Gießen

 

Drei Fragen an

Patricia Ortmann

Was wollen Sie in Ihrer Stadt verändern?

Zunächst einmal geht es darum, die bestehende Engagementlandschaft zu pflegen und zu erhalten – insbesondere all die neueren Ansätze, die Zukunftsfragen aufgreifen: Initiativen für eine soziale Stadt, Fördervereine für Schulen, oder neue Ansätze zum Zusammenleben verschiedener Kulturen. Dass eine gute Stadt engagierte Bürger braucht und eine Stadtpolitik, die sie in dieser Rolle ernst nimmt, ist eine oft gehörte Floskel. In zehn Jahren sollte in Gießen deutlicher sein als heute, was das bedeutet – eine lokale Engagementlandschaft, die bunt und vielfältig ist, ohne ein bloßer Flickenteppich zu sein.

Wer baut mit an Ihrer engagierten Stadt?

Heute sind das vor allem Vereine, Projekte und Initiativen aus der Gießener Bürgerschaft, Kleine und Große, Alte und Neue. Wir haben begonnen, ein Netzwerk zu knüpfen, das zur Mitarbeit einlädt und Gemeinsamkeit fördert, weil es solche Fragen aufgreift, die über Alltägliches hinaus Alle angehen. Unsere Aktivitäten sollen sich in sechs Bereichen weiter entwickeln: Aktionen, die, wie beim Freiwilligentag, Vertreter aus der lokalen Wirtschaft einbeziehen; Engagement in benachteiligten Stadtquartieren und mit Mietervertretern in der großen städtischen Wohnungsgesellschaft; eine LernWerkStadt, in der Engagierte mit viel Erfahrung ihr Wissen weitergeben können; die Stabilisierung von Angeboten zur persönlichen Unterstützung - von Mentoren, Tutoren und Paten; Zuarbeit für Initiativen und Organisationen in der Flüchtlingshilfe und schließlich eine Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik, die auf mehr zielt als generelles Wohlwollen und gelegentliche Zuwendungen.

Welche Unterstützung wünschen Sie sich?

Das Projekt engagierte Stadt bietet eine große Chance, voneinander zu lernen – und zwar nicht nur in Hinblick auf organisatorisches Know How, sondern auch bei der Thematisierung politischer Herausforderungen. In fast allen Gemeinden hat Zusammenarbeit - sichtbare und weniger sichtbare mit Bürgern – Tradition. Aber es gibt auch Konkurrenz um Unterstützung und gute Beziehungen. Wie soll sich das Netzwerken der Engagierten Stadt zu den herkömmlichen Kooperationsformen im Ort verhalten, mit Platzhirschen zurechtkommen und von den Seilschaften unterscheiden, die in so vielen Bereichen der lokalen Politik mitmischen?
Bundesland: Hessen
Einwohnerinnen und Einwohner: 77.733
Bevölkerungsdichte: 1.071 Einwohner/km²
Bevölkerungsentwicklung bis 2030: + 3,6 %
Durchschnittsalter: 39,4
Verfügbares Einkommen: 18.345 €/Einwohner
Vereine: 953
Unternehmen: 11.827
Webpräsenz: www.giessen.de
Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen e.V.
Quellenangabe
Einwohnerinnen und Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsdichte: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsentwicklung bis 2030: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Durchschnittsalter: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Verfügbares Einkommen je Einwohner/in: Kreiszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Ausgabe 2012. Die Zahlen gelten jeweils für den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Anzahl der Vereine: Registerportal der Länder; in Einzelfällen Angaben seitens der Kommunen. Anzahl der Unternehmen: Unternehmensregister-System 95. Stand: 31.12.2012. Die Zahlen beziehen sich auf den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt.

Gießens Konzept, zum Dritten

Im ersten und zweiten Teil unseres Berichts aus Gießen hatten wir unser Konzept und vier von sechs Arbeitsschwerpunkten vorgestellt:

  • Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen
  • Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage
  • Den Boden bereiten – Engagement im Quartier
  • Persönliche Unterstützung und Hilfe

Hier nun die letzten zwei unserer sechs Schwerpunkte.

Engagement für Asylsuchende und Migranten

Gerade bei Asyl und Migration zeigt sich, dass es ohne ergänzende Hilfen und Bereitschaften aus der Bürgerschaft kaum möglich ist, ein System flexibler, rascher und persönlicher Unterstützung aufzubauen. In Gießen gibt es in diesem Bereich eine Vielfalt von Initiativen und freiwillig Aktiven. Wir möchten darauf hinwirken, dass auch das Erfahrungswissen und die Kompetenz dieser „neuen Bürgerinitiativen“ Anerkennung finden.

Dass das Freiwilligenzentrum für Deutschkurse, wo alltagsnah Sprache geübt wird, seine Räume zur Verfügung stellt, ist selbstverständlich. Darüber hinaus sind wir jedoch bei verschiedenen Runden Tischen und auch bei Koordinationsveranstaltungen aktiv, zu denen Politik und Verwaltung im Kreis zusammen mit einem großen freien Träger einladen. Mit der Übernahme der Moderation und unserer Beteiligung an solchen Veranstaltungen möchten wir vor allem darauf hinwirken dass die in vielen verschiedenen kleinen Gemeinden und Ortsteilen neu entstandenen lokalen Helferinitiativen nicht nur genutzt und organisatorisch eingebaut, sondern auch mit ihren Problemen und ihrem Erfahrungswissen anerkannt und gehört werden.

Engagement & Partizipation, Lokale Bürgergesellschaft und Politik

Engagement und Beteiligung haben in Gießen viele Gesichter. Das ist gut so. Aber die Fähigkeit einander wahrzunehmen und bei aller Verschiedenheit auch Gemeinsames zur Sprache bringen zu können, kommt nicht von selbst. Das gilt für die Vereine und Initiativen untereinander und auch für das Verhältnis von Stadtpolitik Verwaltung und Bürgerschaft.

FSA Ju InisWichtig ist hier ein von uns organisiertes regelmäßiges Netzwerktreffen, das etwa alle zwei Monate stattfindet – jeweils bei einer anderen Initiative oder Verein. Man stellt sich vor, lernt sich besser kennen und legt Themen von gemeinsamem Interesse fest – so wie z. B. bei der Diskussion über Ecken und Kanten wirtschaftlicher Tätigkeit gemeinnütziger Vereine: kann ein Verein für einen Bürgerpark einen eigenen Kiosk betreiben? In Gießen haben sich auch Initiativen und Netzwerke gebildet, die vor allem von den Studierenden in dieser Universitätsstadt ausgehen. Sie haben eigene Räume und eine eigene Kultur von Arbeitsräumen, Treffpunkten / Cafés  entwickelt, wo sie an Projekten arbeiten, die von urban gardening über Kulturinitiativen bis hin zu Konzepten für ein neues urbanes Leben in der Stadt reichen. Hier bietet das Netzwerktreffen die Chance für ein „Multikulti“, so, dass solche neuen Initiativen und eher traditionelle Vereine sich kennenlernen können. Wir sind auch dabei, wenn es im Stadttheater Veranstaltungen für eine „Offene Gesellschaft“ gibt, etwa zu Fragen des zusammen Lebens mit neu angekommenen Flüchtlingen, in Sachen Wohnen und Mobilität.

Zur Jahreswende geht auch unsere „Interaktive Plattform“ ans Netz. Sie dient nicht zuerst unserer Selbstdarstellung als Freiwilligenzentrum sondern sie soll allen Vereinen und Initiativen in Stadt und Landkreis Gießen als Mitteilungsplattform dienen und die Möglichkeit zur Einmischung geben. Hier treffen traditionelles und neues Engagement aufeinander und kommen dabei einander vielleicht auch näher.

Im Bereich der Bürgerbeteiligung hat sich die Stadt Gießen eine eigene Satzung gegeben. Wir möchten, dass dieser Ansatz auch im Umgang mit Vereinen und Projekten der Bürgerschaft wirksam wird. Bürgerbeteiligung und Unterstützung von Engagement in Vereinen und Projekten sollten nicht länger als zwei ganz verschiedene paar Schuhe angesehen werden. Aus dieser Überzeugung heraus machen auch wir nun auch beim Arbeitskreis Bürgerbeteiligung mit, in den wir offiziell von der Stadt Gießen berufen worden sind.

Soweit unser Konzept und unsere Arbeit aus der Engagierten Stadt Gießen. Bitte fragen und kommentieren Sie!

Konzept und Praxis in Gießen, Teil 2

Im ersten Teil unseres Berichts aus Gießen hatten wir unser Konzept und zwei von sechs Arbeitsschwerpunkten vorgestellt:

  • Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen und
  • Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage.

Den Boden bereiten – Engagement im Quartier

In Gießen arbeiten wir mit der städtischen Wohnbaugesellschaft daran, über Mieterräte Beteiligungsmöglichkeiten auszubauen. Mehr und mehr einbeziehen wollen wir, was sich darüber hinaus an Initiativen zur Revitalisierung des Quartierslebens und zur Stärkung von Nachbarschaften entwickelt.

Flüchtlinge aIn einigen Wohnvierteln in Gießen engagieren sich die Bewohner für ein besseres Miteinander – z. B. zwischen angestammten Bewohnern und Neuankömmlingen. Nachbarschafts- und Mieterarbeit heißt, mit dem Quartier vertraut werden und miteinander ins Gespräch kommen. Wir haben Rundfahrten, gemeinsame Quartiersspaziergänge, ein Sommerfest und Mieterstammtische organisiert. Für jeden Folgetermin werden die Themen gemeinsam festgelegt. Rechtliche Rahmenbedingungen kamen genauso zur Sprache wie Kommunikation in Konfliktsituationen, Grünflächenbepflanzung und Spielplatzgestaltung. Jeden Donnerstag gibt es bei uns im Freiwilligenzentrum ein MitMachInfo. Hier können sich Mieter nicht nur informieren, sondern auch selber Projekte an den Start bringen. Ein erstes Klima-Projekt zum verantwortungsvolleren Umgang mit Energie ist in Planung.

Persönliche Unterstützung und Hilfe

Wie vermittle ich persönliche Unterstützung und Schutz der Privatsphäre, Nähe und Distanz, Hilfe und Respekt? Solche Fragen stellen sich quer durch die Einzelbereiche in denen sich Menschen für Menschen in einer „Eins zu Eins Beziehung“ engagieren, ob als Paten, Mentoren oder Betreuer. Solche engagierte und ehrenamtliche persönliche Unterstützung und Anwaltschaft versuchen wir auszubauen und zu stabilisieren.

Flüchtlinge bSeit einigen Jahren begleitet und fördert das Freiwilligenzentrum Ansätze der persönlichen Unterstützung, Beratung und Betreuung – sei es bei Lernhilfen im Schulbereich, der Tätigkeit von Mentoren für Jugendliche auf dem Weg ins Berufsleben, Alltagshilfen für Menschen mit Demenz oder bei Lotsen und Paten, die Flüchtlingen im Umgang mit Behörden helfen. Gemeinsam mit der Stadt hat das Freiwilligenzentrum 2016 Integrationslotsen qualifiziert. An zwei Tagen in der Woche stehen sie Menschen mit Migrationshintergrund unterstützend zur Seite. Die ersten Geflüchteten haben zum Beispiel bereits begonnen, sich als Paten für Neuankommende zu engagieren. Ein anderes Beispiel: Für Menschen, die mit einer akuten Erkrankung und einer Demenz in ein Krankenhaus eingeliefert werden, konnten wir mit dem Evangelischen Krankenhaus gemeinsam Wegbegleiter qualifizieren. Nach einem ersten Modelljahr startet im Januar 2017 die zweite Runde. Wir sind dabei, eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zur Qualifizierung für „persönliche Hilfen“ zu schaffen. Die gemeinsamen Aufgaben und Probleme werden 2017 Thema einer eigenen Veranstaltung sein.

Fortsetzung folgt!

Das engagierte Konzept in Gießen

Unser Konzept zielt auf die Stärkung und Vernetzung von Initiativen, Projekten und Einrichtungen, die Engagement nutzen, fördern und neue Formate entwickeln. Zweierlei ist dabei für uns besonders wichtig:

  • Die Vielfalt schon vorhandener Ansätze, Projekte, Vereine zu berücksichtigen: es gibt in der Stadt in einigen Bereichen schon wichtige Vernetzungsansätze, die wir einzubeziehen suchen, aber deren Eigenständigkeit es auch zu respektieren gilt.
  • Schwerpunkte der Zusammenarbeit und Vernetzung zu entwickeln, die auf unserer bisherigen Arbeit aufbauen: Unsere Arbeitsschwerpunkte für eine Engagierte Stadt setzen dort an, wo wir in den letzten Jahren Kompetenz und Kontakte aufbauen konnten

Sechs Achsen der Zusammenarbeit und Vernetzung haben wir für uns  als Engagierte Stadt Gießen festgelegt.

  • Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen
  • Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage
  • Den Boden bereiten – Engagement im Quartier
  • Persönliche Unterstützung und Hilfe
  • Engagement für Flüchtlinge und Migranten
  • Engagement & Partizipation, Lokale Bürgergesellschaft und Politik

Die ersten zwei möchten wir gleich hier vorstellen, die anderen in weiteren Mitteilungen.

Engagement von Unternehmen und lokalen Organisationen

Beim Ansprechen der sozialen Verantwortung von Unternehmen, aber auch lokaler Organisationen, wie etwa der Schulen, geht es vor allem um Verstetigung von Unterstützungsbeziehungen, nicht allein um punktuelle materielle Hilfe. Ziel ist es, nachhaltige und passgenaue Formen der Kooperation mit sozialen und kulturellen Einrichtungen aufzubauen.

Die Erfahrung aus zwei Freiwilligentagen, die wir organisiert haben, hat nicht nur gezeigt wie wichtig es ist, die unterschiedlichen Angebote und Bereitschaften von Unternehmen zu berücksichtigen, sondern auch, dass unkonventionelle ad hoc Partnerschaften bei den gemeinnützigen Vereinen und Organisationen zu einem erheblichem Mehraufwand führen und Nachhaltigkeit oft ausbleibt. Statt eines großen Freiwilligentages – als Event – haben wir daher die Argumente der Beteiligten aufgenommen und versuchen nun, uns stärker an den jeweiligen Alltagsbedingungen in den Einrichtungen und Betrieben zu orientieren Nun zählen passgenaue Team-Tage zum Angebot unseres Freiwilligenzentrums. „Wir (z.B.: AWO und Karstadt) sind ein Team der Engagierten Stadt“.

Lernwerkstadt, Qualifizierung, Fachtage

Hier arbeiten wir daran, gezielte Lernmöglichkeiten unter Einbeziehung von Partnern wie z.B. der Volkshochschulen und anderer lokalen Bildungsträgern zu entwickeln und das Lernen von guter Praxis („Wie haben Sie das geschafft?“) zu entwickeln. Wir versuchen, Qualifizierung durch erfahrungsgestütztes Lernen fördern, anstatt lediglich auf das Wissen von Fachleuten zurückzugreifen. Lernen heißt für uns aber auch, in der Stadtöffentlichkeit Diskussionen und ein Nachdenken darüber anzustoßen, wo es in Sachen Partizipation und Engagementförderung hakt und besser laufen könnte.

Nicht nur bei Kursen und Seminaren, auch bei öffentlichkeitsorientierten Veranstaltungen können traditionelle Ehrenamtler und neue Initiativen einander kennen lernen. Die Lernwerkstadt ist auf dem Weg zu einer Marke. Durch unterschiedliche Formate und Themen erfreut sie sich einer ständig wachsenden Teilnehmerzahl. Ein „AfterWork Networking“, beschränkt auf 90 Minuten, mit gezielt anmoderiertem Erfahrungsaustausch hat gute Resonanz erzielt. Kein Stuhl war mehr frei, als ein Steueranwalt über „Gemeinnützigkeit mit Ecken und Kanten referierte“ – die Probleme, die dann auftreten wenn Initiativen und Vereine wirtschaftlich tätig sind.

Von Prof. Dr. Adalbert Evers, Engagierte Stadt Gießen

90 Minuten Netzwerken

Im Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen trafen sich hauptamtliche und ehrenamtliche Koordinatoren verschiedener Organisationen, Vereine und Initiativen zu einem Afterwork Vernetzungstreffen. Brita Ratzel von „Eltern Helfen Eltern e.V.“ berichtete über ihre Arbeit bei „Hallo Welt“ und darüber, wie sie ihr Netzwerk aufgebaut haben und davon in ihrer Projektarbeit profitieren. Zur Vertiefung des Netzwerks tauschten sich die Teilnehmenden im persönlichen Gespräch aus. Die Wünsche an das Netzwerk notierten die Teilnehmer zum Ende des Treffens auf Metaplankarten.

Drei bis vier Mal im Jahr trifft sich das Netzwerk „Ehrenamt in Organisationen“ in den Räumlichkeiten des Freiwilligenzentrums für Stadt und Landkreis Gießen. Zum Netzwerk gehören zahlreiche Organisationen, Vereine und Initiativen, die durch ehrenamtliches Engagement soziale, rettungsdienstliche, kultur- und sportfördernde Tätigkeiten wahrnehmen. Die regelmäßigen Treffen sollen der Vernetzung und dem Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden wie auch der Vermittlung fachlicher Inputs dienen.

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Dieses Mal, beim bereits 20. Treffen des Netzwerks „Ehrenamt in Organisationen“, ging es am 21.07.2016 um die Frage, wie sich gute Kooperationen und Netzwerke gestalteten lassen.  Bevor es mit dem fachlichen Input losging, stellten sich alle Anwesenden in einer Vorstellungsrunde vor. Neben dem Namen und ihrer Organisation berichten die Teilnehmenden auch darüber, was es derzeit Aktuelles aus ihrer Organisation zu berichten gibt. Hierfür hatten sie jeweils 90 Sekunden Zeit.

Dann gab es Raum für den fachlichen Input und Erfahrungsaustausch. Brita Ratzel, Geschäftsführerin von „Eltern Helfen Eltern e.V.“ und ebenfalls Mitglied vom Netzwerk „Ehrenamt in Organisationen“, berichtete über Ihre Erfahrungen im Aufbau von Netzwerken und Kooperationen am Beispiel von „Hallo Welt“ – einem kostenlosen Angebot für alle Eltern mit Neugeborenen in der Stadt und dem Landkreis Gießen.  Sie beschrieb, wie es zur Netzwerkgründung kam, was durch das Netzwerk erreicht wurde und welchen Nutzen die Netzwerkbildung auf die Angebotsentwicklung sowie deren Umsetzung hatte. Ebenfalls verdeutlichte sie die Anforderungen, welche die Arbeit in einem Netzwerk mit sich bringt. Verständlich wurde, dass sich eine direkte Beteiligung unterschiedlicher Akteure (u.a. das Jugendamt, der Kinderschutzbund, Pro Familia, Kinderarzt, Hebammen, die Kommunen und viele mehr) gleich zu Beginn der Planungsphase positiv auf die Verwirklichung der Idee ausgewirkt hat. Aufgaben wurden auf mehrere Akteure verteilt. Das unterschiedliche Wissen befähigte das Netzwerk einen weiten Blickwinkel einzunehmen. Noch heute ermöglicht dieser breite Horizont dem Netzwerk, auf unterschiedliche Entwicklungen gut zu reagieren. Das Netzwerk von „Hallo Welt“ trifft sich 4x im Jahr.

blog02Im Anschluss an den Input tauschten sich die Anwesenden rege über das Gehörte und Gesagte aus. Hierfür standen den Teilnehmenden frisch gemachte Brotschnitten, Salate sowie Getränke bereit, welche bereits als Aperitif zu Beginn des 90 minütigen Treffens angeboten wurden. Zum Ende der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden gebeten, ihre Erwartungen und Wünsche an ihr Netzwerk „Ehrenamt in Organisationen“ auf Moderationskarten zu notieren, um so eine Vertiefung der Netzwerkarbeit planerisch angehen zu können. Auch potentielle Partner für die das Netzwerk sollten benannt werden. Zum Abschluss gab es einen offenen Ausklang, der dem weiteren Austausch und der Vernetzung der Teilnehmenden diente.

Von Matthias Nieke, Freiwilligenzentrum für Stadt und Landkreis Gießen e.V.

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