Ahrensburg

Jürgen Eckert ist Vorsitzender der AWO-Ahrensburg

Drei Fragen an

Jürgen Eckert

Was wollen Sie in Ihrer Stadt verändern?

Wir wollen bürgerschaftliches Engagement wecken und stärken, mehr miteinander statt nebeneinander. Deshalb gilt es, ein breites Netzwerk unter dem Dach des Peter Rantzau Hauses zu schaffen. Bereits heute ist das Peter Rantzau Haus ein Dach für zahlreiche Aktivitäten mitten in Ahrensburg für Ahrensburg.

Wer baut mit an Ihrer engagierten Stadt?

Bereits viele Menschen und gemeinnützige Organisationen, die sich in Ahrensburg vielfältig engagieren, haben ihre Mitarbeit in der Konzeptphase praktiziert. Wir sind begeistert über die große Resonanz und Einsatzbereitschaft für eine engagierte Stadt.

Was möchten Sie uns sonst noch zu Ihrem Vorhaben mitteilen?

Aus unseren Alltagserfahrungen wissen wir, dass es Menschen in schwierigen und unsicheren Lebenslagen gibt. Unser neues Netzwerk mit möglichst vielen Akteuren soll Transparenz über Hilfestrukturen bieten und niedrigschwellige Zugänge für Hilfesuchende schaffen. Alte Hasen des Ehrenamtes sollen neue Akteure bürgerschaftlichen Engagements gewinnen und nachhaltig die zukünftige Arbeit sichern.
Bundesland: Schleswig-Holstein
Einwohnerinnen und Einwohner: 31.361
Bevölkerungsdichte: 888 Einwohner/m²
Bevölkerungsentwicklung bis 2030: + 0,6 %
Durchschnittsalter: 46,1
Verfügbares Einkommen: 22.312 €/Einwohner
Vereine: 181
Unternehmen: 12.560
Webpräsenz: http:/www.ahrensburg.de
Arbeiterwohlfahrt Ahrensburg e.V.
Quellenangabe
Einwohnerinnen und Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsdichte: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsentwicklung bis 2030: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Durchschnittsalter: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Verfügbares Einkommen je Einwohner/in: Kreiszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Ausgabe 2012. Die Zahlen gelten jeweils für den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Anzahl der Vereine: Registerportal der Länder; in Einzelfällen Angaben seitens der Kommunen. Anzahl der Unternehmen: Unternehmensregister-System 95. Stand: 31.12.2012. Die Zahlen beziehen sich auf den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt.

Perspektivwechsel – Über die Schulter geschaut

Der Einladung der „Engagierten Stadt Ahrensburg“ zum besonderen Jahresauftakt in das Peter-Rantzau-Haus folgten am 25.1.2017 mehr als 100 interessierte Bürger, Politiker, Vertreter der ansässigen Organisationen und der Wirtschaft. Unter der Leitung von Armin Diedrichsen (Marstall) zeigten Vertreter verschiedener Organisationen auf, mit welchen Herausforderungen „Menschen in schwierigen Lebenslagen“ aktuell in Ahrensburg zu kämpfen haben.

blog01Nina Gülzau vom KINDERHAUS BLAUER ELEFANT berichtete, dass inzwischen ca. jedes 6. Kind in Ahrensburg (d.h. ca. 800 – 900 Kinder) von Armut betroffen ist. Die Konsequenz – diese Kinder sind von Ausgrenzung und Stigmatisierung bedroht. Sie haben weniger Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und schlechtere Bildungschancen. Der SoVD Ortsverband Ahrensburg e.V. verzeichnete im letzten Jahr steigende Mitgliederzahlen und eine Ausweitung seiner Beratungstätigkeit. Für seine Mitglieder hat der Verband fast eine Millionen Euro erstritten, wie Dr. Karl-Heinz Eckert berichtete.

Ahrensburg hat zu wenig bezahlbaren Wohnraum – für Menschen mit kleinem Geldbeutel, aber auch für Normalverdiener. Der Verein Heimat e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, benachteiligte Personenkreise durch die Zurverfügungstellung von angemessenem Wohnraum zu unterstützen, wie Jürgen Wahl, Vorsitzender des Vereins erklärte. Migranten kennen die Probleme eine bezahlbare Wohnung und einen Arbeitsplatz zu finden. Die Nichtanerkennung der Ausbildung bzw. eine niedrige Ausbildung führt dazu, dass Migranten eher im niedrig Lohnbereich arbeiten, so Mehmet Aydemir, Leiter Internationale Beratung AWO Ahrensburg e.V.

blog02Der Bedarf an Beratungen ist auch bei BEST – Beratung für Frauen und Mädchen Ahrensburg e.V. ungebrochen. Er reicht von Konflikten in der Familie, Partnerschaft, über generalisierte Ängste und Depressionen, Trauerbewältigung, Essstörungen bis hin zu Gewalt, wie Petra Karge erläuterte. Für Frauen, die sich in einer Notlage befinden, ist schnelle, unbürokratische Hilfe wichtig.

Simon Steinwachs, Stadtortleitung Hölderlin e.V. schilderte wie schwierig die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit psychischen Erkrankungen ist. Der Fall einer jungen Frau, die auf Erwerbsunfähigkeitsrente angewiesen war, aber das Bedürfnis nach einer Beschäftigung hatte und dann eine erfüllende Tätigkeit im Bereich der Flüchtlingshilfe fand, zeigt wie wichtig die Zusammenarbeit verschiedener Stellen ist, um Menschen zu helfen. Mobilitätseinschränkungen können von einem auf den anderen Moment eintreten. Dann braucht man Hilfe und ist auf andere angewiesen. Damit die Mobilität erhalten bleibt gilt es vorzubeugen so Dieter Hoffmann, Berater beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat und dem ADAC Hansa.

blog03Damit Menschen künftig schneller den Weg zur Hilfe finden, plant die „Engagierte Stadt Ahrensburg“ – gemeinsam mit zahlreichen ansässigen Organisationen – eine zentrale Anlaufstelle mit dem Namen „BürgerNAH – Navigation durch Ahrensburger Hilfsorganisationen“. Geplante Eröffnung der zentralen, niedrigschwelligen und barrierefreien Anlaufstelle ist im 1. Halbjahr 2017. Diese auf Dauer geplante Anlaufstelle hat drei zentrale Aufgaben: informieren, Engagement fördern und Netzwerkarbeit.

– Information: Wir zeigen Menschen den Weg, wo sie die benötigte Hilfe bekommen können.
– Engagementförderung: Wir zeigen Interessierten auf, welche Möglichkeiten sie in Ahrensburg haben, sich zu engagieren.
– Netzwerk: Wir schaffen Transparenz im sozialen Dienstleistungsangebot der Region indem wir die Organisationen vernetzen gemäß dem Motto: Miteinander statt nebeneinander.

Die o.g. Beispiele zeigen, dass die geplante Anlaufstelle „BürgerNAH“ dazu beitragen kann, dass noch mehr und schneller Menschen in Ahrensburger die notwendige Hilfe und Unterstützung finden. „Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Dazu gehört, das Vertrauen in die Leistungen anderer zu entwickeln, gemeinsam ungewöhnliche Konstellationen zu meistern und miteinander statt nebeneinander zu handeln“, so die Organisatorinnen der „Engagierten Stadt Ahrensburg“, Anne-Rose Sieland und Regine Kersting.

Ahrensburg zu Gast in Flensburg

blog02Am 01.10.2016 besuchten engagierte Menschen aus verschiedenen Ahrensburger Organisationen mit Vertreterinnen der „Engagierten Stadt Ahrensburg“ die Kollegen der „Engagierten Stadt
Flensburg“. Ziel war es, sich vom „Markt der Möglichkeiten“ im Rathaus der Förde-Stadt für die eigene Arbeit inspirieren zu lassen. Insgesamt waren 50 Organisationen, Parteien, Kirchen und Initiativen auf der Messe, im und vor dem Rathaus vertreten. Interessierte Bürger konnten sich über die vielfältigen Engagementmöglichkeiten – im Naturschutz, von Jugendorganisationen, der Hospiz- und Krankenhilfe, dem Weißen Ring, den Wohlfahrtsverbände, verschiedenen Vereinen, der Flüchtlingshilfe u.v.m. – informieren. Mittels einer Aktionsfläche im Raum hatten die Organisationen die Möglichkeit gezielt die Aufmerksamkeit für Themen zu wecken. So nutzte z.B. das Rote Kreuz die Fläche, um zu zeigen wie man in Notfällen richtig reagiert. Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten das Jugendzentrum AAK, das im Kochmobil leckeres Thai Curry und Falafel zu kleinen Preisen anbot und ein kleines Cafe, welches selbstgebackenen
Kuchen verkaufte.

blog01 „Die Engagierte Stadt Ahrensburg plant für 2017 selber einen Markt der Möglichkeiten, daher war die Reise nach Flensburg sehr interessant und inspirierend“ so Regine Kersting vom Projektbüro Engagierte Stadt Ahrensburg. Annette Maiwald-Boehm (Leiterin Peter-Rantzau-Haus) ergänzt „Das Programm Engagierte Stadt unterstützt den Austausch mit anderen Städten. Das Ziel ist es nicht nur innerhalb der Städte ein Netzwerk aufzubauen, sondern auch die Kooperationen zwischen Städten zu stärken. Mit Flensburg haben wir bereits ein gutes Band geknüpft“. Wenn Sie mehr über die „Engagierte Stadt Ahrensburg“ erfahren möchten, dann schauen Sie hier: www.engagierte-stadt-ahrensburg.org

Mitmach-Zirkus

circusplakatNach einer Woche Training und Zirkusalltag im Circus Zaretti endete am 29.7.2016 für 80 Kinder aus Ahrensburg und Umgebung eine unvergessliche Zirkuswoche mit dem großen Finale – der Abschlussvorstellung auf dem Stormarnplatz. Vor ausverkauften „Haus“ und unter den Augen von Eltern, Freunden, Zirkusfans, der stellvertretenden Bürgermeisterin Carola Behr und dem Bürgervorsteher Roland Wilde, wurden die kleinen Zirkusartisten frenetisch gefeiert. Die Aufregung der Kinder vor dem großen Auftritt am Nachmittag war bereits am Morgen zu
spüren. Sitzt der Text? Klappen alle Tricks? Und auch das Geheimnis „Wer trägt welches Kostüm?“ musste noch gelüftet werden… Eröffnet wurde die Vorstellung um 15:00 Uhr von den Direktoren-Clowns. Dann folgte ein Highlight dem anderen.
Besucherschlange vor dem ZeltDie mutigen Fakire, anmutigen Bauchtänzerinnen, geschickten Jongleure und vielseitigen Zauberer beeindruckten die Zuschauer ebenso, wie die Fähigkeiten der Ziegen- und Pferdeführer/innen. Für viel Stimmung und Lacher sorgten die Clowns und die spektakulären Nummern der Akrobatinnen verschlugen so manch einem Zuschauer den Atem. Zum großen Finale kamen dann noch einmal alle Artisten in die Manage und holten sich ihren verdienten Applaus ab. Nach der Vorstellung fragten Alexander und Resul „und was machen wir morgen?“

DANKEDie Initiatoren des Ferienevents, die „Engagierte Stadt Ahrensburg“ und seine Kooperationspartner das Kinderhaus Blauer Elefant, das Familienzentrum Blockhaus und die AWO Ahrensburg e.V. zogen zum Abschluss der Woche eine positive Bilanz. „Ziel war es den Kindern die Möglichkeit zu bieten sich gemeinsam mit anderen Kindern auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln, Herausforderungen zu bestehen, über eigene Grenzen hinauszuwachsen und das ist gelungen“ so Regine Kersting vom Projektbüro Engagierte Stadt Ahrensburg. „Wenn man gesehen hat wie stolz und selbstbewusst die Kinder ihre Darbietungen präsentiert haben, dann war es für alle eine große Freude und Bereicherung. Gerne würden wir dass Ferienevent auch 2017 wieder realisieren – aber dafür benötigen wir noch einmal eine so großzügige und zahlreiche Unterstützung von Organisationen, Geschäftsleuten, Unternehmen und Einzelpersonen wie in diesem Jahr.“

Körber-Partnertag in Ahrensburg

 

Partnertag_BlogAm 04. Februar trafen sich die Projektverantwortlichen aus sieben Städten zum ersten regionalen „Körber-Partnertag Engagierte Stadt“ – die Körber-Stiftung als einer der Förderpartner begleitet die norddeutschen Teilnehmer. Aus Buchholz, Elmshorn, Flensburg, Lilienthal, Ribnitz-Damgarten und Wilhelmshaven waren die „Engagierten“ angereist – die Aktiven der „Engagierte Stadt“ Ahrensburg waren Gastgeber im Peter-Rantzau-Haus. Zum Auftakt der Arbeitstagung begrüßte die zweite Bürgermeisterin Frau Behr im Namen der Stadt Ahrensburg die Gäste. Sie führte aus, dass sie aus eigener Erfahrung wisse, was jahrelanger ehrenamtlicher Einsatz bedeute und bewirken könne.

Neue nachhaltige Engagementlandschaften zu etablieren hat sich das Förderprogramm „Engagierte Stadt“ auf die Fahnen geschrieben. Über diese Ausgangssituation tauschten sich die überzeugten Netzwerker aus den sieben Städten und die Begleiter des Projektes von der Körber-Stiftung unter der Moderation von Anita Hüseman aus. Als Fallstudie zum Lernen am Modell diente das Ahrensburger Projekt. Alle Beteiligten dieser Arbeitstagung empfanden die Rundum-Betrachtung des Themas Vernetzung als hilfreich und wünschten sich eine Fortsetzung des Informations- und Beratungsprozesses. Ein neues Netzwerk hat sich gefunden, um sich bei der vielseitigen Aufgabenstellung in den kommenden Jahren gegenseitig zu unterstützen.

Von Anne-Rose Sieland, AWO Ahrensburg e.V.

Newsletter der Engagierten Stadt Ahrensburg

Newsletter_AhrensburgMit ihrem neuen Newsletter lädt die Engagierte Stadt Ahrensburg Sie ein, einmal im Vierteljahr hinter die Kulissen ihres künftigen Projektes im Rahmen der „Engagierten Stadt“ zu schauen.

Zum einen können Sie gemeinsame Ereignisse in den vergangenen Monaten Revue passieren lassen. Zum anderen werden Ihnen die geplanten Termine, Veranstaltungen und Workshops vor, zu denen Sie alle herzlich eingeladen sind. Wenn Sie künftig auch informiert werden möchten, dann schicken sie eine E-Mail an: engagierte.stadt@peter-rantzau-haus.de

von Regine Kersting, AWO Ahrensburg

Vor den Toren Hamburgs….

Foto Lernbesuch_Ahrensburg 3_haist

… aber schon in Schleswig-Holstein liegt das schöne Ahrensburg. Malerisch gelegen und in „Winkweite“ (kein Scherz!) des Rathaus Ahrensburg befindet sich das Peter-Rantzau-Haus. Benannt nach einem Ratgeber des dänischen Königs Friedrich II. und Amtmann in Flensburg, ist es eine zentrale Anlaufstelle und Begegnungsstätte für alle Ahrensburger. Dort hat man schon vieles gemacht und sich einiges vorgenommen, um Ahrensburg zur »Engagierten Stadt« zu machen: Es wurden bereits „Problem-“ und „Lösungsbäume“ gezeichnet, kurz-, mittel- und langfristige Ziele samt Unterziele formuliert, eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebote gemacht, etc.; an strukturiertem Vorgehen mangelt es im Peter-Rantzau-Haus sicherlich nicht. Und nicht unerwähnt soll auch das leckere Hühnerfrikassee bleiben, welches die hauseigene Küche anbietet…

von Jochen Sunken, Körber-Stiftung

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