Bitburg

Monika Dondelinger ist Fachbereichsleiterin beim Caritas Westeifel e.V.

Drei Fragen an

Monika Dondelinger

Was wollen Sie in Ihrer Stadt verändern?

Die Stadt Bitburg ist mit Engagementformen und vielen Ideen gut aufgestellt. Das Programm Engagierte Stadt bietet nun die Chance, Strukturen für eine Engagementlandschaft zu entwickeln, in der alle beteiligten Organisationen und Personen ihre Stärken einbringen und abgestimmt einsetzen können. Dies soll in Bitburg geschehen, indem bestehende Initiativen gleichrangig neben neuen Engagementinitiativen stehen und in einem Gemisch von Jung und Alt, klassisch und neu in Kooperation zum Wohle aller Bürger mit Freude gut zusammen arbeiten, um so u.a. den demografischen Wandel positiv zu gestalten und eine Willkommenskultur für Flüchtlinge/Migranten aufzubauen.

Wer baut mit an Ihrer engagierten Stadt?

Es gibt eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen der Beko Förderung Ehrenamt des Caritasverbandes und der Stadtverwaltung Bitburg. Am Konzept für die Engagierte Stadt Bitburg haben weiterhin Ortsvorsteher der Stadtteile, Vertreter von Politik, Kirche, Vereinen, Einrichtungen und Gewerbeverein sowie Senioren-, Integrations- und Gleichstellungsbeauftragte mitgearbeitet. Diese Partner werden auch im weiteren Prozess zusammenarbeiten und weitere Interessierte einbeziehen.

Was möchten Sie uns sonst noch zu Ihrem Vorhaben mitteilen?

Wir danken recht herzlich für die bisherige gute Unterstützung. Da wir mit viel Freude in Bitburg unterwegs sind, hoffen wir auf weitere Unterstützung, um den begonnen Prozess voranschreiten zu lassen und das geplantes Vorhaben gemeinsam umsetzen zu können.
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Einwohnerinnen und Einwohner: 13.656
Bevölkerungsdichte: 287 Einwohner/km²
Bevölkerungsentwicklung bis 2030: - 2,4 %
Durchschnittsalter: 43,4
Verfügbares Einkommen: 17.836 €/Einwohner
Vereine: 150
Unternehmen: 4.371
Webpräsenz: www.bitburg.de
Caritasverband Westeifel e.V.
Quellenangabe
Einwohnerinnen und Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsdichte: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsentwicklung bis 2030: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Durchschnittsalter: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Verfügbares Einkommen je Einwohner/in: Kreiszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Ausgabe 2012. Die Zahlen gelten jeweils für den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Anzahl der Vereine: Registerportal der Länder; in Einzelfällen Angaben seitens der Kommunen. Anzahl der Unternehmen: Unternehmensregister-System 95. Stand: 31.12.2012. Die Zahlen beziehen sich auf den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt.

Bitburger Bestandserhebung

Wie viele Menschen, Vereine und private Initiativen engagieren sich bereits in Bitburg? Genau das herauszufinden, das wird in Bitburg immer wieder angefragt. Denn nur wenn man weiß und überblicken kann, welche Vereine, Initiativen und Gruppen sich für welche Menschen bereits engagieren und Angebote machen,  lassen sich  diese Leistungen auch sichtbar und für die  in Bitburg lebenden Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen.

Es gibt  bei der Stadt Bitburg bereits eine Liste mit Vereinen,  aber ob Adressen und Ansprechpartnern aktuell sind und wer sich dort noch beteiligen kann, auch das soll mit der Bestandserhebung  überprüft werden. Denn neben der vorhandenen Liste gibt es zudem eine Reihe von weiteren Initiativen, die sich gebildet haben und ehrenamtliche Mitarbeiter  suchen, so zumindest die Vermutungen. Stärkung des Ehrenamtes und Verhinderung von Doppelstrukturen bei der Entwicklung von neuen Maßnahmen setzt zunächst Kenntnis über Vorhandenes voraus, und deshalb wurde sich im AK Engagierte Stadt Bitburg nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung auf die Durchführung  einer Bestandserhebung mit beigefügtem Erhebungsbogen festgelegt.  Die vielen Leistungen der Ehrenamtlichen sollen aktualisiert, gebündelt und allen bekannt gemacht werden.

Um eine möglichst hohe Beteiligungsquote zu erreichen, wurde der Erhebungsbogen nicht zu umfangreich gestaltet. Um keine Initiative zu vergessen, wurde sich für eine öffentliche Beteiligungsform durch einen Aufruf (öffentlicher Bürgermeisterbrief) über die Rathausnachrichten entschieden. Der Bogen selbst konnte mit einem Klick auf einen bereitgestellten Link per Datei heruntergeladen und ausgefüllt wieder per Email zurück geschickt werden. Oder mit einer Email konnte der Bogen als Datei angefordert oder auch aus den Rathausnachrichten entnommen und per Hand ausgefüllt und zurückgesandt werden.

Die öffentliche Aufforderung brachte kaum Resonanz, was auch einen Rückschritt für alle aufbauenden Planungen bedeutet. Selbst diejenigen, die die Bestanderhebung befürwortet und gefordert  hatten, gaben wenig Rückmeldung.Nachfragen ergaben, dass der Erhebungsbogen entweder nicht wahrgenommen wurde oder sich auf Rückmeldungen andere Mitglieder verlassen wird. Der Ak Engagierte Stadt  entschied sich daraufhin, die namentlich bekannten Initiativen und Vereine persönlich anzuschreiben und den Erhebungsbogen per Post zu verschicken. Die Rücklaufquote von  angeschriebenen Adressen wurde dadurch zwar deutlich verbessert, aber erfordert weiterhin Nachbesserung.

Deshalb wird der Fragebogen derzeit über Email-Verteiler an Multiplikatoren und Netzwerkpartner gestreut. Ab November werden die Vereine, Gruppen und Initiativen, die bereits den Erhebungsbogen zurückgesandt haben, dann nach und nach in den Rathausnachrichten gut sichtbar mit Angeboten und Gesuchen vorgestellt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass Gruppen mit bürgerschaftlichem Engagement den Erhebungsbogen ausfüllen und zusenden sollen.

Von Monika Dondelinger, Engagierte Stadt Bitburg

Engagierte Stadt Bitburg feiert Auftakt


Über 100 Menschen sind der Einladung zur Auftaktveranstaltung des gestarteten Netzwerkprogrammes „Engagierte Stadt“ ins Haus Beda gefolgt.

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Beim offiziellen Startschuss dabei waren Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Einrichtungen, Kommune, Nachbargemeinden,  Kirche, Politik, Organisationen, Wirtschaft, Initiativen sowie eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürger, die sich im sozialen Bereich engagieren oder in Zukunft einen Beitrag leisten wollen. Damit wurde ein erstes Vorhaben, auf vielfältiges soziales Engagement in der Stadt Bitburg und auf das neue Programm mit dem Titel „Engagierte Stadt“ aufmerksam zu machen, erreicht. Es soll aber nicht nur beim Titel bleiben, sondern in den kommenden Jahren geht es um den Aufbau einer Engangementstrukturen und um Bündelung von Initiativen, den Blick gerichtet auf Menschen mit Migrationshintergrund und Ältere, Stichwort: demografischer Wandel, so Monika Dondelinger, Fachbereichsleiterin beim Caritasverband Westeifel e.V. einführend zum eingereichten Konzept. Mit diesen Zielen hat die Stadt Bitburg den Zuschlag als Engagierte Stadt erhalten. Bei den älteren Menschen werden bei zukünftigen Maßnahmen zwei Gesichtspunkte berücksichtigt. Zum einen die vielen fitten Menschen mit Erfahrungswissen und weiteren Potentialen, zum anderen aber auch die Gruppe, die in Bitburg auf Unterstützung angewiesen ist.

Die Integration von Migranten und Flüchtlingen ist eine weiteres Ziel, die sich die Stadt gesetzt hat – jetzt auch mit dem Programm Engagierte Stadt. In der Flüchtlingshilfe hat sich in Bitburg viel getan, und diese Arbeit wird auch bereits kräftig unterstützt: zum Beispiel durch Mitarbeit bei der neuen Internetseite zur Flüchtlingshilfe im Eifelkreis Bitburg-Prüm, die sich gerade im Aufbau befindet und voraussichtlich im April ins Netz geht.

blog01Bürgermeister Joachim Kandels würdigte in dem anschließenden Grußwort sowohl die Zusammenarbeit mit der Beratungs- und Koordinierungsstelle zur Förderung des Ehrenamtes, ohne deren Bewerbung Bitburg nicht zur engagierten Stadt geworden wäre. Für das Programm Engagierte Stadt konnte man nämlich nur ausgewählt werden, wenn Städte zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern mit Einrichtungen, die bereits in der Engagementförderung tätig sind, zusammen arbeiten.  Würdigende Worte fand Kandels auch für die vielen Ehrenamtlichen und die große Vielfalt an Engagement in Bitburg. „Es wird viel geleistet und diese Leistungen wollen wir bündeln und allen zugänglich machen.“ Joachim Kandels hofft, dass neben der als nächstes geplanten Bestandserhebung auch die Nachbarschaft im Programmverlauf gestärkt wird.

Hauptredner der Auftaktveranstaltung war Klaus Jensen, ehemaliger Oberbürgermeister in Trier und derzeit Honorarkonsul Luxemburgs, der die Frage „Können wir uns eine sozial engagierte Stadt in Zukunft leisten“ mit einem kurzen Ja beantwortete. Jensen führte dann im weiteren Verlauf aus, dass es auf diese Frage gar keine andere Antwort geben kann, da das Gegenteil einer sozial engagierten Stadt eine asoziale Stadt wäre. Eine asoziale Stadt aber können wir uns auch in Zukunft nicht leisten, so Jensen weiter. Der Schlüssel des sozialen ehrenamtlichen Engagement liegt in der Wertschätzung und in den guten Kontakten zu den Engagierten, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht immer für jedem einsehbar sei oder manchmal auch als zusätzliche Arbeit oder Kosten gesehen würde. Ein Mangel an ehrenamtlichem Engagement, sagt Jensen, kommt eine Stadt jedoch auf Dauer teurer zu stehen. Als weiterer Gast stand die Humortherapeutin Britta Schmidt mit einem Beitrag auf der Tagesordnung und konnte für einige Lacher sorgen und die Besucher zum Schunkeln animieren. Als Moderatorin der Veranstaltung überraschte sie mit ihren Einführungen und konnte auch langjährige und erfahrene Redner mit der Überreichung von Humorsäckchen kurzeitig aus dem Konzept bringen.

Das Netzwerkprogramm Engagierte Stadt in Bitburg ist so angelegt, dass in einem gemeinsamen Prozess die weiteren Planungen für Bitburg entwickelt und besprochen werden. Deshalb wurden die Besucher in der Pause nach ihren Erwartungen befragt, woran in den kommenden Jahren im sozialen Bereich zusätzlich gearbeitet werden soll. Genannt wurde u.a. Sozial Café – oder Kultur Café als Begegnungsstätte, Ehrenamtsbörse (Internet) – Angebote – Nachfrage, Nachbarschaftshilfe, Mobilität – Mitfahrservice, Investition in ökologische Ansätze, Vernetzung schafft soziales Miteinander,  Lebensqualität bei geringen Kosten und „Muckibude“ für Senioren.

Der Arbeitskreis „Engagierte Stadt“ wird sich bei seinem nächsten Treffen am 01.März u.a. mit diesen Vorschlägen auseinandersetzen. Weitere Anregungen und Nachfragen unter Email-Adresse m.dondelinger@caritas-westeifel.de oder telefonisch unter 06561 – 9671 0

Von Monika Dondelinger, Caritas-Sozialstation Südeifel, Bitburg

Vernetzt in Bitburg

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