Marburg

 

Sara Hürten ist Projektmanagerin der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf

Drei Fragen an

Sara Hürten

Was wollen Sie in Ihrer Stadt verändern?

Marburg ist mit 26.500 Studierenden eine junge Stadt, deren studentische Bevölkerung mit ihrem vielfältigen Engagement das Alltagsleben entscheidend mitprägt. Die Bereitschaft Studierender, sich für soziale, kulturelle, ökologische, sportliche und politische Belange einzusetzen, sollte daher stärker sichtbar gemacht und entsprechende engagementfördernde Strukturen ausgebaut werden, damit dieses Potenzial zur Entfaltung kommen kann. Eine stärkere Unterstützung des studentischen Engagements fördert die Attraktivität des Engagements selbst und den Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft, der Philipps-Universität und ihrer Studierenden nachhaltig. Die Stadtgesellschaft erhält ein differenzierteres Bild von ihren Studierenden und es kann ein Perspektivwechsel erreicht werden, von "Ich studiere hier." Hin zu "Ich bin hier zu Hause."

Wie können Bürger sich in Ihrer Stadt einbringen?

IIn Kooperation mit der Universität, städtischen Gremien und zivilgesellschaftlichen Trägern soll das Engagement der Studierenden weiter entwickelt und unterstützt werden für einen nachhaltigen Zusammenhalt und zum Vorteil der Stadtgesellschaft, der Philipps-Universität und ihrer Studierenden.

Was möchten Sie uns sonst noch zu Ihrem Vorhaben mitteilen?

Ein erster Schritt wird sein, die Engagementfelder zu erfassen, in denen Studierende bereits aktiv sind oder aktiv werden wollen. Darüber hinaus soll über einen zweiten Schritt sichtbar gemacht werden, inwiefern bürgerschaftliches Engagement in den verschiedenen Fachbereichen der Universität bereits thematisiert wird oder zukünftig thematisiert werden kann.
Bundesland: Hessen
Einwohnerinnen und Einwohner: 73.125
Bevölkerungsdichte: 590 Einwohner/km²
Bevölkerungsentwicklung bis 2030: - 1,7 %
Durchschnittsalter: 39,7
Verfügbares Einkommen: 17.511 €/Einwohner
Vereine: 845
Unternehmen: 9.367
Webpräsenz: www.marburg.de
Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf
Quellenangabe
Einwohnerinnen und Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamtes, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsdichte: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, Gebietsstand: 31.12.2014. Bevölkerungsentwicklung bis 2030: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Durchschnittsalter: Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung). Verfügbares Einkommen je Einwohner/in: Kreiszahlen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Ausgabe 2012. Die Zahlen gelten jeweils für den Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt. Anzahl der Vereine: Registerportal der Länder; in Einzelfällen Angaben seitens der Kommunen. Anzahl der Unternehmen: Unternehmensregister-System 95. Stand: 31.12.2012. Die Zahlen beziehen sich auf den jeweiligen Kreis bzw. die kreisfreie Stadt.

Gemeinsam für ein Miteinander

Mit dem Projekt „Unsere Stadt – Unsere Uni“ setzen Universität und Stadt ein sichtbares Signal für ein internationales und weltoffenes Miteinander. Während der Auftaktveranstaltung: Bürger*Innen erarbeiten gemeinsam die ersten Projektideen um ausländische Studierende besser in Marburg ankommen lassen zu können.

Das Gemeinschaftsprojekt der Philipps-Universität Marburg, der Stadt Marburg und der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V. bringt ausländische Studierende und Promovierende mit Marburger*Innen zusammen und stärkt den interkulturellen Dialog zwischen Universität und Stadtgesellschaft. Die Auftaktveranstaltung am 06.06.2017 im Historischen Rathaussaal der Stadt Marburg vom Projekt „Unsere Stadt – Unsere Uni“ wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Dr. Thomas Spies und der Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Philipps-Universität, Prof. Dr. Evelyn Korn, am 06.06.2017 eröffnet.

Gemeinsam Stadt und Uni erleben – das ist Ziel des Projektes. Ob Kochabende oder gemeinsame Sportaktivitäten, Unterstützung bei Behördengängen bis hin zu Einladungen an Feiertagen:  Die Möglichkeiten sich zu engagieren sind ebenso vielfältig, wie das Leben in Marburg.  Die Idee der Auftaktveranstaltung war, die Projektidee vorzustellen aber vor Allem lag der Fokus auf der gemeinsamen Ideensammlung mit den interessierten Bürger*Innen.

Während der Auftaktveranstaltung von „Unsere Stadt – Unsere Uni“, haben Marburger*Innen Ihre Vorstellungen und Umsetzungsideen im Zuge des Projekts kommuniziert, überlegt und ausgearbeitet. Das Projekt ist offen für alle Interessierte: Marburger*Innen können sich mit der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf in Verbindung setzen. Ausländische Studierende die sich für das Projekt interessieren können sich direkt an das International Office wenden.

Wir sind gespannt auf die zweite Veranstaltung am 19.09.2017 zu der ebenfalls alle Interessierten  herzlich eingeladen sind, das Projekt „Unsere Stadt – Unsere Uni“ mit Leben zu füllen. Nähere Informationen finden Sie unter www.freiwilligenagentur-marburg.de

Fotoausstellung auf Wanderschaft

marburg18 Fotografien zeigen das vielfältige und bunte bürgerschaftliche Engagement der Studierenden in Marburg, die damit die Stadt wesentlich mitprägen. Die Fotografien wurden von Studierenden eingereicht, die in studentischen Initiativen oder gemeinnützigen Vereinen aktiv sind. Von der Freiwilligen Feuerwehr, über Leben mit Krebs e.V. bis hin zu Arbeiterkind.de – ob im kulturellen, sportlichen, sozialen oder politischen Bereich: Studentisches Engagement ist breit gefächert und präsent! Im April hatte die Engagierte Stadt Marburg die Fotoausstellung in der Volksbank Mittelhessen mit einer gelungenen Vernissage begrüßt. Nach einem Sektempfang haben sich drei Initiativen an dem Eröffnungsabend näher vorgestellt und durch persönliche Erzählungen einen tollen Einblick in die vielfältigen Engagementmöglichkeiten in Marburg geschaffen. Die Bilder hingen insgesamt 6 Wochen aus. Die Ausstellung im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ wurde als Kooperation zwischen der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V., der Philipps-Universität Marburg, der Stadt Marburg sowie dem Studentenwerk Marburg entstanden und wurde durch eine Spende der Volksbank Mittelhessen eG mitfinanziert.

Erfahrungsbericht zur Online-Befragung in Marburg

Im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ fokussiert die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V. (FAM) das bürgerschaftliche Engagement von Studierenden. Über eine Online-Befragung, an der 530 Studierende aus allen Fachbereichen teilnahmen, konnte ein umfassendes Bild über die Engagementfelder und -inhalte, Interessen, Vor- und Einstellungen sowie Bedürfnisse der Zielgruppe generiert werden.

Im Vorlauf:

Für die Umfrage wurde ein Fragebogen mit 10 Fragen entwickelt, der in 3-5 Minuten zu beantworten war. Dafür wurde das Umfragetool Surveymonkey genutzt. In einem Pre-Test wurde der Fragebogen zunächst von einigen Studierenden ausgefüllt und mit Blick auf deren Rückmeldungen (Verständnisfragen, fehlende Aspekte, etc.) überarbeitet.

Öffentlichkeitsarbeit während des Umfragezeitraum:

Der Fragebogen war vom 25.01.2016 bis 06.03.2016 online geschaltet und wurde über verschiedene Kanäle gestreut, um die studentische Öffentlichkeit zu erreichen.

Als Instrumente zur Streuung wurden genutzt: Facebook, der universitäre E-Mail-Verteiler sowie Plakate mit QR-Code. Die Verteilung der Beantwortungen zeigt, welchen Einfluss die zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingesetzten Instrumente hatten.

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  • Die Umfrage wurde zunächst über die Facebook-Seite der FAM geteilt: Entgegen der Annahme, dass über dieses Medium sehr viele Studierende erreicht werden, wurden relativ wenige Beantwortungen vorgenommen. Facebook scheint an dieser Stelle nicht das passende Instrument für einen aktiven Aufruf zu sein. So wurde uns über spätere Gespräche mit der Zielgruppe deutlich gemacht, dass das soziale Netzwerk vielmehr als reine Informationsplattform genutzt wird.
  • Zu einem späteren Zeitpunkt konnte der Link zur Umfrage über den E-Mail-Verteiler der Universität versendet werden, der alle Studierende und Promotionsstudierende erreicht. Dies hat in den ersten Tagen fast 250 Beantwortungen zur Folge gehabt. Die Studierenden wurden also über diesen sehr klassischen Kanal deutlich besser angesprochen und waren eher bereit an dieser Umfrage teilzunehmen. Wenn Studierende ihr studentisches E-Mail-Postfach nutzen, sind sie weniger im Freizeit- und mehr im Arbeitsmodus; die Bereitschaft, an Forschung teilzunehmen, ist höher. Ende Februar, also schon in den Semesterferien, wurde die Umfrage schließlich als Erinnerung noch mal über den E-Mail-Verteiler der Universität versendet. In den darauf folgenden Tagen wurde der Fragebogen noch mal über 200 Mal beantwortet.
  • Anfang Februar wurden zusätzlich Poster mit einem QR-Code zur Umfrage gedruckt, die in der Mensa, im Hörsaalgebäude und an Aufenthaltsorten verschiedener Fakultäten sowie bei der FAM und in einem zentralen Supermarkt aufgehängt wurden. So konnten Studierende im Vorbeigehen mittels ihres Smartphones an der Umfrage teilnehmen. Dies hat höhere Teilnahmezahlen bewirkt als Facebook. Die Warte- oder Aufenthaltszeiten wurden genutzt, um mit dem sich ohnehin im ständigen Einsatz befindlichen Smartphone an der Umfrage teilzunehmen.

Lessons Learned:

  •  Ein Pre-Test zeigt die unverständlichen und fehlenden Aspekte
  • Der klassische E-Mail-Verteiler führt zur größten Aufmerksamkeit
  • Die Instrumente sollten mit Blick auf die Zielgruppe und ihrem Nutzerverhalten (z.B. in Bezug auf die Neuen Medien)

Im Nachgang:

Die Ergebnisse wurden in einem umfassenden Bericht dargestellt, der auf der Seite der FAM veröffentlicht wurde: http://www.freiwilligenagentur-marburg.de/index.php?article_id=709. So kann dieser der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und trägt dazu bei, dass studentische Engagement sichtbar zu machen. Eine Idee ist es, die Umfrage im Sinne einer Langzeitstudie in einem gewissen Abstand zu wiederholen, um die Wirkung des Programms und die Entwicklungen bzgl. der studentischen Bedürfnisse nachvollziehen zu können.  Zudem können weitere Maßnahmen bedürfnis- und bedarfsgerecht geplant werden.

Von Christina Salland, Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V.

Engagement von Studierenden

Bild zur UmfrageIm Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ hat die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V. im Frühjahr 2016 mit Studierenden der Philipps-Universität eine Umfrage zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement von Studierenden“ durchgeführt. 530 Studierende aus allen Fachbereichen nahmen an der Umfrage teil, die unter anderem einen Einblick in folgende Fragen liefert: In welchen Feldern engagieren sich Studierende? In welchem Umfang engagieren sie sich? Was wäre für ein potenzielles Engagement interessant? Wie stehen Studierende allgemein zu dem Thema „Bürgerschaftliches Engagement“? So sind bereits über 60% der Umfrageteilnehmer/innen engagiert, die meisten im Bereich „Kinder und Jugendliche“ und über 20% engagieren sich in einer oder mehreren der über 40 studentischen Initiativen, die in der Umfrage genannt wurden. Diese und weitere spannende Ergebnisse können nun im Umfragebericht eingesehen werden, hier zu lesen: http://freiwilligenagentur-marburg.de/index.php?article_id=709

Von Christina Salland, Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V.

Studierende und freiwilliges Engagement vereinen

blogmarburg01Im Rahmen des Programms „Engagierte Stadt“ fand am 07.07.2016 in Marburg die Engagementwerkstatt „Studierende und freiwilliges Engagement vereinen“ statt, eine Kooperation zwischen der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V., der Philipps-Universität Marburg und der Stadt Marburg. Studierende und Vertreter/innen verschiedenster gemeinnütziger Organisationen sowie studentischer Initiativen erhielten die Möglichkeit, in einen direkten Austausch zum Thema „bürgerschaftliches Engagement“ zu treten.

blogmarburg02Dafür haben Studierende des Bachelor-Studiengangs „Erziehungs- und Bildungswissenschaft“ der Philipps-Universität Marburg unter der Leitung von Annett Adler im Vorfeld der Veranstaltung acht gemeinnützige Organisationen sowie eine studentische Initiative besucht. Sie befragten diese, wie sich Studierende dort freiwillig engagieren können. Die dazu erstellten Plakate konnten in einer Galerie im Rahmen der Veranstaltung besichtigt werden. Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, Peter Günther (Vorsitzender der Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf e.V.) sowie Prof. Dr. Susanne Maria Weber (Philipps-Universität Marburg) begrüßten die rund 70 Teilnehmer/innen. In Kleingruppen, die gemeinsam von einer/einem Studierenden und einer/einem Vertreter/in der besuchten Organisation moderiert wurden, konnte der Austausch vertieft und weiter voran gebracht werden. Mit dabei waren Best Buddies, Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Evangelische Familienbildungsstätte, Kulturloge, deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (Marburg), deutscher Kinderschutzbund e.V., Astrid-Lindgren-Schule, Rock your Life!, Internationaler Bund Marburg e.V.

Mit Unterstützung der Plakate wurden Engagementmöglichkeiten vorgestellt, Fragen geklärt und Ideen gesammelt, wie studentisches Engagement noch stärker eingebunden werden kann. Die Poster werden im Anschluss an die Veranstaltung in eine Wanderausstellung gehen, sodass auch andere Studierende die Möglichkeit erhalten, Einblick in die vielfältigen Engagementmöglichkeiten in Marburg zu erhalten.

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