Schwerte

 

Anke Skupin ist verantwortlich für Organisation und Moderation im KuBiB sowie Teammitglied der Börse.

Drei Fragen an

Anke Skupin

Welche Unterstützung wünschen Sie sich?

Eine Unterstützung durch alle Beteiligten in Form von Offenheit, Vertrauensvorschuss, Ideenreichtum und Mitwirkung sowie eine professionelle Unterstützung in Form von Fachkompetenz auf den verschiedenen Handlungsfeldern. Darüber hinaus wünschen wir uns eine stärkere Unterstützung von und eine engere Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft sowie die Öffnung politischer Strukturen, um mehr Teilhabe zu organisieren – und natürlich Finanzmittel, um all die guten Ideen, Projekte und Vorhaben von Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen und zu unterstützen.

Wie können Bürgerinnen und Bürger sich in Ihrer Stadt einbringen?

In Schwerte gibt es zahlreiche Vereine, Initiativen, ein ehrenamtlich organisiertes Freiwilligenzentrum sowie ein Qualifizierungs- und Vernetzungsangebot. Alle Akteure, interessierte Schwerter Bürgerinnen und Bürger und diejenigen, die noch auf der Suche nach ihrem Engagementfeld sind, können sich aktiv an dem Prozess »Engagierte Stadt« in verschiedenen Handlungsfeldern beteiligen. Hierzu gehören die Mitarbeit in einzelnen Projekten, die Mitentscheidung bei der Steuerung und Umsetzung der sich entwickelnden Projektziele sowie die Bereitschaft, neugierig die Zukunft unserer Stadt zu gestalten.

Was Sie uns sons noch sagen wollen zu Ihrem Vorhaben ...

Wichtig ist uns, nachbarschaftliche und gemeinwesenorientierte Strukturen nicht nur im Bereich der Innenstadt zu stärken sondern diesen Prozess auch in alle Stadtteile zu tragen und ein stadtweites Netz von Teilhabe und Engagement im Sinne lokaler Verantwortungsgemeinschaften zu spinnen.
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Einwohnerinnen und Einwohner: 46.198
Bevölkerungsdichte: 822 Einwohner/km²
Bevölkerungsentwicklung bis 2030: - 8,6 %
Durchschnittsalter: 45,8
Verfügbares Einkommen: 18.276 €/Einwohner
Vereine: 323
Unternehmen: 14.845
Webpräsenz: www.schwerte.de
Freiwilligenzentrum Die Börse
Quellenangabe
Einwohnerinnen und Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsdichte: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsentwicklung bis 2030: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Durchschnittsalter: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Verfügbares Einkommen je Einwohner/in: Kreiszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Ausgabe 2012. Die Zahlen gelten jeweils für den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Anzahl der Vereine: Registerportal der Länder; in Einzelfällen Angaben seitens der Kommunen. Anzahl der Unternehmen: Unternehmensregister-System 95. Stand: 31.12.2012. Die Zahlen beziehen sich auf den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt.

Angebote für Engagierte in Schwerte

Eine kleine Wertschätzung für viel Engagement, so das Schwerter Organisationsteam der Freiwilligenakadmie. Zahlreiche kostenfreie Angebote erwarten freiwillig Engagierte in Schwerte, die sich in ihrem Engagement und persönlich weiterbilden möchten. „Geboten wird Bewährtes und Neues und alles für Freiwillige kostenfrei“, so Anke Skupin aus der Engagierten Stadt Schwerte: freiwilligen akademie 2017_web seite1 freiwilligen akademie 2017_web seite2

Neu im Programm, das auch Know how von Freiwilligen für Freiwillige weitergibt, ist zum Beispiel das Angebot –  „Ins rechte Licht rücken – gute Fotos für die Pressearbeit“, der Kurs „Excel für Vereine“ oder das „Gedächtnistraining Denken und Bewegen“. Neu sind auch die Angebote „Gewaltfrei Kommunizieren“ und speziell für die Engagierten in der Flüchtlingshilfe „Das Asylverfahren nach dem Asylgesetz und dann?“ und „Deutsch als Fremdsprache“ für Ehrenamtliche in der Sprachvermittlung.

Bewährt und deshalb wieder im Angebot hat sich der „Treffpunkt für bürgerschaftlich Engagierte“, der alle zwei Monate zum Austausch einlädt, die jährliche „Vernetzungskonferenz Mitmachen – Mitbestimmen und Mitgestalten“, die in diesem Jahr am 18. Oktober stattfindet oder die Angebote auf Anfrage, wie das „Perspektivcoaching für Initiativen und Vereine“, die „Moderationsweiterbildung“, „Supervision und Beratung von Menschen in der Freiwilligenarbeit“ oder das Angebot „Gelingende Kommunikation und der Umgang mit Konflikten“.

Durch Debatten klüger werden

mitmachen

Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung  – zwei Seiten einer Medaille? war Frage und Thema der Vernetzungskonferenz „Mitmachen- Mitbestimmen – Mitgestalten“ der Engagierten Stadt Schwerte, an der ca. 60 Personen aus Vereinen, Initiativen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft teilnahmen. Prof. Dr. Roland Roth zeigte was Kommunen brauchen, um sich zur Bürgerkommune zu entwickeln und die Förderung von Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung zu ihrem Kerngeschäft zu machen.

Beteiligung, so Roland Roth wird in Deutschland in erster Linie über die repräsentative Demokratie des Rates und der Parlamente gedacht. Immer deutlicher wird allerdings, dass die Akzeptanz politischer Entscheidungen mit dem Grad der Bürgerbeteiligung wächst. Gehört und ernst genommen zu werden wird Bürgerinnen und Bürgern immer wichtiger und wenn dies nicht durch Verwaltung und Politik organisiert wird, organisieren sich die Bürger selbst, wie z. B. Stuttgart 21 oder Bürgerbadbewegungen zeigen.

Prof. Dr. Roland Roth

Forschungen zeigen, dass die Mehrheit der Bevölkerung sagt, es ist in Ordnung Entscheidungen, die politisch getroffen worden sind abzulehnen. Eine vorgeschaltete Debatte kann Meinungen verändern, warb deshalb Roland Roth für offene Beteiligungsverfahren. Untersuchungen zeigen auch, dass 60% bis 80%  der Menschen Beteiligung bei bestimmten Sachthemen will. Diese Veränderung im Demokratieverständnis hat damit zu tun, dass Menschen besser gebildet, ihre Fähigkeiten zahlreichen geworden sind und ihr Kompetenzbewusstsein größer geworden ist. Es gibt eine Selbstwirksamkeitsvermutung – etwas bewegen und gestalten zu können.

Jede Kommune geht dabei ihren eigenen Weg.

Beispielhaft ist die Einführung kommunaler Beteiligungsleitlinien, die bestimmte Standards von Beteiligung festschreiben, die auch politischer beschlossen und somit verbindlich sind. Hierzu gehören die frühzeitige Information der Bürgerinnen und Bürger über Stadtentwicklungsthemen und Planungen z. B. über so genannte Vorhabenlisten. Auch die Festschreibung eines Beteiligungsmuss ab einer bestimmten Summe, also die Pflicht zur Beteiligung beim Einsatz höherer Geldsummen, die in der Regel Steuergelder sind gehört dazu.

Was braucht die Bürgerkommune? Langen Atem und einen Mentalitätswandel

Der Weg zur Bürgerkommune, die die Förderung von Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung zu ihrem Kerngeschäft macht, endet nicht. Es geht darum durch Debatten klüger zu werden.  Bürgerproteste müssen abgeholt und die darin vorhandenen Kompetenzen der Bürgerschaft genutzt werden. Neue und andere Ideen führen zu besseren Entscheidungen und zu mehr Verantwortlichkeit bei jedem Einzelnen (Bsp. Bürgerbäder – Elsebad). Aber nicht nur Rat und Bürgermeister stehen vor einem Mentalitätswandel. Auch die Anforderungen an Bürgerinnen und Bürger steigen. Sie müssen sich kundig machen und Zeit investieren.

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Lernprozess

Beteiligung ist ein Lernprozess. Hierfür gibt es z. B. in Baden-Württemberg Ausbildungsgänge. Hier werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung zu Trägern der Idee Bürgerbeteiligung. Bürgerbeteiligung wird zum Kerngeschäft der Verwaltung. Wichtig ist es, so Roth Kitas und Schulen in den Prozess zu integrieren damit Beteiligung und Engagement früh gelernt wird. 2006 führte Baden-Württemberg ein themenorientiertes Engagement in Schulen ein. Eine verpflichtende Form Engagement praktisch zu erfahren und zu lernen. Stärkend wirkt auch, dass laut Untersuchungen mittlerweile 2/3 aller Familien Verhandlungsfamilien sind, in denen diskutiert wird, um zu Lösungen zu gelangen. Kinder werden nach ihrer Meinung gefragt.

Ressourcen

Eine weitere Grundlage für Beteiligung ist Zeit, Geld und Personal. Nicht nur Beteiligungsverfahren kosten Geld und den Einsatz von (zuvor geschultem) Personal sondern auch Beteiligungsprojekte brauchen Geld. Hierfür können Fonds eingerichtet oder Budgets aufgelegt werden. Beispielhaft in der Beteiligung von Schülerinnen und Schülern sind Schülerhaushalte. Die Schülerschaft bekommt z. B. 7000,00€ und entwickelt Projekte um ihre Schule schülerfreundlich zu gestalten. Diese Projektidee war besonders in Förderschulen eine große Erfahrung für Kinder und Jugendlichen, einfach nach ihren Ideen gefragt zu werden und diese auch umsetzen zu können, so Roth. Und nicht zuletzt braucht die Bürgerkommune eine Koordinierungsstelle für das Thema Beteiligung und Engagement.

Tricks

In der sich anschließenden Diskussion wurde Roland Roth nach Tricks befragt, wie das Thema Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung nach vorne gebracht werden kann. Der Trick besteht darin, so Roth, dass alle es wollen. Rat und Verwaltung, insbesondere die Stadtspitze muss die Bürgerkommune wollen.

Wie geht es weiter in Schwerte?

schwerteSchwerte hat 2015 eine Entwicklungsgruppe Bürgerkommune gegründet, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung, inklusive Bürgermeister sowie Vertreterinnen und Vertreter der im Rat aktiven Parteien und Akteurinnen und Akteure aus dem Bürgerengagement und der Wirtschaft besteht. Gemeinsam soll bis Ende 2017 ein Konzept zur Förderung von Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung erarbeitet und politisch beschlossen werden. Der Vortrag von Prof. Dr. Roth war für die Gruppe und alle anderen Gäste sehr inspirierend. Die Vernetzungskonferenz wird auch 2017 stattfinden und Gelegenheit zur Vernetzung und Diskussion bieten.

Von Anke Skupin, Engagierte Stadt Schwerte

Homepage „SCHWERengagierTE“ ist online

Die Homepage www.schwerengagierte.de, die gemeinsam mit professioneller Unterstützung entwickelt wurde, geht an den Start und enthält viele Informationen rund um das Thema Bürgerengagement. Die Homepage soll virtuelle Plattform der Schwerter Engagierten und Interessierten werden. Hier werden Projekte und Veranstaltungen von Schwertern für Schwerterinnen und Schwerter eingestellt, Mitmachende gesucht, eine Initiativen-Übersicht vorgestellt und unter dem Punkt „Service“ werden Fördermöglichkeiten, Ideengeber, Qualifizierungen, Versicherungsschutz im Ehrenamt, Räume und Treffpunkte und viele weitere nützliche Informationen geboten.

Neben aktuellen Projekten, Veranstaltungen und Informationen werden regelmäßig engagierte Personen in einem Interview vorgestellt, um dem bürgerschaftlichen Engagement in Schwerte ein Gesicht zu gegeben und diejenigen vorzustellen, die für die gute Sache stehen.

Pano Team SCHWERengagierTE
Pano Team SCHWERengagierTE

Am Samstag, 3. September wurde das Forum SCHWERengagierTE im Museum am Markt eröffnet. Jeden Samstag von 9.00 bis 13.00 Uhr wird in der Museumshalle – oder bei gutem Wetter davor – unterstützt, beraten und vorgestellt. Neben der Homepage bietet das Forum den persönlichen Kontakt, soll zum Knotenpunkt für Bürgerengagement werden, Interessierten nützliche Informationen bieten und Engagierte stärker miteinander vernetzen.

„Wir informieren über Projekte und Veranstaltungen, wir helfen mitzumachen, wir bringen Interessierte und Aktive zusammen und wir wollen mit ihnen gemeinsam neue Ideen entwickeln“, so das Team des Forums. Ziel ist auch, dass sich jeden Samstag eine Initiative vor Ort präsentiert. Den Anfang macht am Eröffnungstag der Hanseverein Schwerte: Am darauffolgenden Wochenende (10./11. September) wird nunmehr zum 20. Male das „Pannekaukenfest“ in Schwerte gefeiert. Wie in zwei Dekaden aus einem Pannekaukenstand in der Fußgängerzone das größte ehrenamtlich organisierte Stadtfest werden konnte, darüber werden die Mitglieder des Hansevereins berichten.

Von Anke Skupin, Kultur- und Weiterbildungsbetrieb Schwerte.

 

Die Schwerter Freiwilligenakademie

1Mit einem von insgesamt 14 Angeboten startete  die Schwerter Freiwilligenakademie 2016 im Februar mit 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Thema Versicherungsschutz wurde nach einer Bedarfsabfrage ebenso wie die Angebote zur interkulturellen Kompetenz und zum Umgang mit traumatisierten Flüchtlingen von den Schwerter Freiwilligen des sehr aktiven Arbeitskreises Asyl gewünscht. Aber nicht nur die Freiwilligenarbeit mit geflüchteten Menschen steht im  Fokus des Programms. Angebote zur Nachbarschaftsentwicklung, Perspektivcoaching für Initiativen und Vereine oder auch die individuelle Beratung in schwierigen Situationen gehören zum Programm, das sich über das ganze Jahr erstreckt.

Ein Dauerangebot ist der monatliche Treffpunkt für bürgerschaftlich Engagierte, der zur Vernetzung und zum Austausch dient und im Oktober präsentiert eine stadtweite Vernetzungskonferenz die ersten Ergebnisse der Umsetzung des Förderprogramms Engagierten Stadt. Der Entwicklungsprozess Bürgerkommune, die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle und die Homepage mit allen Informationen und Angeboten zum Bürgerengagement sollen dort vorgestellt und diskutiert werden.

Von Anke Skupin, Kultur- und Weiterbildungsbetrieb Schwerte.

Schwerte auf dem Weg zur Bürgerkommune

Die Idee der Bürgerkommune gibt es in Schwerte schon lange aber eine konkrete Umsetzung fehlte bislang. Über das Förderprogramm Engagierte Stadt hat Schwerte professionelle Unterstützung bei der Stiftung Mitarbeit eingekauft und im November 2015 mit einer Auftaktveranstaltung den Prozess in Gang gesetzt und in der letzten Woche mit der Arbeit in einer Entwicklungsgruppe gestartet.

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Bürgerkommune heißt, ein neues Zusammenspiel zwischen kommunalpolitischer Entscheidungsfindung, Bürgerbeteiligung, bürgerschaftlichem Engagement und Verwaltungshandeln zu finden. Deshalb wurden Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bürgerengagement, der Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft eingeladen und aus allen Bereichen bis auf den Bereich Bürgerengagement, der mit 8 Personen vertreten ist, jeweils 6 Personen ausgewählt. Der Bürgermeister ist ebenfalls Mitglied der Gruppe.

Gemeinsam will die Gruppe, besetzt mit 26 unterschiedlichen Stadtakteurinnen und Stadtakteuren bis Ende 2017 an der Entwicklung der Bürgerkommune arbeiten und ein Ergebnis präsentieren. Im ersten Treffen wurde in Kleingruppen eine Bestandsaufnahme für Schwerte zu den Themen Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung unter den Fragestellungen „Was gibt es bereits?“ und „Was ist noch zu tun?“ erstellt.

In guter Atmosphäre haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diese Fragen und das weitere Vorgehen besprochen. Dabei wurde das Zusammenarbeiten von Menschen aus den unterschiedlichen Bereichen als sehr positiv und anregend empfunden. Durch die Einbeziehung der Wirtschaft geht Schwerte einen eigenen und neuen Weg, der auch für die Stiftung Mitarbeit ungewöhnlich und spannend ist.

Von Anke Skupin, Kultur- und Weiterbildungsbetrieb Schwerte

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