Regionalnetzwerke Engagierte Stadt

Die Engagierte Städte arbeiten inzwischen auch auf Landesebene und regionaler Ebene erfolgreich zusammen. Der regelmäßige Austausch, das gemeinsame Angehen von lokalen Herausforderungen zeigt Wirkung und strahlt über die Stadtgrenzen hinaus. Gemeinsam werden Engagementkongresse organisiert, Stadtspitzen ins Boot geholt oder auch regionale Engagement-Kampagnen gelauncht.

„Die Metropolregion Rhein-Neckar wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Ihr Slogan „eine Allianz starker Partner“. Die Zusammenarbeit innerhalb der Region, über Bundesländergrenzen hinaus hat Tradition. Hier wird nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ schon länger auch über Sektorengrenzen hinweg zusammengearbeitet. In der Region finden sich mittlerweile sieben Engagierte Städte. Im regionalen Zusammenschluss bringen sie den Ansatz der Engagierten Stadt verstärkt in die Metropolregion. Sie verzahnen die unzähligen Akteure und ihrer Projekte und Aktionen sowie die verschiedenen Netzwerke. Auch hier geht es um den Aufbau stabiler Netzwerke und guter Beziehungen – der Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Dadurch wird die Sichtbarkeit für Best-Practise-Beispiele erhöht, ein Peer-to-Peer-Lernnetzwerk aufgebaut, die regionalen sektoren- und institutionsübergreifenden Netzwerke ausgebaut und effizient genutzt. Und ein großes Plus: Das Wissen wirkt auch in Städte und Kommunen außerhalb des Netzwerks der „Engagierten Stadt“ und zeigt Vorbildwirkung.

Regionalnetzwerk MRN, Netzwerktreffen Engagierte Stadt 2023

Freiburg, Haus des Engagements, Juli 2025: Was für ein Auftakt! Im Haus des Engagements in Freiburg haben 13 Städte aus Baden und Württemberg gemeinsam das neue Landesnetzwerk „Engagierte Stadt Baden-Württemberg“ aus der Taufe gehoben – pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum des bundesweiten Netzwerks „Engagierte Stadt“. 25 engagierte Menschen – haupt- und ehrenamtlich – trafen sich, um neue Wege der Zusammenarbeit zu gestalten. Mit dabei: Vertreter:innen aus Freiburg, Rheinfelden, Rastatt, Heidelberg, Weinheim, Sulz am Neckar, Göppingen, Ulm, Schorndorf, Balingen und dem Verwaltungsverband Vorderes Kandertal. Moderiert von Corinna Walz (Stuttgart) wurden erste Schwerpunkte und Formate entwickelt – von Austausch- und Lernräumen bis hin zu politischen Impulsen.

„Kaum ein anderes Netzwerk habe ich so lebendig und kraftvoll erlebt wie die Engagierte Stadt – großartig, dass wir das jetzt auf Landesebene weiterführen“, betont Christine Spanninger aus Freiburg. Das Ziel des neuen Landesnetzwerks: Bestehende Strukturen stärken, gemeinsam handeln, Synergien nutzen – statt nebeneinander her zu arbeiten. Deshalb setzt das Netzwerk bewusst auf Kooperation mit den bereits bestehenden Initiativen im Land. „Das neue Landesnetzwerk macht Lust auf Engagement und Beteiligung“, freute sich Isabell Glaser aus Göppingen. Und das meint: mehr Rückenwind für demokratisches Miteinander, freiwilliges Engagement und zukunftsfeste Beteiligung in Stadt und Land.

Unterstützt und begrüßt wird die Gründung unter anderem vom Sozialministerium Baden-Württemberg, dem Städtetag Baden-Württemberg und der Allianz für Beteiligung – ein starkes Signal!
„Wir stehen für gelebte Zusammenarbeit im Land“, so die Sprecher:innen Antje Reinhard (Freiburg), Hanni Derr (Heidelberg) und Hans-Ulrich Händel (Sulz a.N.). „Unser Netzwerk ist offen, neugierig, kraftvoll – und lädt alle Engagierten in Baden-Württemberg zum Mitmachen ein!“

Ansprechpartner*innen: Hanni Derr, Engagierte Stadt Heidelberg und Anja Lothschütz, Engagierte Stadt Weinheim

Mit der Förderung des Pilotprojektes „Regionalnetzwerk Bayern“ konnte ein Austausch-, Begegnungs- und Aktionsformat im großen Flächenland Bayern erfolgreich gestartet werden. Durch die Ansiedlung beim Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern e.V. (LBE ) als Informations-, Wissens- und Fortbildungsnetzwerk für das Bürgerschaftliche Engagement in Bayern konnten Synergien und bereits vorhandene Kontakte für neue Kooperationen genutzt und hergestellt werden. Die Primärziele „Vernetzung“, „Sichtbarkeit“ und „Verstärkung“ wurden erreicht.
So z.B. der Besuch einer Engagierten Stadt-Delegation aus Puchheim in Ingolstadt, ein Treffen der Oberbürgermeister von Eichstätt und Neumarkt (mit den jeweiligen lokalen Engagierte Stadt-Akteuren) in Neumarkt, eine Fahrradtour des Puchheimer Oberbürgermeisters mit Stadträten und Verwaltungsmitarbeiter*innen zu einem Austausch mit Holzkirchner Akteur*innen (u.a. Bürgermeister und Bürgerstiftung), intensive Austauschbeziehungen zwischen den Engagierten Städten Coburg und Kronach oder ein Holzkirchner Besuch in Kaufbeuren. Zudem ergab sich eine bessere Sichtbarkeit, ein zielführendes Marketing für das Modell und den Ansatz „Engagierte Stadt“ und damit ein höherer Wirkungsgrad für die Anliegen der Engagierten. Zudem wurde die bestehende Kooperation „Mensch in Bewegung“ (Programm „Innovative Hochschule“) über die Engagierte Stadt-Standorte Eichstätt und Ingolstadt, das LBE und das neue ES-Netzwerk „Engagierte Städte – Hochschulen“ stark intensiviert. 
Bereits in der Gründungsphase des Regionalnetzwerk Engagierte Stadt Bayern hat sich gezeigt, welch ein hohes Potential an Synergieeffekten und Möglichkeiten zur Entwicklung von neuen Ideen diese Austauschrunden bieten.


Am 18. Juni 2025 trafen sich die Engagierten Städte aus Sachsen in Weißwasser/O.L., um die im Dezember gestarteten Themen weiter voranzubringen und ihre Zusammenarbeit zu vertiefen. Im Zentrum des Treffens stand der Austausch über erfolgreiche Praxisbeispiele und neue Impulse für lokale Engagementförderung – ganz im Sinne des bundesweiten Programms Engagierte Stadt, das auf nachhaltige Netzwerkarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wirtschaft setzt.

Einen spannenden Einblick in die regionale Netzwerkarbeit bot das Soziale Netzwerk Lausitz (SNL): Neben der Vorstellung der eigenen Strukturen und Projekte wurden konkrete Kooperationsmöglichkeiten für Engagierte Städte aufgezeigt. Ein Highlight war der Beitrag von Torsten Pötzsch, ehemaliger Bürgermeister von Weißwasser/O.L., der über den partizipativen Ansatz der Stadtverwaltung sprach und damit die Bedeutung von Bürgerbeteiligung und trisektoraler Zusammenarbeit betonte – ein zentrales Fundament der Engagierten Stadt.

Prof. Dr. Christoph Scholz von der Engagementstiftung Sachsen stellte Möglichkeiten der überregionalen Vernetzung vor: Wie lassen sich Synergien besser nutzen? Welche Strukturen brauchen wir, um uns gegenseitig zu stärken? Im Ergebnis wurden Aufgaben verteilt, u.a. zur Sammlung von Kontaktdaten und Informationen über die Aktivitäten der einzelnen Engagierten Städte in Sachsen. Ziel: eine sachsenweite Plattform für gemeinsames Engagement zu etablieren.

Ein Ausblick: Beim Generationendialog 2025 am 22. Oktober wird es einen Thementisch für die Engagierte Städte geben. Dies bietet die Chance, sich als sachsenweites Engagementnetzwerk sichtbar zu machen und gleichzeitig das Thema Generationenarbeit zu stärken – auch im Hinblick auf den Sächsischen Generationenaward, für den sich mehrere Städte engagieren wollen.
Weiter Informationen: Generationen in Sachsen – Generationen in Sachsen

Weitere Themen waren:

  • Rückblick auf das Treffen in Wittenberg und die Arbeit der einzelnen AGs
  • Bedeutung der Prozessbegleitung für eine optimale Entwicklung der ES
  • Diskussion über ein sachsenweites Ländernetzwerk – vorbehaltlich der Haushaltslage
  • Positiver Ausblick auf strukturelle Veränderungen im zuständigen Ministerium

Zum Abschluss wurden die ES-Würfel verteilt – ein Symbol für Sichtbarkeit, Identifikation und gemeinsamen Austausch. Die vier östlichen Städte stimmen sich künftig enger ab, ebenso die drei westlichen.

Fazit: Die Engagierten Städte Sachsen wachsen weiter zusammen. Netzwerke leben vom Austausch – und dieser Tag hat gezeigt, wie viel Potenzial in gemeinsamer Strategie, offener Kommunikation und lokaler Stärke steckt. Der nächste analoge Termin ist für das 4. Quartal geplant. Bis dahin bleiben spontane digitale Treffen möglich.

Ansprechpertaner*innen: Sybille Kruspe, Engagierte Stadt Görlitz und René Otparlik, Engagierte Stadt Freiberg

Foto zeigt Koordinator*innen der Engagierten Städte in Sachsen bei einem Treffen in der Engagierten Stadt Weißwasser vor dem Büro des Sozialen Netzwerk Lausitz am 18. Juni 2025.

Das Bundesnetzwerk „Engagierte Stadt“ feiert gemeinsam mit mittlerweile 113 „Engagierten Städten“ in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird das Bundesnetzwerktreffen im Mai 2025 in Lutherstadt Wittenberg stattfinden. Ein wesentliches Ziel des Bundesnetzwerkes wird ab diesem Jahr sein, die Landesstrukturen weiter zu stärken und auszubauen, was auch in Sachsen-Anhalt durch die Gründung eines offiziellen Landesnetzwerks umgesetzt wird.

Das neu gegründete Landesnetzwerk „Engagierte Städte Sachsen-Anhalt“ umfasst aktuell die Städte Bitterfeld-Wolfen, Blankenburg (Harz), Dessau-Roßlau, Hansestadt Gardelegen, Gräfenhainichen, Gemeinde Hohe Börde, Lutherstadt Wittenberg, Naumburg (Saale) und Hansestadt Stendal. Auf dem ersten Landesnetzwerktreffen wurde die Gründung des Netzwerks offiziell vollzogen. Kathrin Hinze aus Dessau-Roßlau, als Vertreterin für die kommunale Verwaltung und Niklas Neumann aus der Hohen Börde, als Vertreter der Zivilgesellschaft wurden zu Landessprechern gewählt.

Das Landesnetzwerk setzt sich auf Landesebene für die Prinzipien der „Engagierten Stadt“ ein – für lebenswerte Städte, in denen das bürgerschaftliche Engagement gestärkt und nachhaltig gefördert wird. Ein zentrales Anliegen ist dabei der Aufbau von Brücken zwischen Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung, um das Engagement vor Ort zu unterstützen und zu verstetigen. Hier profitiert das Netzwerk aus individuellen Erfahrungen aller engagierten Städte. Das Netzwerk strebt an, Lösungen für gemeinsame Herausforderungen und Probleme in den einzelnen Städten zu finden.

„Für uns ist es entscheidend, in enger Zusammenarbeit mit anderen Akteuren und Verbänden im Land die Entwicklung des Netzwerks von Beginn an mitzudenken, um Doppelstrukturen zu vermeiden.“, erklärt Kathrin Hinze, Landessprecherin. Besonders wichtig ist dem Landesnetzwerk die Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA Sachsen-Anhalt e.V.), die sich in Sachsen-Anhalt für eine flächendeckende Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Freiwilligenagenturen einsetzt. Freiwilligenagenturen fungieren oft auch als Koordinierungsstelle der ‚Engagierten Städte‘ und können somit eine Schlüsselfigur sein.

Bereits in ersten Kooperationsgesprächen zwischen den Landessprechern des Landesnetzwerks „Engagierte Städte Sachsen-Anhalt“ und den Geschäftsführern der LAGFA Sachsen-Anhalt e.V. stellen Jan Greiner und Ulrike Eichendorf fest:
„Das Land Sachsen-Anhalt hat bereits wichtige Förderstrukturen in Kooperation mit der LAGFA Sachsen-Anhalt e.V. aufgebaut und wird auch weiterhin eine zentrale Rolle dabei spielen. Das Land und die Netzwerke wollen gemeinsam daran arbeiten, die Bedingungen für freiwilliges Engagement landesweit zu verbessern und die Strukturen für bürgerschaftliches Engagement zukunftsfähig zu gestalten.“

Ansprechpartner*innen sind
Kathrin Hinze, Engagierte Stadt Dessau-Roßlau und Niklas Neumann, Engagierte Stadt Hohe Börde

„Tue Gutes und rede darüber.“: Die Engagierten Städte Lutherstadt Wittenberg, Bitterfeld-Wolfen, Gräfenhainichen, Dessau-Roßlau und Aken (Engagiertes Land) haben sich als „Regionalnetzwerk Anhalt“ zusammen auf den Weg gemacht. Seit 2022 arbeiten sie an einer regionalen Strategie und setzen sich gemeinsame Entwicklungsvorhaben. Das stärkt die regionale Sichtbarkeit und zeigt Wirkung. So werden Aktionen in der Region umgesetzt, Schnittstellen zu anderen regionalen Netzwerken und Programmen hergestellt und gepflegt, Wissen ausgetauscht und gemeinsame Interessen vertreten. Zudem werden Bildungs- und Austauschformate rund um bürgerschaftliches Engagement entwickelt, genutzt und bekannt gemacht. Um all die Aktivtäten in der Region sichtbar zu machen, haben die Akteurinnen die Kampagne „Glücksbringer“ auf die Beine gestellt. Vier ehrenamtliche Glücksbringer aus der Region sind nun auf Plakaten und Postkarten überall zu sehen.

Die vier Stadtoberhäupter gemeinsam mit den Gesichtern der Kampagne „Glücksbringer“:
Torsten Zugehör, Evelin Kögel, Armin Schenk, Birgitt Heinicke, Robert Reck, Daniel Kemp, Renate Edler und Enrico Schilling (von links). (Foto: Thomas Klitzsch)

Warum Regionalnetzwerke?


Regionalnetzwerke verbinden lokale Akteure, bündeln Ressourcen und fördern den Austausch bewährter Praktiken. Starke regionale Kooperationen ermöglichen es, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und innovative Lösungen zu entwickeln. Sie fördern den sozialen Zusammenhalt, unterstützen die Entwicklung lokaler Initiativen und tragen maßgeblich zur Lebensqualität vor Ort bei. Dank der engen Zusammenarbeit in den Regionalnetzwerken gestalten die Engagierte Städte lebendige und aktive Stadtgesellschaften über ihre Stadtgrenzen hinaus.