstes und funktionierendes Netzwerke für das Ehrenamt entstehen und es soll Beschlüsse zur Anerkennungskultur in unserer Stadt geben. Es sollen neue, ansprechende Formen und Zugangswege zum Engagement in unserer Stadt gefunden werden.

Wie können Bürger sich in Ihrer Stadt einbringen?

Im Prozess der »Engagierten Stadt« in der Projektgruppe; bei der Auftaktveranstaltung am Tag des Ehrenamts; bei der Bürgerbeteiligung mit einem Bürgerinnenrat; an einer Tagung sowie schließlich im Ehrenamtsgremium.

Was Sie uns sonst noch sagen wollen zu Ihrem Vorhaben:

Rheinfelden ist eine durch Zuzug geprägte junge, bunte und aufstrebende Industriestadt im Südwesten Deutschlands. Wir haben eine engagierte Bürgerschaft und zahlreiche innovative und soziale Angebote. Wir freuen uns, am Programm »Engagierte Stadt« mitwirken zu dürfen und hoffen, damit einen Beitrag zum Erhalt und Ausbau des Ehrenamts in unserer Stadt leisten zu können.
Bundesland: Baden-Württemberg
Einwohnerinnen und Einwohner: 32.245
Bevölkerungsdichte: 513 Einwohner/km²
Bevölkerungsentwicklung bis 2030: + 2,1 %
Durchschnittsalter: 43,1
Verfügbares Einkommen: 19.564 €/Einwohner
Vereine: 290
Unternehmen: 9.528
Webpräsenz: www.rheinfelden-baden.de
SAK Arbeit gGmbH
Quellenangabe
Einwohnerinnen und Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsdichte: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsentwicklung bis 2030: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Durchschnittsalter: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Verfügbares Einkommen je Einwohner/in: Kreiszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Ausgabe 2012. Die Zahlen gelten jeweils für den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Anzahl der Vereine: Registerportal der Länder; in Einzelfällen Angaben seitens der Kommunen. Anzahl der Unternehmen: Unternehmensregister-System 95. Stand: 31.12.2012. Die Zahlen beziehen sich auf den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt.

Erfahrungsbericht Rheinfelder Kulturnacht

Im Rahmen der Rheinfelder Kulturnacht haben wir mit einem gemeinsamen Angebot in unserem Netzwerk auf das vielfältige Engagement in unserer Stadt aufmerksam gemacht und dies sichtbar werden lassen. An drei zentralen Orten in unserer Stadt dem Spielplatz in der Schwedenstraße, dem Jugendhaus im Kulturpark Tutti Kiesi und dem Bürgertreff Gambrinus in der Innenstadt waren wir mit kreativen Aktionen vertreten. An jeder Station bekamen die Teilnehmenden ein Silkonarmband mit der Aufschrift „Engagierte Stadt Rheinfelden – Ich bin dabei“ in grün, rot und gelb. Wer an allen drei Stationen mitmachte hatte die Stadtfarben am Handgelenk.

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Beteiligungswerkstatt: Vision 2030

20161118_bet_werkstattstadt_rheinfelden-1Mit durchwegs positivem Echo ging die Beteiligungswerkstatt „Vision 2030: Rheinfelden ist engagierte Stadt“ am vergangenen Samstag über die Bühne. 30 ehrenamtliche Engagierte waren der Einladung vom SAK Quartier und der Freiwilligenagentur der Stadt ins Jugendhaus gefolgt, um über die Zukunft und die Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Arbeit in Rheinfelden zu diskutieren.

Zu Beginn wurden Bürgermeisterin Diana Stöcker und SAK-Geschäftsführer Christoph Zacheus-Hufeisen von Matthias Zeller, SWR, zu den Zielen des Projekts, der Veranstaltung und den heutigen Herausforderungen für das Ehrenamt befragt. „Wir müssen die Begeisterung und den persönlichen Gewinn für ehrenamtliches Engagement nach außen tragen“, betonte Zacheus-Hufeisen.

Netzwerke gehören zum Menschen

20161118_bet_werkstattstadt_rheinfelden-2-2Anschließend nahm Tobias Studer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachhochschule Nordwestschweiz, in seinem Impulsvortrag die drei Kernfragen, die sich im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Engagierte Stadt“ im Februar herauskristallisiert hatten, auf. „Der Mensch als soziales Wesen sei unabhängig von sozialen Beziehungen nicht denkbar“, so Studer. Hinsichtlich der Frage der Anerkennung von ehrenamtlicher Arbeit, gab er den Anwesenden mit auf den Weg, über neue Formen nachzudenken, eine vermeintlich einheitliche Vorstellung zur Anerkennung gäbe es nicht.

3:2:1 – konkrete Maßnahmen

Nach diesen Denkanstößen verteilten sich die Teilnehmer auf drei Gruppen, um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten. Nach rund einer Stunde intensivem Brainstorming wurden die verschiedenen Vorschläge in der großen Runde zusammengeführt. Nach dem Motto „3:2:1“ präsentierte jede Gruppe, angeführt von seinem Moderatorenteam, drei schnell umsetzbare Ideen, zwei mittelfristige Vorschläge sowie ein langfristiges Ziel.

So schlug beispielsweise die Gruppe „Netzwerke“ ein schwarzes Brett für Vereinsveranstaltungen in Rheinfelden sowohl digital als auch „real“ vor. Gleichzeitig soll der Bürgertreffpunkt noch stärker als Zentrum für Bürgerengagement etabliert werden. Helfen sollen dabei „spartenübergreifende“ Veranstaltungen wie beispielsweise die Hygieneschulung.

Ausgehend von den Problemen, die ehrenamtliche Arbeit im Berufsalltag mit sich bringen kann, möchte die Gruppe „Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf“ noch intensiver auf  Unternehmen und  Schulen zugehen, um Vorteile von bürgerschaftlichem Engagement für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufzuzeigen. Auch eine Projektliste für mögliches Engagement für Unternehmen soll erstellt werden. Langfristiges Ziel ist die Einrichtung eines „Marktplatzes der guten Geschäfte“. „Dort werden Ideen und Vorhaben von Vereinen gesammelt, und Unternehmen können diese beispielsweise durch Spenden, Sachmittel, Know-How oder Logistik unterstützen“, erklärte Stefanie Franosz, Leiterin der Freiwilligenagentur, die Idee.

Zum Thema Anerkennungskultur wünschten sich die Teilnehmer, dass eine Erstattung der Auslagen selbstverständlich sein sollte. Mit einer übergreifenden Ehrenamtsmesse möchte man auf das bürgerschaftliche Wirken verstärkt aufmerksam machen und auch ein bisschen „sich selbst feiern“.

Win-Win- Situation für alle Beteiligten

20161118_bet_werkstattstadt_rheinfelden-3Die gesamte Veranstaltung, durch die in gewohnt souveräner und unterhaltsamer Art Matthias Zeller vom SWR führte, war begleitet von lebhaften und intensiven Diskussionen. Für alle Teilnehmer stand es außer Frage, dass ein solches Treffen wiederholt werden muss. „Die Teilnehmer sind oft seit Jahren begeistert im Ehrenamt unterwegs, haben ihre Erfahrungen engagiert eingebracht und die Veranstaltung auch zum Netzwerken genutzt“, fasst Bürgermeisterin Diana Stöcker zusammen, die mit dem Verlauf und den Ergebnissen sehr zufrieden ist.  „Wir werden uns in den kommenden Tagen noch einmal zusammensetzen, um die Ergebnisse der Veranstaltung mit klaren Zeithorizonten zu versehen“, so Stöcker.

Engagierte Städte-Austausch in Rheinfelden

Bei schönstem Herbstwetter begrüßten wir am 12. Oktober eine Delegation aus der Engagierten Stadt Titisee-Neustadt. Frau Detering, Frau Kranzfelder und Herr Kranzfelder kamen zum Gegenbesuch, den wir im Frühsommer bei unserem Besuch im Schwarzwald vereinbart hatten. Wir begannen mit einer  Stadtrundfahrt, verweilten kurz am Rhein mit Blick zu unserer schönen Schwesterstadt in der Schweiz, besuchten wichtige Kooperationspartner und gingen anschließend in unseren Bürgertreffpunkt Gambrinus im alten Rathaus. Dort tauschten wir uns bei Kaffee und Kuchen über den jeweiligen aktuellen Stand unserer Arbeit in der Engagierten Stadt aus.

v.l.n.r: Frau Detering, Herr Schmidt, Frau Kranzfelder, Herr Kranzfelder, Frau Spada

Wie wir finden sind beide Städte gut aufgestellt und haben jeweils ihrer Möglichkeit entsprechend schon einiges auf die Beine gestellt. In Rheinfelden werden wir mit einer Beteiligungswerkstatt am 12. November die Themen Netzwerk, Anerkennungskultur und Vereinbarkeit von Ehrenamt und Beruf vertiefen; in Titisee-Neustadt wird die Vernetzungsplattform weiterentwickelt. Wir danken Frau Detering, Frau Kranzfelder und Herrn Kranzfelder recht herzlich für ihren Besuch und freuen uns auf einen weiteren Austausch!

Von Stefanie Franosz & Larissa Spada & Günther Schmidt, Engagierte Stadt in Rheinfelden

v.l.n.r: Frau Franosz, Herr Schmidt, Frau Detering, Frau Kranzfelder, Herr Kranzfelder

 

Erfahrungsbericht aus Rheinfelden

Bei unserer Auftaktveranstaltung zur Engagierten Stadt in Rheinfelden am 17.02.16 konnten wir gute Erfahrungen mit dem „Arena-Modell“ sammeln und geben diese gerne auf Anregung von Herrn Dr. Leppert an die anderen Programmstädte weiter.

Unter dem Leitsatz „wie engagiert ist unsere Stadt“ wollten wir in einer moderierten Diskussionsrunde den Leitfragen nachgehen „was macht Rheinfelden als Engagierte Stadt aus“ und „was brauchen wir für die Zukunft“. Da wir eine größere Anzahl an Diskussionsteilnehmern aus dem öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Sektor ansprechen und einbinden wollten eignete sich eine Podiumsdiskussion dazu nicht.  Als Methode haben wir uns an die politische Sendung ARENA  aus dem Schweizer Fernsehen SRF (welches wir in Grenznähe empfangen können) und an das Arena Modell von Prof. Dr. Ortwin Renn (öffentliche Konflikte erfassen)  angelehnt.  Das Ganze ergänzten wir noch um die Fishbowl-Methode die wir in Berlin bei der Engagierten Stadt kennenlernen durften. Wir erhofften uns dadurch  eine größere Runde besser einbinden zu können, was uns dadurch auch gelang.

Die Wahl des Veranstaltungsortes mit dem neuen Jugendhaus war bewusst von uns gewählt, da wir dort neben guten räumlichen Bedingungen (moderner Veranstaltungssaal mit Bühne, Theke, Technik) auch die Zukunftsträchtigkeit des Themas zum Ausdruck bringen konnten. Die Begrüßung und Einleitung erfolgte über unseren Oberbürgermeister, der auch zur Veranstaltung mit einem Schreiben einlud. Ebenso gab es einen professionellen Flyer. Dies gab der Veranstaltung ein größeres Gewicht.  Mit 60 Besucher/Innen, 25 teilnehmenden Akteuren und zwei Pressevertretern ist dies gut gelungen. Danach übernahm der Moderator Herr Zeller vom SWR 4, Lokalstudio Lörrach, der durch das Programm führte und unsere Arena moderierte.

Herr Prof. Dr. Uli Mäder, Professor für Soziologie an der Universität Basel und FHNW Basel hielt ein Impulsreferat mit einer Präsentation zum Thema „Engagement und Kulturen“ in dem er sehr eindrucksvoll die Bedeutung des Ehrenamtes für unsere Gesellschaft und für den Einzelnen hervorhob. Das Jugendtheater Tempus Fugit Lörrach / Rheinfelden unter der Leitung von Karin Maßen präsentierte ein hintergründiges für die Veranstaltung selbstentwickeltes Theaterstück zur Vermarktung von Ehrenamt. In der Vorbereitung und in den Proben hat sich die Gruppe intensiv mit den eigenen Zugängen beschäftigt.

Die Arena war mit Stehtischen und Pulten im Zuschauerraum aufgebaut. In einem inneren Kreis waren vier Teilnehmer und der Moderator und ein freier Platz (Fishbowl). Im Inneren wurden die Leitfragen diskutiert und Statements abgegeben. Im Äußeren Kreis waren weitere neun Teilnehmer, ein Platz wurde an eine Besucherin aus dem Publikum vergeben. Der Moderator bezog je nach Thema die Teilnehmer in das Gespräch ein oder lud sie in den inneren Kreis zur Diskussion ein. Der Moderator war dabei gleichzeitig auch Regulator und achtete darauf alle einzubinden. In einer Vorbesprechung hatte er die Gelegenheit die Teilnehmenden näher kennen zu lernen. Die Zuschauer konnten sich mit Fragen an die Runde einbringen. Der wirtschaftliche Sektor war leider nicht ausreichend vertreten. Wir haben dies in der Zusammenstellung des Podiums nicht bedacht. Dieser Bereich sollte zukünftig stärker eingebunden werden. Nach einer einstündigen Diskussion endete das Podium mit folgenden Schwerpunkten zur weiteren Bearbeitung im Prozess vor Ort: Einbindung der Unternehmen, Monetisierung des Ehrenamtes, Schaffung von Netzwerken und Wichtigkeit der Anerkennung / Anerkennungskultur.

Wir hatten uns überlegt die Veranstaltung zu Dokumentationszwecken zu filmen, waren uns dann aber unschlüssig ob dies nicht zu einer Überfrachtung / Befangenheit der Teilnehmenden führt und haben uns dann auf Fotos und Mitschriebe beschränkt. Den Auf- und Abbau und die Bewirtung haben wir mit den Teams des Jugendreferats und der Freiwilligenagentur  durchgeführt. Das Jugendparlament richtete uns ein leckeres Buffet. Die Veranstaltungstechnik wurde sehr professionell und zuverlässig von Lars, einem Studenten des Jugendhauses installiert und bedient. Danke an die vielen Helfer!

Insgesamt war es für uns eine sehr aufwendige aber lohnenswerte Veranstaltung. Wir haben für uns und unsere weitere Arbeit in der Engagierten Stadt wichtige Impulse erhalten. Insbesondere waren dies die wissenschaftlichen und künstlerischen Ausführungen zum Ehrenamt, eine hohe Bereitschaft an der Teilnahme am Podium, die konkrete Benennung von Schwerpunkten, die reflektierten Rückmeldungen im Netzwerk und die guten Gespräche und Kontakte an der Veranstaltung.

Besonders hat uns der Besuch und die aktive Teilnahme unseres Projektbegleiters Herr Dr. Thomas Leppert von der Robert-Bosch Stiftung aus Stuttgart gefreut, der sich die Zeit genommen hat sich auf den doch langen Weg aus der Landeshauptstadt zu uns an den südwestlichsten Zipfel zu machen, auch hier Danke!

Von Günther Schmidt und Christine Tortomasi, SAK Quartier

Schwitzen in Rheinfelden

Bei troRheinfeldenpischen Temperaturen begrüßten wir am 07.07. unseren Lernbegleiter Herrn Dr. Thomas Leppert von der Robert Bosch Stiftung in Rheinfelden. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt mit Blick zu unserer schönen Schwesterstadt in der Schweiz ging es in unseren Bürgertreffpunkt Gambrinus im alten Rathaus. Gemeinsam mit dem Team der Freiwilligenagentur und der Leiterin des Amtes für Familien, Jugend und Senioren machten wir uns an die Arbeit und stellten Herrn Dr. Leppert unser Konzept vor. Wir erhielten von ihm wertvolle Hinweise und Unterstützung zur weiteren Ausarbeitung und Konkretisierung. Anschließend konnte als erster Meilenstein Herr Dr. Leppert im Sozialausschuss unseres Gemeinderats in TOP 1 das Programm und die Idee der »Engagierten Stadt« vorstellen. Der Sozialausschuss unter Leitung unseres Bürgermeisters begrüßte einstimmig unsere Bewerbung in der »Engagierten Stadt«. Gemeinsam beendeten wir den Besuch bei einem kühlenden und wohlverdienten Eis.

von Christine Tortomasi & Günther Schmidt, SAK Quartier in Rheinfelden

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